Zum Inhalt springen
stuff to do in.cologne
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

St. Servatius

Katholische Pfarrkirche des Kölner Stadtteils Immendorf auf dem „Heidenberg“, 1873/74 anstelle mehrerer älterer Vorgängerbauten errichtet.

St. Servatius ist die katholische Pfarrkirche des Kölner Stadtteils Immendorf. Sie steht auf einer Anhöhe, dem sogenannten „Heidenberg“, und wurde 1873/74 anstelle mehrerer älterer Vorgängerbauten errichtet.

Auf einen Blick

Baujahr
1873/1874, nach Plänen von August Carl Lange
Lage
auf dem „Heidenberg“, Zentrum von Köln-Immendorf
Vorgängerbauten
Kapelle, dann frühromanische Kirche (erwähnt 948)
Vorbilder
Turm nach St. Aposteln, Querhaus nach St. Andreas
Weihe
erst 1894, wegen Inhaftierung des Erzbischofs verzögert
Kriegsschäden
1945 durch Artillerietreffer am Turm und in der Vierung
Denkmalschutz
Kirche, Friedhof und Grabmäler in der Denkmalliste Immendorf
Wusstest du?

Die frühbarocke Kanzel von St. Servatius mit ihren Bischofsreliefs stand vermutlich bis zur Säkularisation 1803 in der Kölner Altstadtkirche St. Severin – ein Ausstattungsstück, das damit vom Zentrum der Stadt bis auf den Immendorfer Heidenberg wanderte.

Das kannst du hier erleben

  • Auf dem „Heidenberg“ die erhöhte Lage der Kirche über Immendorf erleben
  • Die frühbarocke Kanzel mit den Bischofsreliefs aus St. Severin entdecken
  • Im Kirchenboden die markierten Fundamente der Vorgängerbauten aufspüren

Von der Kapelle zur heutigen Kirche

Auf dem Heidenberg im Zentrum des dörflichen Immendorf standen bereits vor der heutigen Kirche mehrere Vorgängerbauten: zunächst wohl eine kleine Kapelle, vermutlich 881 durch die Normannen zerstört, dann eine frühromanische Kirche, die 948 in einer später als Fälschung erkannten, aber inhaltlich plausiblen Schenkungsurkunde Erzbischof Wichfrids erwähnt wird. Ursprünglich dem heiligen Severin geweiht, ging das Patrozinium später aus unbekannten Gründen auf den heiligen Servatius von Tongern über. Fundamente der Vorgängerbauten wurden beim Neubau genutzt und sind heute noch teilweise sichtbar; seit 1968 markieren hellere Steine im Fußboden ihren Grundriss.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Neubau nach staufischen Vorbildern

Mit wachsender Gemeinde reichte die 1841/42 erweiterte alte Kirche nicht mehr aus. Ab 1864 sammelte die Gemeinde für einen Neubau; nach zwei abgelehnten Entwürfen legte Architekt August Carl Lange 1873 Pläne vor, die sich an staufischen Kirchenbauten im Rheinland orientierten – der Turm folgt dem Vorbild von St. Aposteln, das Querhaus dem von St. Andreas. Finanziert wurde der Bau unter anderem durch Spenden, Zinsen einer Stiftung und ein Darlehen. Die Weihe verzögerte sich bis 1894, weil Erzbischof Paulus Melchers zum Zeitpunkt der Fertigstellung inhaftiert war.

© Egidius~dewiki · CC BY-SA 4.0

Kriegsschäden und Wiederaufbau

Am 7. März 1945, einen Tag vor der amerikanischen Einnahme des Dorfes, traf ein Artilleriegeschoss den mit deutschen Beobachtern besetzten Kirchturm; die Glocke stürzte ins Gebälk. Kurz darauf schlug eine deutsche Granate von der anderen Rheinseite in die Vierung ein. Obwohl eine Säule einstürzte, hielt das Gewölbe. Die größeren Instandsetzungsarbeiten zogen sich bis in die 1970er Jahre hin; während der Sanierung 1966/67 fand der Gottesdienst in einer Notkirche statt.

© Egidius~dewiki · CC BY-SA 4.0

Ausstattung mit alten Wurzeln

Mehrere Ausstattungsstücke stammen aus der abgerissenen alten Kirche oder noch älteren Quellen: der Korpus des Hängekreuzes aus dem 15./16. Jahrhundert, die frühbarocke Kanzel von um 1620 mit Bischofsreliefs, die vermutlich bis zur Säkularisation 1803 in St. Severin in der Kölner Altstadt stand, sowie eine Servatius-Figur von Christoph Stephan. Die abstrakten Fenster der Seiten- und Querschiffe gestaltete Hermann Gottfried in den 1950er/60er Jahren.

© Egidius~dewiki · CC BY-SA 4.0

Zeitstrahl

  1. 948
    Erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Immendorf
  2. 1841
    Erweiterung der alten Kirche nach Osten
  3. 1873/1874
    Neubau der heutigen Kirche nach Plänen August Carl Langes
  4. 1894
    Verzögerte Weihe durch Weihbischof Hermann Joseph Schmitz (29. April)
  5. 1945
    Schwere Schäden durch Artillerietreffer (7. März)
  6. 1966/1967
    Notkirche während umfassender Sanierung
  7. 1968
    Kennzeichnung der Vorgängerfundamente im Kirchenboden

Galerie

© Egidius~dewiki · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Mrmw · CC0 · Commons
© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0 · Commons

Karte

Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.

Adresse

Am Moosberg 6
50997 Köln

Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe

8,7 kmAbtei Deutz© Chris06 · CC0

Abtei Deutz

seit 1001
4,3(19)· Google

1002 gegründetes Benediktinerkloster in Köln-Deutz; aus seiner Kirche Alt St. Heribert stammt der goldene Heribertschrein.

Alt St. Alban – Kirchenruine und Mahnmal am Quatermarkt

seit 1200
4,5(122)· Google

Erhaltene romanische Kirchenruine am Quatermarkt; nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg seit 1959 Gedenkort für die Kriegstoten.

Alt St. Cornelius

seit 1833
4,8(24)· Google

Von der einstigen Pfarrkirche in Köln-Rath/Heumar steht heute nur noch der romanische Turm aus der Zeit ihres mittelalterlichen Vorgängers.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-03

Wie diese Seite entsteht

Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.

Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.

Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht?

Hilf mit, die Seite besser zu machen — schlag eine Änderung oder einen neuen Ort vor.