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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Wohnpark Rodenkirchen

Raumkante am südlichen Ende der Rheinpromenade: Wohnanlage von 1967/68, deren Baukörper im rechten Winkel zueinander den Blockrand nachzeichnen.

Wasserspiel

Der Wohnpark markiert das Ende der Wohnbebauung und den Beginn des Weißen Rheinbogens. Erbaut als Mietwohnanlage einer Versicherung, ist er heute in Eigentumswohnungen aufgeteilt.

Auf einen Blick

Art
Wohnanlage mit 333 Wohneinheiten
Lage
Kölner Stadtteil Rodenkirchen, zwischen Grüngürtelstraße, Roonstraße und Uferstraße
Gebäude
drei siebenstöckige Flachbauten und ein 16-stöckiges Hochhaus
Architekten
Klaus Obertreis und Artur Gerard
Bauweise
weitgehend aus vorgefertigten Betonteilen
Ausstattung
Hallenschwimmbad mit 18-Meter-Becken, Tiefgarage mit 212 Stellplätzen
Wusstest du?

Der Wohnpark Rodenkirchen wurde 1967/68 so hoch aufgeständert – das Erdgeschoss liegt rund 2,60 Meter über der Nachbarbebauung –, dass er selbst bei den „Jahrhunderterfluten“ 1993 und 1995 nicht überschwemmt wurde; gebaut wurde er auf dem Gelände einer ehemaligen Bleicherei, die zwischenzeitlich als Obdachlosenheim diente.

Geschichte

Bauherrin war die Concordia Versicherungs-Gesellschaft auf Gegenseitigkeit. Artur Gerard war zuvor Büroleiter und Teilhaber bei Fritz August Breuhaus de Groot. Auf dem Grundstück im Auenviertel, das Bürgervillen der Gründerzeit und Bauhaus-Villen prägen, fertigte die „Bleicherei und Appreturenanstalt W.J. Peters“ bis in die 1950er Jahre Gewebe für den technischen Bedarf. Nach deren Insolvenz diente das Gelände zeitweise als Obdachlosenheim. Für die Gemeinde Rodenkirchen, die bis 1975 nicht zu Köln gehörte, bedeutete der Neubau eine Reparatur des Viertels. Weil die Wohnungen vorrangig für Familien gedacht waren, stellte die Concordia-Lebensversicherung der Gemeinde Geld für den Ausbau der Schulen bereit. 1996 verkaufte die Colonia-Nordstern-Gruppe die Anlage an die Nürnberger Firmengruppe Sauer und Partner, die sie in Eigentumswohnungen aufteilte und vor allem an frühere Mieter veräußerte.

Städtebauliche Rolle

Die Baugenehmigung der Gemeinde von 1967 führt den Komplex als „Süddominante Rodenkirchen“ – ein Name, der seine Funktion im Stadtbild ausdrückt. Mit den Pylonen der Rodenkirchener Rheinbrücke bilden die Bauten eine Raumkante am Ende der Rheinpromenade. Als Gegenpol zur Kirche Alt St. Maternus fasst der Komplex die Rheinaue ein, die als „Rodenkirchener Riviera“ der Naherholung dient. Für die Bauzeit ungewöhnlich ist die Anordnung der fünf Baukörper – vier Wohnhäuser und das Schwimmbad. Sie folgt der Tradition der historisch gebauten Stadt, während die Nachkriegsideale sich auf die Charta von Athen (CIAM) beriefen und Blockränder sowie rechte Winkel strikt ablehnten.

Bauweise und vergleichbare Anlagen

Der Wohnpark entstand weitgehend aus vorgefertigten Betonteilen. Mit diesem Verfahren wurden in Deutschland weitere formal und konstruktiv ähnliche Wohnparks gebaut, etwa der „Cosimapark“ in München und das „Quartier 6“ für Botschaftsangehörige in Bonn-Bad Godesberg. Einer ähnlichen Konzeption mit vergleichbarem Komfort folgten später unter anderem das Colonia-Haus (1972–1974), das Uni-Center (1973–1974), das Rheinsternhaus (1976) und der Wohnpark Bayenthal (1976–1981).

Ausstattung und Technik

Die Anlage erhielt Hallenschwimmbad, Müllschlucker, Aufzüge, Penthäuser und eine Tiefgarage, die unter einer zentralen Gartenanlage verborgen lag. Diese Grünanlage mit Wasserspiel wurde 2007 bei Sanierungsarbeiten entfernt. Die Tiefgarage verbindet die vier Häuser und erschließt auch das Schwimmbad, das seit 2011 über Sonnenkollektoren beheizt wird. Jedes Haus hat zwei Aufzüge; Strom und Wärme liefert seit 2009 ein Blockheizkraftwerk mit Gasanschluss. Bei der Sanierung der Balkonbrüstungen 2015 und 2016 wurde Wert auf den vollständigen Erhalt der architektonischen Gestaltung gelegt.

Schutz vor Hochwasser

Wegen der Rheinlage ist die Anlage gegen Hochwasser gesichert, unter anderem durch Schott-Türen zwischen Häusern und Tiefgarage. Das Erdgeschossniveau liegt rund 2,60 Meter über dem der benachbarten Bebauung. So wurde der Wohnpark auch bei den „Jahrhunderterfluten“ 1993 und 1995 nicht überschwemmt.

Zeitstrahl

  1. 1967
    Baugenehmigung der Gemeinde Rodenkirchen als „Süddominante Rodenkirchen“
  2. 1967/1968
    Bau des Wohnparks durch die Concordia Versicherung (Obertreis und Gerard)
  3. 1993
    „Jahrhunderthochwasser“ – Wohnpark nicht überschwemmt
  4. 1995
    Erneutes Jahrhunderthochwasser – Wohnpark nicht überschwemmt
  5. 1996
    Verkauf an Sauer und Partner; Aufteilung in Eigentumswohnungen
  6. 2007
    Zentrale Grünanlage bei Sanierungsarbeiten entfernt
  7. 2009
    Blockheizkraftwerk für Strom- und Wärmeerzeugung in Betrieb
  8. 2015–2016
    Umfassende Sanierung der Balkonbrüstungen

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-11-05

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