Hofanlage Gut Engelshof
Vor dem Abriss bewahrt und von Bürgern in Eigenarbeit renoviert: Der denkmalgeschützte Gutshof von 1880 in Köln-Westhoven ist heute ein Bürgerzentrum.
Bis 1971 diente der Engelshof im Kölner Stadtteil Westhoven als landwirtschaftlicher Gutshof. In der Phase der landwirtschaftlichen Nutzung hielt man dort bis zu 60 Kühe und Rinder sowie 10 Pferde.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Geschlossene Hofanlage, heute Bürgerzentrum
- Lage
- Westhoven, Stadtbezirk Porz
- Baujahr
- 1880
- Denkmalschutz
- Seit dem 1. Juli 1980, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Bauweise
- Zweigeschossig, sieben Achsen, Backsteinfassade, Schopfwalmdach
- Kunsthandwerkermarkt
- Zweimal jährlich, mit über 100 Ausstellern
Im Oktober 1944 machte die Explosion einer Luftmine im Innenhof das Wohnen auf dem Engelshof unmöglich, dabei wurden etliche Pferde und rund 20 Kühe getötet. Danach übernahmen unter Luftangriffen Soldaten der umliegenden Kasernen die Bestellung der Felder.
Gutshof und Wohnhaus
Zum Gutshof gehört ein großes Wohnhaus. Es bot 18 Zimmer, zwei Toiletten, ein Badezimmer, eine große Küche und Vorratsräume. Nachdem der Hof mehrere Besitzer gehabt hatte, wurde er nach 40 Jahren an die Stadt Köln verkauft.
Der Hof im Zweiten Weltkrieg
Während des Krieges erlitt der Hof immer wieder Schäden. Im Oktober 1944 explodierte eine Luftmine im Innenhof, danach war dort kein Wohnen mehr möglich. Etliche Pferde und rund 20 Kühe kamen ums Leben. Bis Kriegsende zogen die Bewohner aus. Die Felder bestellten Soldaten der umliegenden Kasernen, auch unter Luftangriffen. Gegen Bezugsscheine wurden 100 Zentner Kartoffeln verkauft.
Leerstand und Rettung
Nach dem Tod des Pächters 1969 beendeten seine Angehörigen 1971 die Landwirtschaft. Mehrere Dächer waren abgedeckt oder abgebrannt, und diese Schäden waren nur zum Teil behoben worden. So verfiel der Hof, während er leer stand. Als im Mai 1976 der Abriss drohte, formierte sich eine Bürgerinitiative für seinen Erhalt. 1988 entschied der Rat der Stadt Köln, die Anlage unter Wahrung des Baudenkmals und ihres historischen Charakters wieder aufzubauen. Das Land trug 80 Prozent der Kosten mit 5,5 Millionen DM.
Das Bürgerzentrum heute
Aus der Initiative ging der Verein Bürgerzentrum Engelshof hervor, der die Anlage in Selbsthilfe renovierte. Seit der Wiedereröffnung am 7. Mai 1994 bietet er Kultur- und Freizeitveranstaltungen sowie Weiterbildungen an. Den großen Saal im linken Flügel verwaltete anfangs die Stadt Köln mit. 2005 beendete sie ihre finanzielle Unterstützung, seitdem ist das Zentrum vollständig in freier Trägerschaft. Unter allen Bürgerzentren der Stadt verfügt es über den niedrigsten Etat. Anfang 2011 zählte der Verein 60 Mitglieder.
Zeitstrahl
- 1880Erbauung der Hofanlage Gut Engelshof
- Oktober 1944Luftmine explodiert im Innenhof, Wohnen unmöglich
- 1971Angehörige des Pächters geben die Landwirtschaft auf
- Mai 1976Abriss droht, Bürgerinitiative zum Erhalt gründet sich
- 1980Hofanlage wird am 1. Juli unter Denkmalschutz gestellt
- 1988Rat der Stadt Köln beschließt den Wiederaufbau
- 1994Wiedereröffnung als Bürgerzentrum am 7. Mai
- 2005Stadt Köln stoppt ihre finanzielle Unterstützung
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