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Hofanlage Fettenhof

Vierkanthof in Köln-Bocklemünd, ab 1170 urkundlich erwähnt und rund drei Jahrzehnte Wohnstätte reisender Junghandwerker.

Neben der Bezeichnung Fettenhof ist die Anlage auch als Maximinenhof und Jungfrauenhof überliefert.

Auf einen Blick

Art
Hofanlage als Vierkanthof mit zwei straßenseitigen Giebeln
Lage
Stadtteil Bocklemünd, Stadtbezirk Ehrenfeld
Denkmal
eingetragenes Baudenkmal, Nummer 390
Besonderheit
in Stein gemeißeltes Kölner Wappen am rechten Giebel
Nutzfläche der Wohnungen
54 m² bis 179 m²
Heutige Nutzung
Wohnungseinheiten
Wusstest du?

Der Fettenhof diente ab 1976 als Ausbildungsstätte der Compagnons du Devoir und beherbergte zeitweise bis zu 70 deutsche und französische Handwerksgesellen, die dort gemeinsam am Gebäude arbeiteten und ihre Techniken austauschten.

Geschichte

Der Fettenhof wurde ab 1170 urkundlich erwähnt und lag damals im Besitz des Kölner Klosters St. Maximin. Um 1820 entstand die Hofanlage mit Stallungen neu. Bocklemünd, eine ländliche Ansiedlung, wurde 1888 nach Köln eingemeindet. Der Name setzt sich zusammen aus „Fetten“, einer Bezeichnung für Stäbe zur Absperrung von Gerichts- und Versammlungsstätten, sowie „Hof“ für den zuständigen Oberhof, der als Ort für Zusammenkünfte, Verhandlungen und Gerichtssitzungen diente.

© Mabit1 · CC BY-SA 4.0

Junghandwerker aus zwei Ländern

Die Stadt Köln verpachtete den Fettenhof 1976 an die Compagnons du Devoir, eine Vereinigung von Junghandwerkern. Sie renovierten die Anlage und schufen innerhalb eines Jahres Unterkünfte für rund 20 Bewohner; zeitweise wohnten bis zu 70 Handwerker dort. Deutsche und französische Gesellen – Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Schreiner, Klempner und Raumausstatter – kamen für ein Jahr oder länger, tauschten in Abendkursen Arbeitsmethoden aus und bereiteten sich teils auf Aufenthalte in Frankreich vor. 1981 entstand ein Förder- und Freundeskreis, der ihre Arbeit unterstützte.

© Mabit1 · CC BY-SA 4.0

Wandel im 21. Jahrhundert

Mit rückläufigen Zahlen der Wandergesellen geriet der Betrieb in den frühen 2000er Jahren unter Druck. 2006 verließen die Compagnons das Haus, ein Großteil des Inventars ging in französische Unterkünfte zurück. Zwischen 2008 und 2012 wurde der Fettenhof vollständig kernsaniert und zu Wohnungen mit 54 m² bis 179 m² Nutzfläche umgebaut.

© Mabit1 · CC BY-SA 4.0

Architektur

Am rechten Giebel liegt links das Eingangstor zum Vierkanthof. Der Giebel zeigt zwei Reihen oben leicht gerundeter Fenster für Erd- und Obergeschoss, darüber mittig zwei eng benachbarte Rundbogenfenster sowie ein weiteres im oberen Bereich. Zwischen den mittleren Obergeschossfenstern sitzt ein in Stein gemeißeltes Kölner Wappen. Wohnungseingänge befinden sich im linken Giebel und in weiteren Gebäudeteilen.

© Mabit1 · CC BY-SA 4.0

Denkmalschutz

Am 1. Juli 1980 wurde die Hofanlage unter der Nummer 390 in die Denkmalliste des Stadtteils Bocklemünd/Mengenich eingetragen.

© Velopilger · CC0

Zeitstrahl

  1. 1170
    Erste urkundliche Erwähnung des Fettenhofs
  2. um 1820
    Neuerrichtung der Hofanlage mit Stallungen
  3. 1976
    Verpachtung an die Compagnons du Devoir und Renovierung
  4. 1981
    Gründung des Förder- und Freundeskreises der Compagnons du Devoir
  5. 1980
    Eintragung in die Liste der Baudenkmäler (1. Juli)
  6. 2006
    Compagnons müssen den Fettenhof verlassen
  7. 2008–2012
    Kernsanierung und Umbau zu Wohnungseinheiten

Galerie

© Velopilger · CC0 · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-06

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