Märchensiedlung
Kölner Siedlung mit Straßennamen wie Siebenrabengasse und Drosselbartstraße, erbaut 1922–1929 nach Idealen der Gartenstadtbewegung.
Ursprünglich war für die Siedlung der Name „Siedlung Iddelsfeld“ vorgesehen. Ihre Häuser entstanden auf den früheren Ländereien des mittelalterlichen Rittergutes Iddelsfeld.
Auf einen Blick
- Art
- Wohnsiedlung mit 181 Einfamilienhäusern
- Lage
- teils in Holweide, teils in Dellbrück, südlich der Bergisch Gladbacher Straße
- Bauzeit
- 1922 bis 1929
- Bauherrin
- GAG Köln
- Architekten
- Manfred Faber, einzelne Bauten von Wilhelm Riphahn
- Hauptachse
- Märchenstraße
- Status
- Häuser fast ausnahmslos denkmalgeschützt
Die Kölner Märchensiedlung hatte zunächst keinen Kanalanschluss, weshalb ihre Häuser große Grundstücke brauchten: Das Schmutzwasser sollte auf dem Gelände versickern. Ursprünglich sollte sie außerdem „Siedlung Iddelsfeld“ heißen.
Wohnen wie im Märchen
Das „Märchenhafte“ zeigt sich in Straßennamen wie Siebenrabengasse oder Drosselbartstraße. Die zentrale, vertikal verlaufende Achse heißt Märchenstraße. Zugleich soll der Name die Idee vom „Wohnen wie im Märchen“ ausdrücken.
Entstehung und Planung
Die Siedlung entstand im Rahmen der rechtsrheinischen Stadterweiterung Kölns. Die Siedlungsbauten plante Manfred Faber (1879–1944), der im KZ Auschwitz ermordet wurde. Die Gesamtplanung reichte ursprünglich auch über eine Fläche südlich der Straßenbahntrasse bis zur Neufelder Straße, wurde jedoch nur zu einem Bruchteil umgesetzt. Die Ostseite der Märchenstraße erhielt etwas später Reihenhäuser nach einem anderen, eher mittelständischen Vorbild. Wichtige Eckgrundstücke blieben vorerst unbebaut und wurden erst viel später individuell bebaut.
Die Idee der Gartenstadt
Die Siedlung setzte Ideale der aus England stammenden Gartenstadtbewegung um: einen vorstädtischen, sozial ausgerichteten Wohnungsbau. Ziel war es zunächst, einfachen Bevölkerungsgruppen preiswerte Familienheime anzubieten. Ab 1927 formierte sich die gemeinnützige Baugenossenschaft Iddelsfeld, die ihren Mitgliedern den Kauf der Häuser ermöglichen sollte.
Wissenswertes
Die großen Grundstücke erlaubten Kleintierhaltung und Gemüseanbau. Sie waren aber auch notwendig: Da kein Kanalanschluss bestand, sollte das Schmutzwasser auf dem Gelände versickern. Heute befinden sich die Häuser bis auf wenige Ausnahmen in Privatbesitz.
Zeitstrahl
- 1922–1929Bau der Märchensiedlung durch die GAG Köln südlich der Bergisch Gladbacher Straße
- ab 1927Gründung der gemeinnützigen Baugenossenschaft Iddelsfeld für den Hauserwerb
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Adresse
Märchen-Siedlung
51067 Köln
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