Bahnhof Köln-Dellbrück
Um 1900 brachten sonntags acht bis neun Extrazüge Ausflügler nach Dellbrück. Heute hält am Bahnhof an der Strecke nach Bergisch Gladbach die S 11.
Das alte Empfangsgebäude diente nicht nur der Bahn: Die Dellbrücker Bevölkerung nutzte es auch für Festlichkeiten.
Auf einen Blick
- Art
- Bahnhof an der Bahnstrecke Köln–Bergisch Gladbach
- Lage
- Stadtteil Dellbrück, Stadtbezirk Mülheim, rechtsrheinisches Köln
- Strecke
- 1868 von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet
- Heutiges Gebäude
- Glas- und Sichtbetonbau, bis 1981 errichtet
- Bahnsteige
- je 232 Meter lang und 76 cm hoch
- Anbindung
- S-Bahn-Linie 11, drei Buslinien
Als 1950 der Fußballverein Preußen Dellbrück bis ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft vorstieß, kamen sonntags mehrere Sonderzüge aus Reutlingen, Mannheim und Offenbach zum Bahnhof Dellbrück.
Das alte Empfangsgebäude
1870 wurde das Bahnhofsgebäude eingeweiht, auf einem Grundstück, das der Gemeinderat unentgeltlich überlassen hatte. Der zweigeschossige Bau im spätklassizistischen Rundbogenstil mit Schwebegiebel beherbergte neben den Bahneinrichtungen eine Gastronomie. Laut Presse fand dort am 24. März 1881 zum Geburtstag Kaiser Wilhelms I. ein Festessen statt; ein bengalisches Feuerwerk erleuchtete das geschmückte Gebäude. Am benachbarten Bahnübergang im Verlauf der Achse Dellbrücker Hauptstraße / Diepeschrather Straße gab es zunächst keine Schranken. Schwarzweiße Schilder forderten Fußgänger, Reiter sowie Treiber von Vieh- und Lasttieren auf, bei nahendem Zug zu halten, und drohten bei Verstößen Strafe an.
Pendler, Ausflügler und Fußballfans
Werktags fuhren Dellbrücker Arbeiter von hier zu den Fabriken in Deutz, Kalk und Mülheim. Sonntags war der Andrang noch größer, weil Ausflügler aus den nahen Städten kamen. 1902 entstand östlich des Personenbahnhofs ein Güterbahnhof, nachdem Industrie- und Handwerksbetriebe mit günstigem Bauland angeworben worden waren. 1908 kamen ein zweites Gleis und eine Straßenunterführung hinzu. Als der Fußballverein Preußen Dellbrück 1950 bis ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft vorstieß, trafen sonntags mehrere Sonderzüge aus Reutlingen, Mannheim und Offenbach ein.
Besitzwechsel, Krieg und Abriss
Am 1. Juni 1882 ging der Bahnhof mit der Verstaatlichung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft an das Königreich Preußen über. Bei einem Bombenangriff in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1943 wurde der Dachstuhl des Empfangsgebäudes schwer beschädigt. 1979 riss man das alte Gebäude ab und ersetzte es durch einen funktionalen Bau im zeittypischen Stil.
Gleise und Bahnsteige
Die S-Bahn hält an zwei elektrifizierten Durchgangsgleisen: an einem Seitenbahnsteig an Gleis 1 und einem Inselbahnsteig zwischen Gleis 2 und 3. Die Bahnsteige sind versetzt angeordnet und liegen sich nur auf gut 120 Metern direkt gegenüber. Ein stufenloser Einstieg in die Triebwagen der Baureihe 423 ist wegen der Bahnsteighöhe nicht möglich. Nördlich des Bahnsteigs Richtung Köln liegt ein weiteres elektrifiziertes Bahnsteiggleis, das Fahrgäste auf 210 Metern nutzen können. Knapp 500 Meter östlich beginnt ein eingleisiger Abschnitt bis Bergisch Gladbach.
Verkehr und Umsteigen
Die S 11 fährt montags bis samstags alle 20 Minuten, sonntags alle 30 Minuten. Die RB 24 (Eifel-Bahn), die sonst zwischen Kall, Euskirchen und Köln-Deutz verkehrt, nutzt das zusätzliche Bahnsteiggleis: Ein einzelner Morgenkurs wird an Schultagen bis Dellbrück verlängert und fährt von hier nach Köln Hbf zurück. Güterzüge der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) passieren den Bahnhof auf dem Weg zum Güterbahnhof Bergisch Gladbach. Umsteigen ist zu drei Buslinien möglich: Linie 154 der Kölner Verkehrs-Betriebe sowie Linien 435 und 436 der Wupsi. Zwei davon haben an der Haltestelle Dellbrück Hauptstraße Anschluss an die Stadtbahnlinien 3 und 18. Am kleinen Busbahnhof südlich des westwärtigen Bahnsteigs, der ohne Höhenunterschied in die Bussteige übergeht, fahren Linienbusse nach Köln-Dünnwald, Köln-Porz und Bergisch Gladbach ab.
Zeitstrahl
- 1868Eröffnung der Strecke Mülheim–Bergisch Gladbach durch die Bergisch-Märkische Eisenbahn
- 1870Einweihung des Bahnhofsgebäudes
- 1882Verstaatlichung: Bahnhof geht am 1. Juni an das Königreich Preußen über
- 1902Güterbahnhof östlich des Personenbahnhofs eingerichtet
- 1904Erweiterung des Bahnhofsgebäudes
- 1908Weitere Erweiterung, zweites Gleis und Straßenunterführung
- 1943Bombenschaden am Dachstuhl des Empfangsgebäudes (22./23. August)
- 1979Abriss des alten Empfangsgebäudes; Neubau bis 1981
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Quellen & Links
- Offizielle Webseite
- Offizielle Webseite (abgerufen 2026-10-25)
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