Bahnhof Köln-Bocklemünd
Ehemaliger Bahnhof, 1974 stillgelegt, an dem im November 1980 zur Papstmesse am Butzweilerhof für einen Tag noch einmal Züge hielten.
Der heute nur noch schwer erkennbare Bahnhof erlebte zwischen seiner Eröffnung 1899 und der Stilllegung Kriegszerstörung, Wiederaufbau und zuletzt einen kurzen Aufschwung durch die nahe gelegenen WDR-Studios.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliger Bahnhof
- Strecke
- Bahnstrecke Köln–Mönchengladbach, Streckenkilometer 5,6
- Lage
- unmittelbar an der Bundesstraße 59, im Süden von Bocklemünd/Mengenich, Stadtbezirk Ehrenfeld
- Eröffnung
- 1899
- Stilllegung
- Ende 1974
- Heutige Spuren
- mit Beton verfüllte Unterführung, Empfangsgebäude aus den 1950er Jahren
Im November 1980 hielten am längst stillgelegten Bahnhof Köln-Bocklemünd für einen einzigen Tag wieder Züge, weil wegen der Papstmesse am Butzweilerhof ein enormer Pilgeransturm herrschte.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Teile der Anlage zerstört. Direkt am Bahnhof verlief der Weg, auf dem die amerikanische Armee in die Kölner Innenstadt einrückte. Ob der Bahnhof wieder aufgebaut werden sollte, war bereits damals umstritten; die Entscheidung für eine erneute Inbetriebnahme fiel knapp. Das alte Empfangsgebäude entstand nicht neu, an seine Stelle trat ein kleinerer Neubau.
Aufschwung und Niedergang
Mit dem Bau der WDR-Studios Bocklemünd in den 1960er Jahren stiegen die Fahrgastzahlen noch einmal kurzzeitig an. Danach ging die Nachfrage zurück, vor allem durch die Verlängerung der Kölner Stadtbahn bis Bocklemünd und durch neue Busverbindungen. In den 1970er Jahren verschwand der Bahnhof fast vollständig aus dem Fahrplan. Bis 1974 hielten nur noch zu Stoßzeiten oder bei Fußballspielen des 1. FC Köln einzelne Regionalzüge.
Ein letzter Halt zur Papstmesse
Auch nach der Stilllegung kam der Bahnhof noch einmal zum Einsatz: Im November 1980 stoppten für einen einzigen Tag wieder Züge. Anlass war die Papstmesse am Butzweilerhof, zu der ein enormer Andrang von Pilgern herrschte.
Was heute übrig ist
Die Bahnsteige wurden abgerissen, die alte Unterführung ist vollständig mit Beton gefüllt. Das in den 1950er Jahren errichtete Empfangsgebäude wird inzwischen von einem Schrottplatz genutzt. Südlich davon, in Richtung Köln, lagen eine Verladerampe und eine Überholstelle, die bis in die 1990er Jahre in Betrieb waren. Ende der 1990er Jahre wurden die Gleise entfernt, die Rampe verschwand Mitte 2006.
Pläne für eine Reaktivierung
Laut einer Vorlage für die Verbandsversammlung des Zweckverbands go.Rheinland wird angestrebt, den Bahnhof als Haltepunkt zu reaktivieren. Voraussetzung ist ein S-Bahn-Verkehr auf der Strecke (Mönchengladbach – Grevenbroich –) Pulheim – Köln, der zum mittelfristigen Planungskonzept des NVR mit den Zielnetzen 2020 und 2030 gehört.
Zeitstrahl
- 1899Eröffnung des Bahnhofs
- Zweiter WeltkriegGroße Teile des alten Bahnhofs zerstört; Wiederaufbau mit kleinerem Neubau
- 1960erKurzer Passagierboom durch Neubau der WDR-Studios Bocklemünd
- 1974Bahnhof Ende 1974 komplett stillgelegt
- 1980Im November hielten für einen Tag wieder Züge (Papstmesse am Butzweilerhof)
- Mitte 1980erBahnhof abgerissen
- Ende 1990erGleise samt Überholstelle komplett entfernt
- Mitte 2006Verladerampe abgerissen
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