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© Nicola · CC BY-SA 3.0

Gut Mielenforst

Ehemaliger Rittersitz am Rand des Königsforsts, dessen Herrenhaus im Neorenaissancestil heute den Kern einer Wohnanlage bildet.

Der Name „Mielenforst“ soll sich vom keltischen „mil“ (weich, sumpfig) ableiten; unter dem Namen „Hofgut Mielenforst“ dient die Anlage heute als Eigentumswohnanlage.

Auf einen Blick

Art
Gutshof und ehemaliger Rittersitz, heute Eigentumswohnanlage
Lage
Kölner Stadtteil Dellbrück, Stadtbezirk Mülheim, am Eggerbach unweit des Mauspfads
Herrenhaus
errichtet 1883–85 im Stil der Deutschen Renaissance
Denkmalschutz
seit 1980 in der Denkmalliste der Stadt Köln (Nr. 669), Park seit 1959 unter Naturschutz
Umbau
bis 2003 zu einer Gewerbe- und 47 Wohneinheiten
Zugang
Gebäude, Hofgelände und Park sind nicht öffentlich zugänglich
Wusstest du?

Der spätere britische König Eduard VIII. besuchte Gut Mielenforst am 18. Januar 1919 als Prince of Wales, als dort die neuseeländische Rifle Brigade der Besatzungsmacht ihr Hauptquartier hatte.

Geschichte

Bereits 1196 wurde ein Konrad de Milinvorst als Truchseß des Grafen von Berg genannt; seit dem 13. Jahrhundert ist ein Geschlecht von Milenvorst bekannt. Im 15. Jahrhundert fiel der Besitz an die Grafen bzw. Herzöge von Berg zurück. 1596 war das Gut an einen Ritter von Heimbach genannt Hoen verpfändet. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts gehörte es der Familie von Steinen, die es bis 1774 hielt und 1711 ein neues Herrenhaus errichten ließ; danach wurde es Domänengut des Staates. 1822 erwarb der Kölner Jurist Friedrich Hohenschutz das Gut mit rund 350 Morgen Land.

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Die Familie Andreae

1882 kaufte der Textilindustrielle Paul Andreae aus Mülheim das inzwischen auf etwa 750 Morgen erweiterte Anwesen von Josephine, der Tochter Hohenschutz, und ihrem Ehemann Franz Wilhelm Freiherr von Saint-Remy zur Biesen. Andreae ließ die alte Hofanlage schrittweise niederlegen und durch Neubauten im Neorenaissancestil ersetzen; zugleich arrondierte er seinen Besitz mit Grundstücken in den Bürgermeistereien Merheim und Bensberg. 1904 wurde das Gut in einen Familienfideikommiss umgewandelt, 1909 erhob Kaiser Wilhelm II. die Familie Andreae in den erblichen Adelsstand.

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Die Hofanlage

Gut Mielenforst ist eine vierseitige Hofanlage: im Westen der Remisenflügel, im Norden Stall- und Lagergebäude, im Osten der Rinder- und Schafstall, im Süden Pächter- und Gesindehäuser sowie die Futtermühle. Das Herrenhaus an der Südwestecke ist durch das Haupttor mit dem Pächterhaus verbunden; eine weitere Toreinfahrt liegt an der Nordwestecke. Ausgrabungen um 2000 belegten, dass die Anlage früher nur die westliche Hälfte der heutigen Fläche einnahm.

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Das Herrenhaus

Das Herrenhaus entstand 1883–85 nach Entwürfen des Berliner Architekten Hans Grisebach im Stil der Deutschen Renaissance. Der zweigeschossige Putzbau mit Rotsandsteindetails besitzt einen Turm an der Südwestecke und eine nach Süden gerichtete Hauptfassade mit einer Loggia aus drei Rundbögen. Im Erdgeschoss liegen die Repräsentationsräume: der Speisesaal mit anschließendem Küchenflügel, das im Louis-seize-Stil gestaltete Damen- bzw. Musikzimmer sowie das Herrenzimmer mit dunkler Barockvertäfelung und eingebauten Bücherschränken. Die ursprüngliche Ausstattung wurde nach dem Tod der Hausherrin 1935 versteigert.

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Kriegsjahre

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte die New Zealand Rifle Brigade der britischen Besatzung hier ihr Hauptquartier; ein Foto belegt einen Besuch des späteren Eduard VIII. am 18. Januar 1919. Im Zweiten Weltkrieg diente das Gut als Flak-Leitstelle für das rechtsrheinische Köln. Aus Gründen der Flugsicherheit des Fliegerhorstes Köln-Ostheim wurde der Turm seines Helms beraubt und als Beobachtungsturm genutzt. Soldaten bemalten den Keller des Verwalterhauses mit Büroszenen, Flakgeschützen und einem Stadtpanorama Kölns; jenseits des Teichs entstand ein Tiefbunker. Das Gut überstand den Krieg weitgehend unbeschadet.

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Heute

1978 verkauften die Erben Andreae das Gut an die Stadt Köln, die es 1997 an eine Bauträgergesellschaft übertrug. Mit dem Auslaufen der Pacht endete 1999 die landwirtschaftliche Nutzung. Beim Umbau blieb das Herrenhaus weitgehend ungeteilt, die historische Dachlandschaft mit dem Helm des Eckturms wurde rekonstruiert. Mit dem Stadtkonservator sind regelmäßige Besichtigungen vereinbart, etwa am Tag des offenen Denkmals.

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Zeitstrahl

  1. 1196
    Konrad de Milinvorst als Truchseß der Grafen von Berg erwähnt
  2. 1596
    Verpfändung an einen Ritter von Heimbach genannt Hoen
  3. 1711
    Neues Herrenhaus durch die Familie von Steinen errichtet
  4. 1822
    Erwerb durch den Kölner Juristen Friedrich Hohenschutz
  5. 1882
    Kauf durch Textilindustriellen Paul Andreae
  6. 1883–85
    Bau des heutigen Herrenhauses nach Plänen von Hans Grisebach
  7. 1959
    Der Park wird unter Naturschutz gestellt
  8. 2003
    Umbau der Hofanlage zu Gewerbe- und 47 Wohneinheiten abgeschlossen

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-08

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