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© Nicola · CC BY-SA 3.0

Gut Schlagbaum

Ehemalige Wasserburg in Holweide – von der einstigen Anlage blieb nur ein Teil der Vorburg mit Eckturm, Torbogen und Adam-und-Eva-Relief; heute privates Wohn- und Künstlerdomizil.

Am Schlagbaumsweg im rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Holweide liegt Gut Schlagbaum, eine ehemalige Wasserburg. Von der ursprünglichen Anlage ist nur ein Teil der Vorburg erhalten – heute ein privates Wohn- und Künstlerdomizil, von außen sichtbar, aber ohne öffentliche Innenbesichtigung.

Auf einen Blick

Typ
ehemalige Wasserburg / Rittersitz
Ortsteil
Holweide, Schlagbaumsweg 1
Erhalten
Teil der Vorburg mit Eckturm und Toreinfahrt (16. Jahrhundert)
Besonderheit
Renaissance-Relief mit Adam und Eva über dem Tor
Nutzung heute
Privatbesitz, Wohnen und Domizil für freischaffende Künstler
Denkmalschutz
nein (wegen starker baulicher Veränderungen nach 1945)

Lage und Name

Das Gut liegt im Südwesten der Gemarkung Wichheim-Schweinheim. An seiner Ostseite fließt der Faulbach, der einst auch die Wassergräben speiste; er unterquert rund 300 Meter nördlich den Strunder Bach. Gut Schlagbaum gehört damit zu einer Reihe von Wasserburgen und wasserumwehrten Rittersitzen in diesem Umfeld – rund 700 Meter westlich liegt Haus Herl, gut 1200 Meter nördlich die Isenburg. Der ursprüngliche Name „zum Lacher Broch“ verweist auf die früher sumpfigen Bodenverhältnisse; der spätere Name „Schlagbaum“ geht auf eine Zollhebestelle an der Grenze des Herzogtums Berg zum kurkölnischen Amt Deutz zurück.

© Nicola · CC BY-SA 3.0

Geschichte

Die Überlieferung ist lückenhaft. Schon vor 1600 trug das Gut auch den Namen „Schiederichs Güter“, nach der seit dem 12. Jahrhundert in Köln nachweisbaren Familie Schiderich. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts waren die Güter dem Fronhof Rolshoven in Deutz lehnspflichtig, der wiederum der Benediktinerabtei St. Pantaleon gehörte; zugleich unterstanden die Eigentümer dem Herzog von Berg. Über Heiraten wechselte das Gut durch mehrere Kölner Familien – von den Mylius und Mulartz zu den Suderman, deren Linie 1639 ausstarb, und weiter an die Familie von Deutz. 1741 verkaufte Anna Margaretha Constantia von Deutz das Gut für 2.000 Taler an ihren Cousin Johannes Christoph Joseph Rensing.

© Nicola · CC BY-SA 3.0

Vom Landgut zum Künstlerhaus

Im 19. Jahrhundert saßen unter anderem die Familie Krein und später der Kölner Ziegelfabrikant Johann Baptist Wahlen auf dem Anwesen, der es als Sommerwohnung nutzte; in den 1890er Jahren entstand gegenüber eine Ringofenziegelei. In den frühen 1920er Jahren ging der Besitz an die Stadt Köln über. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten zunächst ehemalige polnische Zwangsarbeiter in dem kriegsbeschädigten Anwesen. 1950 übergab die Stadt das Areal vier Kunsthandwerkern als Erbbauberechtigten, die die Schäden beseitigten und die Gebäude wiederherstellten – das abgebrannte Gutshaus wurde dabei nicht wieder aufgebaut. Als landwirtschaftliches Gut war Schlagbaum bei seiner geringen Größe (1764: 58 Morgen) nie bedeutend und wurde bereits im 17. Jahrhundert als Pachtgut bewirtschaftet.

© Nicola · CC BY-SA 3.0

Architektur

Erhalten ist ein Teil der Vorburg mit Eckturm und Toreinfahrt aus dem 16. Jahrhundert. Über dem Tor sitzt ein Renaissancerelief, das Adam und Eva zeigt, gerahmt von Kartuschwerk und Fruchtgehängen – vermutlich in Anspielung auf angrenzende Flur- und Straßennamen mit dem Wort „Paradies“. Daneben ein Fenster mit Steinpfosten im selben Baustil. Wo einst eine Zugbrücke lag, ist noch erkennbar, doch von den Wassergräben fehlt heute jede Spur. Wegen der starken baulichen Veränderungen nach 1945 steht das Gut nicht unter Denkmalschutz.

© Nicola · CC BY-SA 3.0

Galerie

© Nicola · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Karte

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Adresse

Schlagbaumsweg 1
51067 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-20

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