Hardtmühle
Die Hardtmühle in Köln-Dellbrück diente nacheinander als Pleiß-, Öl- und Gipsmühle und erzeugt heute Strom, wenn die Strunde genügend Wasser führt.
Die Hardtmühle gehörte zum Hardthof, dessen älteste bekannte Bezeichnung „Mühlenhof“ lautet. Dieser Name und die Bezeichnung „Mühlenstatt“ für das Grundstück deuten darauf hin, dass dort schon vor 1340 eine Mühle stand.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Wassermühle an der Strunde
- Lage
- Köln-Dellbrück, Stadtbezirk Mülheim
- Frühere Eigentümerin
- Johanniterkommende Herrenstrunden
- Zerstörung
- Brand im Oktober 1811
- Antrieb nach dem Neubau
- unterschlächtiges Wasserrad
- Heute
- zur Stromerzeugung umgebaut
Die Hardtmühle an der Strunde war im Lauf der Jahrhunderte nacheinander Pleißmühle zum Polieren von Harnischen, Öl- und Pulvermühle, Kohlenmühle und schließlich Gipsmühle, in der unter anderem Gips für Heiligenfiguren des Klosters Maria Laach hergestellt wurde; heute erzeugt sie bei genügend Wasser in der Strunde Strom.
Unter den Johannitern
Der Hof zählte zu den Besitzungen der Kommende Herrenstrunden. Gobelin von Gierath und seine Frau Udela hatten vom Orden die Mühlenstatt und dreiviertel Morgen Ackerland in erbliche Pacht erhalten. Am 24. Juni 1340 verpflichteten sie sich, dort eine Mühle für Korn aller Art zu errichten. Eine Urkunde von 1532 nennt eine Pleißmühle, in der Harnische poliert wurden. Ab 1597 betrieb der Pächter Johann Reinhard von Malmentier hier eine Öl- und Pulvermühle; da die Pulvermühle seit 1668 nicht mehr erwähnt wird, ist von einer reinen Ölmühle auszugehen.
Brand und Neubau
Nach der Aufhebung der Kommende im Zuge der Säkularisation 1806 ging die Mühle in staatlichen Besitz über. Ein Feuer legte sie 1811 in Schutt und Asche. Die Domänendirektion verkaufte den Bauplatz meistbietend mit der Auflage, eine neue Mühle zu bauen. Ab 1814 gehörte er Heinrich Moll aus Mülheim, der erneut eine Ölmühle errichtete, ausgestattet mit zwei Ölpressen.
Wechselnde Besitzer
Moll schenkte die Mühle 1854 seinen sechs Kindern, die sie nach dem Tod der Eltern 1863 versteigern ließen. Der Miterbe Eduard Moll erwarb sie und veräußerte sie 1873 samt Zubehör, Wohngebäuden und Grundstücken an den Feilenfabrikanten Eduard Karl Kind aus Strunden. Kind ließ dort zunächst Schwarzmehl aus Kohle herstellen, was sich nicht lohnte.
Gips und Alabaster
1875 verpachtete Kind die Mühle an den Kölner Bürger Karl Paffrath, der sie als Gips- und Alabastermühle nutzte. Kind sicherte sich jedoch das Recht, in den Nachtstunden von sieben Uhr abends bis sieben Uhr morgens eine Schleiferei zu betreiben. Die Familie Paffrath stellte bis nach dem Zweiten Weltkrieg Gips für die Fertigung von Heiligenfiguren her, zum Beispiel im Benediktinerkloster Maria Laach. Später wechselte sie zu hochwertigen Gipsen für Zahntechnik und Verbände. Als Gipsmühle lief die Anlage noch bis in die 1980er Jahre.
Strom aus der Strunde
Nach dem Ende der Gipsherstellung wurde die Mühle umgebaut, um Strom zu erzeugen. Führt die Strunde ausreichend Wasser, wird dort bis heute Strom gewonnen.
Zeitstrahl
- 1340Gobelin von Gierath erhält Mühlenstatt und verpflichtet sich zum Mühlenbau
- 1532Mühle als Pleißmühle zum Polieren von Harnischen erwähnt
- 1597Neuverpachtung an Johann Reinhard von Malmentier; Öl- und Pulvermühle
- 1806Johanniterkommende aufgehoben; Mühle geht in staatlichen Besitz über
- 1811Brand zerstört die Mühle vollständig
- 1814Heinrich Moll wird Eigentümer und baut neue Ölmühle
- 1873Verkauf an Eduard Karl Kind; zunächst Kohlenmühle
- 1875Verpachtung an Karl Paffrath; Betrieb als Gips- und Alabastermühle
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