Kölner Ratsturmfiguren – 124 Skulpturen am Rathausturm
124 Figuren am Kölner Rathausturm erzählen in mehreren Generationen die Stadtgeschichte – von Fürsten und Zünften bis zu den Schutzheiligen des „Kölner Himmels".
Am Turm des Kölner Rathauses verteilen sich über fünf Geschosse insgesamt 124 Figuren, die im Lauf von über hundert Jahren mehrfach erneuert und neu konzipiert wurden.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Standort
- Ratsturm des Kölner Rathauses
- Anzahl
- 124 Figuren
- Frühere Neugestaltung
- neue Figuren zwischen 1891 und 1901 in Auftrag gegeben, angeregt vom Archivdirektor Hansen
- Materialien im Wandel
- Baumberger Sandstein, Heilbronner Sandstein, Muschelkalk, Weiberner Tuff, zuletzt Savonnières-Kalkstein
- Frauenanteil (Nachkriegsprogramm)
- 18 von 124 dargestellten Persönlichkeiten
- Kosten Nachkriegsprogramm
- rund 2,5 Millionen DM
- Aktueller Bestand
- dritte Generation, komplett seit November 2008
- Literatur
- Kier/Ernsting/Krings (Hrsg.), Köln: Der Ratsturm, J. P. Bachem Verlag, 1996
Die ursprünglichen Figuren
Der einst reiche und viel gerühmte Figurenschmuck des Turms war bereits gegen Ende des 17. Jahrhunderts durch Witterung stark beschädigt. Wen diese frühen Figuren darstellten, ist nicht überliefert. Zum Übergang ins 19. Jahrhundert erhielten sich nur noch Reste: der Figurenschmuck des Portals, den man am Ende des 18. Jahrhunderts mit baldachinartigen Abdeckungen geschützt hatte, sowie eine daneben stehende Ritterfigur.
Die Erneuerung um 1900
Auf Vorschlag des Direktors des Historischen Archivs der Stadt Köln, Hansen, wurden zwischen 1891 und 1901 neue Figuren in Auftrag gegeben. Der Rat schrieb dafür einen Wettbewerb aus, bei dem für jedes Turmgeschoss eine Figurengruppe nach einem festgelegten Ordnungsprinzip zu entwerfen war: Fürsten und Erzbischöfe im Erdgeschoss, Vertreter der Geschlechterherrschaft und der Zünfte in den mittleren Geschossen, Künstler und Wissenschaftler darüber und schließlich die Schutzheiligen im obersten Geschoss.
Aus dem Wettbewerb von 1893 gingen die ersten neun Figuren hervor, geschaffen von Johann Degen, Alexander Iven, Peter Kürten und Heinrich Schmitz aus Baumberger Sandstein. 1900 übernahm die Kölner Bildhauervereinigung unter Wilhelm Albermann die 71 Figuren der oberen Geschosse, die aus Heilbronner Sandstein bis 1902 fertiggestellt wurden. Einschließlich der von Peter Kribben geschaffenen Baldachine beliefen sich die Kosten auf 72.978 Mark. Die Erdgeschossfiguren waren schon 1925 so beschädigt, dass sie nach einem weiteren Wettbewerb aus Muschelkalk ersetzt wurden.
Zerstörung und Neukonzeption nach 1945
Rathaus und Ratsturm wurden im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe fast vollständig zerstört; im Trümmerhaufen blieben allein die Figuren der Südseite erhalten. Ab 1959 wurde der Rathauskomplex wiederaufgebaut, und im Februar 1975 stand der Turm „in alter Form" wieder – zunächst ohne Figuren.
Ab 1981 erarbeitete eine Historikerkommission über fünf Jahre ein neues Skulpturenprogramm. Es sollte die Stadtgeschichte bis in die Gegenwart abbilden, aber weder lebende noch „negative" Personen zeigen. Das Grundkonzept wurde 1986 beschlossen: Persönlichkeiten bis zum Ende des Mittelalters im Erdgeschoss, chronologisch aufsteigend für das Ansehen der Stadt bedeutende Personen in den drei folgenden Geschossen und Schutzpatrone im obersten.
Streit um die Frauen und Umsetzung
In der entscheidenden Stadtratssitzung meldete die Fraktion Die Grünen erhebliche Einwände an, vor allem, weil im gesamten Programm nur fünf Frauen vorgesehen waren. Im Oktober 1987 lag eine überarbeitete Liste mit nun 18 Frauen unter den 124 Persönlichkeiten vor, die der Rat im Januar 1988 verabschiedete. Neun Bildhauerinnen und 48 Bildhauer fertigten die Skulpturen aus Weiberner Tuff, einem Vulkanstein aus der Eifel; fünf alte Figuren wurden restauriert übernommen. Finanziert wurden sie durch Stiftungen, die Kosten lagen bei 2,5 Millionen DM. 1995 war diese dritte Generation vollständig aufgestellt.
Die heutigen Figuren
Zur besseren Haltbarkeit hatten die Tuff-Figuren eine Acrylharzvolltränkung nach dem „Ibach-Verfahren" erhalten. Diese Versiegelung führte jedoch bald zu großen Schäden, sodass die Figuren abgenommen werden mussten. Anfang 2008 begannen Bildhauer, exakte Kopien aus französischem Savonnières-Kalkstein zu fertigen. Seit November 2008 zieren wieder alle 124 Figuren den Ratsturm.
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Adresse
Rathausplatz
50667 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-22
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