Dom-Hotel Köln – ein Grand Hotel am Roncalliplatz im Wandel
Direkt neben dem Kölner Dom liegt das Dom-Hotel, eines der ältesten Grand Hotels Europas. Derzeit ist es geschlossen und wird hinter der erhaltenen Fassade komplett neu gebaut – die Wiedereröffnung als Althoff Dom Hotel Köln ist für 2027 geplant.
Wer heute über den Roncalliplatz zum Dom schlendert, geht an einer Baustelle mit prominenter Adresse vorbei: dem Dom-Hotel, laut Quelle eines der ältesten Grand Hotels Europas. Hinter der geschützten Fassade entsteht gerade ein komplett neues Haus.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Lage
- Roncalliplatz (früher Domhof) unmittelbar am Kölner Dom, Stadtteil Altstadt-Nord
- Status
- aktuell geschlossen, seit 2019 im Komplettabriss und Neubau
- Hotelgeschichte
- erste Gäste um 1840, offizielle Eröffnung als „Dom-Hotel" 1857
- Heutiger Altbau
- dritter Hotelbau von 1893, nach Kriegszerstörung vereinfacht wiederaufgebaut
- Eigentümerin
- Bayerische Versorgungskammer
- Geplante Wiedereröffnung
- 2027 als „Althoff Dom Hotel Köln", Teil des neuen Dom-Carrés
- Neubau
- 130 Zimmer, 18 Suiten, zweigeschossiger Handelsbereich, Skybar im neuen Dachgeschoss
Vom Marktplatz zum Hotel
Der Platz an der Westseite des Doms – damals Domhof, seit 1971 Roncalliplatz – war lange ein Marktplatz mit Verkaufsständen und Krambuden. Im Mittelalter standen hier mehrere Gebäude, darunter der „Kamphof" und das steinerne Anwesen „zum Palast". Der Name „Kamphof" geht auf gerichtlich angeordnete Zweikämpfe zurück, die ab 1169 auf dem Domhof stattfanden und als eine Art Gottesurteil galten, wenn direkte Beweise für Schuld oder Unschuld fehlten. Später zog in die Nachbarhäuser die Buchdruckerei der Familie Quentell ein; das Haus „zum Palast" ist sogar auf Anton Woensams berühmter Kölner Stadtansicht von 1531 zu erkennen. Kamphof und Palast wurden vor 1779 abgerissen.
Auf dem Grundstück entstand 1779 ein Ballsaal für Winterkonzerte – neben dem Gürzenich der einzige größere Saal dieser Art in Köln. Aus dem Ballhaus wurde später eine Weinwirtschaft, in der Johann Peter Lempertz Konzerte, aber auch Kuriositäten wie „Gläserne Menschen" zur Schau stellte. 1839 erwarb der Hotelier und Weinwirt Albert Harff das Anwesen; um 1840 konnten im „Hôtel du Dôme" die ersten Gäste übernachten. Harff richtete Konzerte, Maskenbälle und Karnevalssitzungen aus – am 1. Januar 1842 fand hier die erste Sitzung der neuen „Großen Karnevalsgesellschaft" statt. Am 3. März 1848 versammelten sich im „Saale Harff" im Rahmen der Märzrevolution mindestens 500 Kölner Demokraten.
Die drei Dom-Hotels
1857 verkaufte Harff an den Straßburger Ignatz Theodor Metz, der den Komplex umbauen ließ und am 28. November 1857 das „Dom-Hotel" eröffnete. Metz kaufte nach und nach Nachbarhäuser hinzu, ersetzte eines 1860 durch das „Café du Dôme" – einen Treffpunkt von Politikern, Künstlern und Literaten – und vergrößerte so das Hotel Stück für Stück.
Ende 1885 stürzte die Decke des großen Bankettsaals wegen statischer Fehlberechnungen einer früheren Aufstockung ein, ohne dass jemand verletzt wurde. Das zweite Dom-Hotel wurde daraufhin im Stil der italienischen Renaissance mit einer zehnbögigen Arkade neu errichtet und 1886 eröffnet. Nur wenige Jahre später folgte der dritte Bau: Zwischen 1890 und 1893 entstand nach Plänen von Heinrich Joseph Kayser und Karl von Großheim das heutige Gebäude – auf Drängen des Dombau-Vereins so, dass der inzwischen vollendete Dom weniger verdeckt wurde. Die Eröffnung fand am 15. April 1893 statt.
Berühmte Gäste und bewegte Geschichte
Mit der Nähe zum Hauptbahnhof (ab 1859) und zur Hohenzollernbrücke (ab 1911) wuchs das Geschäft. Im Kaiserreich wurde das Dom-Hotel – neben dem Excelsior Hotel Ernst auf der anderen Seite des Doms – zur traditionellen Adresse der Kölner Hautevolee. Kaiser Wilhelm II. wohnte mehrfach hier, und 1916 nutzte die Tänzerin und Spionin Mata Hari das Haus für ein Spionage-Treffen.
Auch die dunkelsten Kapitel der Stadt hinterließen Spuren: Im März 1944 wurde der Hoteldirektor und Regimekritiker Roland Metz im Dachstuhl der Nord-Kuppel erhängt aufgefunden.
Zerstörung und Wiederaufbau
Die Bombenangriffe vom 2. März 1945 zerstörten das Hotel weitgehend – nur drei Zimmer blieben bewohnbar. Der Wiederaufbau zog sich von 1947 bis 1952. Dabei verzichtete man auf das frühere Dach mit seinen Kuppeln und Türmen und setzte stattdessen ein Flachdach auf, das den Blick auf den Dom weniger stören sollte. Das Haus blieb zunächst in Familienhand: Bis 1984 führte Edgar Lührs, ein Urenkel von Theodor Metz, die Geschäfte.
Aktueller Komplettumbau
2001 übernahm die Kölner Immobiliengruppe Lammerting die Mehrheit, 2010 ging das Haus an die Bayerische Versorgungskammer. Ab 2013 sollte der Altbau modernisiert und als Fünf-Sterne-Plus-Hotel der Althoff Hotel Collection wiedereröffnet werden; zum 1. Juni 2013 wurden alle Mitarbeiter entlassen. Bei der Sanierung tauchten jedoch umfangreiche Baumängel auf, die die Eigentümerin schließlich zum Komplettabriss aller nicht denkmalgeschützten Gebäudeteile bewegten.
Seit 2019 wird das Gebäude bis auf die denkmalgeschützte Fassade und ein historisches Treppenhaus abgerissen und innen völlig neu gebaut. Das neue Haus soll 130 Zimmer und 18 Suiten bekommen, dazu einen zweigeschossigen Handelsbereich im Erdgeschoss und eine Skybar im neu aufgesetzten Dachgeschoss. Weil der Roncalliplatz für Autos gesperrt ist, erreichen anreisende Gäste das Hotel über die Tiefgarage unter der Domplatte. Die Wiedereröffnung wurde mehrfach verschoben und ist derzeit für 2027 als „Althoff Dom Hotel Köln" im Rahmen des neuen Dom-Carrés geplant. Ein dauerhaft verschwundener Ort ist das Dom-Hotel also nicht – eher ein Grand Hotel im aufwändigen Übergang.
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-24
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