Zum Inhalt springen
stuff to do in.cologne
© Olbertz · CC BY-SA 3.0

Wahner Heide

Ausgedehntes Naturschutzgebiet östlich von Köln mit einem seltenen Mosaik aus trockenen Dünen und feuchten Mooren – auf markierten Wegen frei zugänglich.

Outdoor Kostenlos

Östlich von Köln, gleich neben dem Flughafen Köln/Bonn, liegt mit der Wahner Heide eine der bemerkenswertesten Naturlandschaften der Region. Auf engstem Raum treffen hier trockene Sanddünen und feuchte Moore aufeinander – ein Kontrast, der eine ungewöhnlich große Artenvielfalt hervorbringt.

Auf einen Blick

Fläche
rund 47 km² Heidegebiet, davon etwa 37 km² Naturschutzgebiet (im engeren Sinne)
Lage
östlich von Köln, zwischen Köln-Porz (Wahn), Rösrath, Lohmar und Troisdorf
Schutzstatus
Naturschutzgebiet seit 1931, Teil von Natura 2000 und als Vogelschutzgebiet anerkannt
Landschaft
kleinräumiger Wechsel aus sehr trockenen Dünen und sehr feuchten Senken
Artenvielfalt
rund 700 hier vorkommende Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste
Eigentum
seit 2013 im Besitz der DBU Naturerbe, gesichert für Naturschutz und Bevölkerung
Zugang
ganzjährig kostenlos, ausschließlich auf dem markierten Wegenetz

Landschaft & Natur

Die Wahner Heide ist der südliche Teil der Bergischen Heideterrasse, einer rechtsrheinischen Mittelterrasse, die sich acht bis zehn Meter über die westlich angrenzende Niederterrasse erhebt. Ihre Besonderheit liegt im engen Nebeneinander gegensätzlicher Lebensräume. Nach der Eiszeit türmte der Wind Sande zu Dünen auf; auf diesen versickert das Wasser trotz reichlicher Niederschläge so schnell, dass hier Trockenrasen, Heideflächen sowie Kiefern- und Eichenwälder gedeihen. In den Senken sammelt sich das Wasser dagegen zu Heidemooren, Moor- und Auwäldern, ergänzt durch Gewässer wie den Quarzitsteinsee, den Kronenweiher oder die Tongrube. Aus diesem Mosaik erklärt sich der große Artenreichtum: Etwa 700 der hier lebenden Arten gelten als gefährdet.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Militärische Geschichte

Schon 1817 nutzte das preußische Militär die Heide als Artillerieschießplatz, weshalb sie lange als „Schießplatz Wahn" bekannt war. In beiden Weltkriegen diente sie als Truppenübungsplatz, Flugfeld und Kriegsgefangenenlager. Vor dem Zweiten Weltkrieg legte die Luftwaffe hier einen Fliegerhorst an, dessen Start- und Landebahnen die Royal Air Force ab 1945 ausbaute – die Grundlage des heutigen Flughafens Köln/Bonn, der 1957 vollständig für den zivilen Verkehr freigegeben wurde. Von 1953 bis 2004 übten die belgischen Streitkräfte in der Heide, und bis heute nutzt die Bundeswehr Teile als Standortübungsplatz Wahn. Die militärische Sperre hatte auch eine Kehrseite zum Guten: Weil weder Wohn- noch Gewerbebauten möglich waren, konnte sich die Natur in weiten Teilen ungestört entwickeln.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Heidepflege heute

Eine Heide ist keine unberührte Wildnis, sondern eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft – viele seltene Arten überleben erst durch ihre Pflege. Die Sandböden taugten nie für den Ackerbau und wurden bis ins 19. Jahrhundert vor allem als Viehweide genutzt. Nach dem Abzug der belgischen Streitkräfte wurde eine traditionelle Heidewirtschaft wieder aufgebaut: Rund 300 Ziegen weiden in den Sommermonaten vor allem im Norden und halten den Wald zurück, ergänzt von etwa 50 Glanrindern, deren Beweidung zugleich diese seltene Rinderrasse erhält.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Naherholung & Zugang

Nach Protesten der Bevölkerung wurde das 1967 erklärte Sperrgebiet ab 1978 an Wochenenden für Erholungssuchende geöffnet; seit 2004 ist die Wahner Heide an jedem Wochentag zugänglich. Unmittelbar nördlich schließt das Naturschutzgebiet Königsforst an, sodass sich weiträumige Touren anbieten. Der Zugang ist kostenlos.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Wichtiger Sicherheitshinweis

Durch die frühere militärische Nutzung ist die Heide vielerorts noch mit Munition belastet. Aus diesem Grund gilt: unbedingt auf dem markierten Wegenetz bleiben. Entsprechende Tafeln weisen ausdrücklich auf die Gefahr hin und mahnen, die Wege nicht zu verlassen. Im Süden ist zudem ein Teil weiterhin militärischer Sicherheitsbereich (Standortübungsplatz der Bundeswehr), der nicht unbefugt betreten werden darf.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Galerie

© Helleborusniger · CC BY-SA 3.0 · Commons
© aachim3 · CC BY 3.0 · Commons
© aachim3 · CC BY 3.0 · Commons
© Ela Jordanien · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Joschi71 · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Jörg Keller · CC BY-SA 4.0 · Commons

Karte

Öffnungszeiten

So: 00:00–24:00

Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe

Merheimer Heide

Rechtsrheinisches Kölner Naherholungsgebiet aus den Plänen für den Äußeren Grüngürtel — Wiesen, Wäldchen und viele Sportanlagen.

Aachener Weiher

4,5(460)· Google

In den 1920ern angelegter Stadtsee im Inneren Grüngürtel Kölns — gesäumt von Biergarten, ostasiatischer Kunst und dem Hiroshima-Nagasaki-Park.

Adenauerteich

seit 1957
5,0(1)· Google

Nierenförmiger Brunnenteich im Rheinpark, 1957 zur Bundesgartenschau angelegt – benannt nach dem Rosenzüchter Konrad Adenauer, mit Kronenbrunnen und Wasserfontänen.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-01

Wie diese Seite entsteht

Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.

Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.

Fehlt etwas oder stimmt etwas nicht?

Hilf mit, die Seite besser zu machen — schlag eine Änderung oder einen neuen Ort vor.