Wahner Heide
Ausgedehntes Naturschutzgebiet östlich von Köln mit einem seltenen Mosaik aus trockenen Dünen und feuchten Mooren – auf markierten Wegen frei zugänglich.
Östlich von Köln, gleich neben dem Flughafen Köln/Bonn, liegt mit der Wahner Heide eine der bemerkenswertesten Naturlandschaften der Region. Auf engstem Raum treffen hier trockene Sanddünen und feuchte Moore aufeinander – ein Kontrast, der eine ungewöhnlich große Artenvielfalt hervorbringt.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Fläche
- rund 47 km² Heidegebiet, davon etwa 37 km² Naturschutzgebiet (im engeren Sinne)
- Lage
- östlich von Köln, zwischen Köln-Porz (Wahn), Rösrath, Lohmar und Troisdorf
- Schutzstatus
- Naturschutzgebiet seit 1931, Teil von Natura 2000 und als Vogelschutzgebiet anerkannt
- Landschaft
- kleinräumiger Wechsel aus sehr trockenen Dünen und sehr feuchten Senken
- Artenvielfalt
- rund 700 hier vorkommende Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste
- Eigentum
- seit 2013 im Besitz der DBU Naturerbe, gesichert für Naturschutz und Bevölkerung
- Zugang
- ganzjährig kostenlos, ausschließlich auf dem markierten Wegenetz
Landschaft & Natur
Die Wahner Heide ist der südliche Teil der Bergischen Heideterrasse, einer rechtsrheinischen Mittelterrasse, die sich acht bis zehn Meter über die westlich angrenzende Niederterrasse erhebt. Ihre Besonderheit liegt im engen Nebeneinander gegensätzlicher Lebensräume. Nach der Eiszeit türmte der Wind Sande zu Dünen auf; auf diesen versickert das Wasser trotz reichlicher Niederschläge so schnell, dass hier Trockenrasen, Heideflächen sowie Kiefern- und Eichenwälder gedeihen. In den Senken sammelt sich das Wasser dagegen zu Heidemooren, Moor- und Auwäldern, ergänzt durch Gewässer wie den Quarzitsteinsee, den Kronenweiher oder die Tongrube. Aus diesem Mosaik erklärt sich der große Artenreichtum: Etwa 700 der hier lebenden Arten gelten als gefährdet.
Militärische Geschichte
Schon 1817 nutzte das preußische Militär die Heide als Artillerieschießplatz, weshalb sie lange als „Schießplatz Wahn" bekannt war. In beiden Weltkriegen diente sie als Truppenübungsplatz, Flugfeld und Kriegsgefangenenlager. Vor dem Zweiten Weltkrieg legte die Luftwaffe hier einen Fliegerhorst an, dessen Start- und Landebahnen die Royal Air Force ab 1945 ausbaute – die Grundlage des heutigen Flughafens Köln/Bonn, der 1957 vollständig für den zivilen Verkehr freigegeben wurde. Von 1953 bis 2004 übten die belgischen Streitkräfte in der Heide, und bis heute nutzt die Bundeswehr Teile als Standortübungsplatz Wahn. Die militärische Sperre hatte auch eine Kehrseite zum Guten: Weil weder Wohn- noch Gewerbebauten möglich waren, konnte sich die Natur in weiten Teilen ungestört entwickeln.
Heidepflege heute
Eine Heide ist keine unberührte Wildnis, sondern eine vom Menschen geprägte Kulturlandschaft – viele seltene Arten überleben erst durch ihre Pflege. Die Sandböden taugten nie für den Ackerbau und wurden bis ins 19. Jahrhundert vor allem als Viehweide genutzt. Nach dem Abzug der belgischen Streitkräfte wurde eine traditionelle Heidewirtschaft wieder aufgebaut: Rund 300 Ziegen weiden in den Sommermonaten vor allem im Norden und halten den Wald zurück, ergänzt von etwa 50 Glanrindern, deren Beweidung zugleich diese seltene Rinderrasse erhält.
Naherholung & Zugang
Nach Protesten der Bevölkerung wurde das 1967 erklärte Sperrgebiet ab 1978 an Wochenenden für Erholungssuchende geöffnet; seit 2004 ist die Wahner Heide an jedem Wochentag zugänglich. Unmittelbar nördlich schließt das Naturschutzgebiet Königsforst an, sodass sich weiträumige Touren anbieten. Der Zugang ist kostenlos.
Wichtiger Sicherheitshinweis
Durch die frühere militärische Nutzung ist die Heide vielerorts noch mit Munition belastet. Aus diesem Grund gilt: unbedingt auf dem markierten Wegenetz bleiben. Entsprechende Tafeln weisen ausdrücklich auf die Gefahr hin und mahnen, die Wege nicht zu verlassen. Im Süden ist zudem ein Teil weiterhin militärischer Sicherheitsbereich (Standortübungsplatz der Bundeswehr), der nicht unbefugt betreten werden darf.
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-01
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