Senftöpfchen
Kölner Kabarett- und Kleinkunsttheater, das seit den 1970ern jungen Talenten als Sprungbrett dient und über Deutschland hinaus bekannt wurde.
Das Senftöpfchen ist ein Kabarett- und Kleinkunsttheater in der Kölner Altstadt, dessen Ruf über Deutschland hinausreicht. Aus dem kleinen Haus gingen seit den 1970er Jahren zahlreiche Karrieren der Kabarett- und Comedy-Szene hervor.
Auf einen Blick
- Art
- Kabarett- und Kleinkunsttheater
- Stadtteil
- Köln-Altstadt (Altstadt-Nord, Innenstadt)
- Gegründet
- 1959, Eröffnung am 5. März in der Pipinstraße
- Seit 1986
- in der Großen Neugasse
- Saal (seit 1986)
- 174 Sitzplätze auf 94 m² (Parkett und Balkon), Bühne 35 m²
- Finanzierung
- ohne öffentliche Mittel
Das Senftöpfchen war die Geburtsstätte von Alfred Bioleks TV-Talkshow: 1973 präsentierte er hier sein neues Format „Wer kommt, kommt vor" – Alexandra Kassen stimmte zu, obwohl sie keine Ahnung hatte, was eine Talkshow ist. Der WDR übernahm das Format später als „Kölner Treff", der bis heute läuft.
Vom Münchner „Stachelschwein“ nach Köln
Fred und Alexandra Kassen hatten zuvor in München-Schwabing die Künstlerkneipe „Stachelschwein“ betrieben, aus deren Umfeld die Münchner Lach- und Schießgesellschaft hervorging. Im Februar 1959 zogen sie nach Köln und brachten ein kleines Ensemble mit. In der Stadt gab es damals sieben Theater, aber kein Kabarett – diese Lücke füllten sie und eröffneten am 5. März 1959 in der Pipinstraße das Senftöpfchen. Geplant war ein kleines Theater der Aktualität mit Ironie, Satire und Zeitkritik; darauf verweist der Name. Fred Kassen wirkte zugleich als Texter, Komponist, Regisseur, Pianist und Direktor.
Programm der frühen Jahre
Auf der Bühne standen literarisch-politisches Kabarett, erotische „Chansons extra-ordinaire“ von Helen Vita und ab 1976 die anfangs riskante Travestie-Show „Folies Parisiennes“. Zu den Auftretenden zählten unter anderem Dieter Hildebrandt und Hanns Dieter Hüsch. 1975 gaben die Kölner Karnevalsgruppen Bläck Fööss und Höhner hier Konzerte.
Sprungbrett für Talente
Nach dem Tod Fred Kassens 1972 führte Alexandra Kassen die Arbeit fort und machte die Nachwuchsförderung zum Hauptziel. Im Senftöpfchen begannen oder spielten unter anderem Harald Schmidt, Jürgen von der Lippe und Dieter Nuhr. Im November 1976 trat Wolf Biermann kurz nach seiner Ausbürgerung aus der DDR auf. 1973 stellte Alfred Biolek hier sein Live-Talkshow-Format vor, das der WDR 1976 als „Kölner Treff“ übernahm.
Heute
1986 zog das Theater in die Große Neugasse um. Auf dem Programm stehen weiterhin Kabarett, Comedy, Chansonabende und Kleinkunst.
Zeitstrahl
- 1955Ehepaar Kassen gründet Künstlerkneipe Stachelschwein in München-Schwabing
- 1958Fred Kassen verkauft Programm der Münchner Lach- und Schießgesellschaft
- 1959Eröffnung des Senftöpfchen am 5. März in der Pipinstraße, Köln
- 1972Tod von Fred Kassen; Alexandra Kassen führt das Theater weiter
- 1973Alfred Biolek startet Live-Talkshow „Wer kommt, kommt" im Senftöpfchen
- 1976Wolf Biermann tritt nach seiner DDR-Ausbürgerung im Senftöpfchen auf
- 1986Umzug in die Große Neugasse (174 Plätze, 35 m² Bühne)
- 2005Stephan Masur beginnt sein Varietéspektakel im Senftöpfchen zu produzieren
Galerie
Karte
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Adresse
Große Neugasse 2-4
50667 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 17:00–20:00
Di: 17:00–20:00
Mi: 17:00–20:00
Do: 17:00–20:00
Fr: 17:00–20:00
Sa: 17:00–20:00
So: 17:00–20:00
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizieller Instagram-Account (@senftoepfchen_theater)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 243270309)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-24)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27
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