Funkhaus Wallrafplatz
Ältestes WDR-Gebäude in Köln, das direkt neben dem Dom zwei öffentliche Konzertsäle mit über 200 Konzerten im Jahr beherbergt.
Das Funkhaus Wallrafplatz ist das älteste Gebäude des Westdeutschen Rundfunks in Köln. Neben zahlreichen Hörfunkstudios beherbergt es zwei öffentlich zugängliche Konzertsäle in unmittelbarer Nähe zum Dom.
Auf einen Blick
- Lage
- Wallrafplatz 5, Kölner Altstadt-Nord, unweit des Doms
- Eröffnung
- feierlich am 21. Juni 1952 (Richtfest bereits Februar 1949)
- Architekt
- Peter Friedrich Schneider
- Betreiber
- Westdeutscher Rundfunk (WDR)
- Sendesäle
- Großer Sendesaal (650 Plätze) und Kleiner Sendesaal (160 Plätze)
- Nutzung
- Hörfunkproduktion sowie über 200 Konzerte und Veranstaltungen pro Jahr
- Denkmalschutz
- seit dem 28. Oktober 1994
- Besucher
- rund 70.000 pro Jahr
Geschichte
Der Bau zählte zu den ersten großen Vorhaben im kriegszerstörten Köln und ging auf eine Initiative des NWDR-Intendanten Hanns Hartmann zurück. Ab 1948 entstand das Funkhaus an der Stelle des ausgebrannten Hotels Monopol (1899/1900 nach Plänen von Ludwig Paffendorf); aus Kosten- und Materialgründen wanderten rund 25 Prozent der alten Bausubstanz in den Neubau. Zur Eröffnung am 21. Juni 1952 kamen Bundespräsident Theodor Heuss und 700 weitere Gäste. Mit sieben Geschossen und 16.000 Quadratmetern galt das Haus damals als eines der modernsten Europas. Am Abend des 25. Dezember 1952 lief von hier die erste Kölner Fernsehsendung, und 1953 tagte der Deutsche Bundestag einmalig im Großen Sendesaal, weil der Bonner Plenarsaal umgebaut wurde.
Architektur
Die gegliederte Travertin-Fassade und die verglasten Arkaden im Erdgeschoss prägen das Äußere. Das geschwungene Innere setzt sich bewusst von der Architektur des Nationalsozialismus ab und zeigt viele Details im Stil der 1950er Jahre, darunter die Treppenhausverglasungen von Ludwig Gies und Georg Meistermann sowie Wandmalereien von Anton Wolff. Damit das Läuten der Petersglocke des Doms nicht störte, wurden die acht Sendesäle mit schallstreuendem Schweizer Birnbaum verkleidet und mit 50 Zentimeter dicken Wänden schalldicht gebaut.
Die Sendesäle
Der Große Sendesaal ging am 19. Oktober 1951 in Betrieb, wurde vom Bildhauer Ludwig Gies gestaltet und bietet Platz für 650 Besucher und 150 Musiker. Er verfügt über eine große Klais-Konzertorgel und trägt heute den Namen des früheren Intendanten Klaus von Bismarck. Als erster großer Konzertsaal im Nachkriegs-Köln ist er bis heute Schauplatz von jährlich mehr als 200 Konzerten und Veranstaltungen. Der Kleine Sendesaal fasst 160 Zuschauer und ist ganzjährig mit Konzerten belegt.
Musikgeschichte
Zum Eröffnungskonzert dirigierte Igor Strawinsky am 8. Oktober 1951 die deutsche Erstaufführung seiner Symphonies d'instruments à vent — zugleich der Auftakt der Reihe Musik der Zeit. Aus dem Großen Sendesaal wurden in der Folge bedeutende Werke uraufgeführt, etwa Karlheinz Stockhausens Gesang der Jünglinge (1956) sowie Kompositionen von Hans Werner Henze und Bernd Alois Zimmermann (1958).
Wissenswertes
Berühmt ist der Paternosteraufzug, den Heinrich Böll in seiner Erzählung Doktor Murkes gesammeltes Schweigen verewigte; heute dürfen ihn nur noch Mitarbeitende nutzen. Im Erdgeschoss befand sich von 1997 bis 2012 das Café Campi des Kölner Gastronomen Gigi Campi, seither firmiert die Gaststätte als Funkhaus. Überregional bekannt machte den Ort die Kinderfernsehserie Der Spatz vom Wallrafplatz, die von 1969 bis 1976 in 36 Folgen lief.
Galerie
Karte
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Adresse
Wallrafplatz 5
50667 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 07:30–20:00
Di: 07:30–20:00
Mi: 07:30–20:00
Do: 07:30–20:00
Fr: 07:30–20:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-08-11)
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- Wikipedia (abgerufen 2026-08-11)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-11
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