St. Kolumba
„Madonna in den Trümmern" – aus den Ruinen einer im Krieg zerstörten gotischen Pfarrkirche, heute umschlossen vom Museum Kolumba.
St. Kolumba zählte zu den größten Pfarrkirchen Kölns. Aus den Kriegsruinen der gotischen Kirche entstand eine Marienkapelle, die heute vollständig vom Kunstmuseum des Erzbistums umschlossen wird.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemalige Pfarrkirche, heute Marienkapelle im Museumsbau
- Erste Erwähnung
- 980
- Lage
- Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Besonderheit
- Kapelle „Madonna in den Trümmern" in den Kriegsruinen
- Architekt der Kapelle
- Gottfried Böhm
- Betreuung
- Franziskaner-Minoriten, Sendungsraum Köln-Mitte
- Status
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
In der Kirche befand sich einst der berühmte Columba-Altar von Rogier van der Weyden – eines der bedeutendsten Werke der altniederländischen Malerei überhaupt. Auf dem Kirchengrund lagen zudem 40 Grablegen Kölner Bürgermeister.
Von der romanischen zur gotischen Kirche
Als die Kirche 980 zum ersten Mal genannt wurde, war sie noch eine kleine einschiffige Anlage, die der Domkirche unterstand; erst danach erlangte sie als Pfarrei Eigenständigkeit. Im 12. Jahrhundert erweiterte man den romanischen Vorgängerbau auf drei Schiffe, im 15. Jahrhundert auf fünf Schiffe als spätgotische Hallenkirche. Während des 17. Jahrhunderts erhielt der Chor ein Gewölbe, und der Innenraum wurde dem barocken Geschmack angeglichen.
Bedeutende Kunstwerke
Unter den hier verwahrten Tafeln der altniederländischen und altkölner Malerei fanden sich der Columba-Altar von Rogier van der Weyden, der Bartholomäusaltar des Meisters des Bartholomäus-Altars sowie der Wasservass'sche Kalvarienberg. Zwei vermutlich von hier stammende Beichtstühle stehen mittlerweile in St. Gereon in Köln-Merheim.
Das Kirchspiel
Mit seiner Ausdehnung über Kolumba-, Herzog-, Brücken-, Breite und Hohe Straße sowie die Glockengasse rangierte der Pfarrbezirk unter den größten der Stadt. Für ihre Gottesdienste griff die 1388 nebenan gegründete alte Kölner Universität auf die Kirche zurück; im Boden ruhten zudem 40 Grablegen Kölner Bürgermeister.
Zerstörung und Kapelle
Bomben des Zweiten Weltkriegs legten die Kirche nahezu vollständig nieder, während eine mittelalterliche Marienstatue kaum Schaden nahm. Um diese Figur herum errichtete Gottfried Böhm ab 1947 in den Trümmern eine Kapelle und benannte sie nach ihr „Madonna in den Trümmern". 2007 ging sie in den Neubau des Diözesanmuseums über.
Kapelle im Museumsbau
Heute schließt der moderne Bau des Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums Köln – die Kapelle ringsum ein. Erreichbar bleibt sie allein über einen eigenen Zugang an der Südseite in der Brückenstraße. Das Bauwerk steht zwischen Kolumbastraße im Westen, Minoritenstraße im Norden und dem Kolumbahof im Osten.
Die Bärin am Eingang
Überliefert wird, dass eine Bärin die heilige Kolumba von Sens, eine jungfräuliche Märtyrerin des Jahres 274, gerettet habe. Diese Erzählung griff Gottfried Böhm auf und formte daraus eine Bärenskulptur, die von einem Vorsprung über dem Eingang auf die Kapelle blickt.
Zeitstrahl
- 980Erste urkundliche Erwähnung der Kirche St. Kolumba
- 12. JahrhundertErweiterung zur dreischiffigen romanischen Kirche
- 15. JahrhundertUmbau zur fünfschiffigen spätgotischen Hallenkirche
- 17. JahrhundertEinwölbung des Chors und Barockisierung des Innenraums
- 1939–1945Kirche im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört
- 1947Marienkapelle „Madonna in den Trümmern" in den Ruinen errichtet
- 2007Kapelle in den Neubau des Kolumba-Kunstmuseums integriert
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27





