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© Chris06 · CC BY-SA 4.0

St. Bernhard (Longerich)

St. Bernhard ist eine katholische Filialkirche im Kölner Stadtteil Longerich, 1961 nach Plänen von Fritz Lill errichtet. Seit einem Umbau 2021 dient ihr Langhaus als Depot des Erzbistums, während ein verkleinerter Gottesdienstraum weiterhin genutzt wird.

St. Bernhard ist eine römisch-katholische Filialkirche im linksrheinischen Kölner Stadtteil Longerich. Der 1961 fertiggestellte Bau gehört zum Pfarrverband Longerich/Lindweiler und wurde 2021 baulich neu geordnet: Ein Teil des Innenraums dient seither als kirchliches Depot.

Auf einen Blick

Stadtteil
Longerich (linksrheinisches Köln)
Architekt
Fritz Lill
Fertigstellung
1961
Patrozinium
Bernhard von Clairvaux, Gründer des Zisterzienserordens
Baumaterial
roter Backstein über T-förmigem Grundriss
Funktion heute
aktive Filialkirche mit verkleinertem Gottesdienstraum, Langhaus als Depot
Besonderheit
freistehender Rundturm mit Bernhard-Figur auf einer Weltkugel
Wusstest du?

Unter den 36 Bleiglasfenstern von 1961 finden sich neben Schöpfungsmotiven auch technische Bilder wie ein Düsenflugzeug, Stromleitungen und das Brüsseler Atomium.

Das kannst du hier erleben

  • Den freistehenden Rundturm mit der Bernhard-Figur auf der Weltkugel betrachten
  • Das Arche-Noah-Relief am Eingang von Elisabeth Baumeister-Bühler entdecken
  • Das große runde Bronzekreuz von Blasius Spreng im Gottesdienstraum ansehen
  • Auf das Glockengeläut achten, das auf die Nachbarkirchen abgestimmt ist

Geschichte

Die Pfarrgemeinde St. Bernhard wurde am 1. Januar 1959 gegründet, die Grundsteinlegung folgte am 2. Oktober 1960. Weihbischof Wilhelm Cleven konsekrierte die Kirche am ersten Adventssonntag, dem 3. Dezember 1961. Geweiht wurde sie dem heiligen Bernhard von Clairvaux, dem Gründer des Zisterzienserordens; zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war sie der größte Nachkriegs-Kirchenbau in der Erzdiözese Köln.

Gemeinsam mit dem Pfarrzentrum bildete St. Bernhard den Mittelpunkt der sogenannten Katholikentagssiedlung, deren erster Spatenstich 1956 während des 77. Deutschen Katholikentags in Köln erfolgte. Die Siedlung galt damals als eine der kinderreichsten Europas. Erster Pfarrer war Johannes Sporer, ab 1971 leitete Georg Biesenbach die Gemeinde. 2002 entstand mit der Nachbargemeinde Christ König eine neue Pfarrei, in der St. Bernhard zur Filialkirche wurde; seit 2010 gehört der Kirchort zur gemeinsamen Pfarrei unter dem Patronat der Longericher Alt-Gemeinde St. Dionysius.

© Peter Liebetrau (ixiter) · CC BY 3.0

Architektur

Entsprechend dem schlichten Ideal der Zisterzienser gestaltete Fritz Lill einen einfachen roten Backsteinbau mit hohem Rundturm. Der Baukörper nimmt die Form einer Arche auf, worauf auch ein Relief der Arche Noah am Eingang verweist, das die Bildhauerin Elisabeth Baumeister-Bühler schuf. Der freistehende Glockenturm mit einer auf einer Weltkugel stehenden Bernhard-Figur geht auf einen Entwurf des Kölner Bildhauers Elmar Hillebrand zurück.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Ausstattung

Taufbecken und Tabernakel stammen vom Gold- und Silberschmied Hein Wimmer; der Kupferdeckel des Taufbeckens trägt eine Taube als Symbol des Heiligen Geistes. Die östliche Wand hinter dem Altar prägt ein großes rundes Bronzekreuz von Blasius Spreng aus München. Die 36 Bleiglasfenster von 1961 fertigte Hein Derich aus Kevelaer nach Entwürfen von Wilhelm Schmitz-Steinkrüger; sie zeigen Motive der Schöpfung wie Blumen, Bäume, Tiere, Berge, Sonne, Mond und Sterne, aber auch der Technik – darunter ein Düsenflugzeug, Stromleitungen und das Brüsseler Atomium. Die 1967 von der Bonner Firma Johannes Klais gebaute Orgel besitzt 36 Register, drei Manuale und Pfeifen aus Kupfer; ihr Prospekt ist asymmetrisch angeordnet. Das vierstimmige Geläut von Petit & Edelbrock aus Gescher ist klanglich auf die Nachbarkirchen St. Dionysius und Christ König abgestimmt.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Umbau und Nutzung heute

St. Bernhard ist weiterhin eine aktive Filialkirche, wurde 2021 jedoch räumlich verändert. Durch den Einbau einer im stumpfen Winkel gesetzten Trennwand wurde das Langhaus vom Gottesdienstraum abgetrennt; dieser beschränkt sich seither auf den verkleinerten Chorbereich. Das abgetrennte Langhaus dient nun als Depot des Erzbistums für sakrale Gegenstände profanierter Kirchen im Kölner Raum. Infolge des Umbaus wurde das Taufbecken in den nördlichen Teil der Kirche versetzt, und der größere Teil der Bleiglasfenster ist heute nicht mehr frei zugänglich oder sichtbar.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-29

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