Heilig Geist (Köln-Weiden)
Katholische Kirche der 1960er-Jahre in Weiden: ein geschlossener Backsteinbau mit umlaufendem Fensterband, das über dem Altar in einer Spitze zusammenläuft.
Der Bau entstand, weil die Marienkirche von 1927 – ursprünglich als Notkirche gedacht – dem Bevölkerungswachstum des Stadtteils Ende der 1960er Jahre nicht mehr genügte.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Katholische Kirche
- Lage
- Stadtteil Weiden, Stadtbezirk Lindenthal
- Baujahr
- 1966 bis 1970
- Architekt
- Bernhard Rotterdam (Büro Rotterdam)
- Bauweise
- Polygonaler Backsteinbau mit hohem Turm
- Besonderheit
- Umlaufendes Fensterband, das über dem Altar in einer Spitze zusammenläuft
Obwohl die Kirche seit Mai 1970 gottesdienstlich genutzt wurde, erfolgte die offizielle Weihe erst über zwei Jahre später am 17. September 1972 durch Weihbischof Augustinus Frotz.
Geschichte
Die Kirche gehört zur Pfarrgemeinde St. Marien, heute St. Franziskus. Der Auftrag an das Büro Rotterdam verband die räumlichen Vorgaben nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil mit dem Wunsch, dem Empfinden des modernen Menschen Rechnung zu tragen, ohne experimentelle Formen zu wählen. Nach dem Grundstückskauf und ersten Planungen 1965 begann der Bau. Genutzt wurde das Gebäude bereits ab Mai 1970, die Weihe durch Weihbischof Augustinus Frotz erfolgte am 17. September 1972. Das umgebende Pfarrzentrum wurde bis 1977 fertiggestellt. In den Wikipedia-Angaben ist von den Architekten Bernhard und Bernd Rotterdam die Rede, während die gesicherten Strukturdaten allein Bernhard Rotterdam nennen.
Baukörper und Turm
Der geschlossene, polygonale Backsteinbau öffnet sich nur durch ein Fenster an der Traufe und das rundum laufende Fensterband, das vom Dach mit einer kronenartigen Bleiverkleidung gefasst wird. Die Dachfläche fällt zunächst bis zur breitesten Stelle des Baukörpers ab, steigt danach wieder an und erreicht ihren höchsten Punkt über dem schmal hervortretenden Chor. An der Portalseite kragt der Treppenaufgang zur Orgelempore mit zwei kleinen Fenstern heraus. Der hohe Turm auf rechteckigem Grundriss ist in Ziegelbauweise ausgeführt und etagenweise durch horizontale Betonstreifen gegliedert; ihm schmiegt sich ein zweigeschossiges zylindrisches Treppenhaus an. Seine Spitze bildet eine leichte Einkerbung, die an allen vier Seiten in senkrechte Schlitzöffnungen über drei Geschosse übergeht.
Innenraum
Hinter dem Eingangsportal mit Betonrelief liegt eine Vorhalle, über der die Orgelempore von vier schlanken Stützen getragen wird. Von hier gelangt man zum Taufort in einer niedrigen Werktagskapelle, einem eingeschossigen Anbau mit runder Lichtkuppel, sowie zur Marienkapelle im Turm. Zum Chor senkt sich der Boden ab, wodurch die erhöhte Altarnische betont wird. Vier statisch nicht zwingend nötige Betonsäulen gliedern den Raum um die Gemeinde – was dem Ziel, die Gemeinde um den Altar zu versammeln, entgegensteht. Helle Tuffsteine und eine holzverkleidete, aufsteigende Decke prägen den Raum; an der Altarrückwand verbreitert sich das Fensterband zu einer nach unten weisenden Spitze.
Ausstattung
Der Bildhauer Sepp Hürten schuf den Altartisch aus grauem Marmor, Tabernakel, Ambo und Priesterbänke sowie die Wetterfahne und das Betonrelief über dem Portal. Gegenüber dem Tabernakel steht eine barocke Madonna, das Taufbecken von Gerhard Biermann stammt von 1983. Die bleiverglasten Fenster in Antik- und Opalglas gestaltete Ludwig Schaffrath in den 1990er Jahren; seine abstrakte Komposition mündet in der Assoziation eines Auges. Ausgenommen sind drei kleine quadratische Scheiben unbekannter Herkunft in der Marienkapelle. Die zweimanualige Orgel mit 27 Registern von 1981 stammt aus der Werkstatt Romanus Seifert, ihr Prospekt wurde vom Architekten entworfen. Das vierstimmige Bronzegeläut der Glockengießerei Mabilon wurde 1974 eingebaut; seine Schlagtöne sind d1–f1–g1–b1.
Zeitstrahl
- 1927Marienkirche als Notkirche errichtet
- 1965Grundstückskauf und erste Vorplanungen
- 1966Baubeginn der Heilig-Geist-Kirche
- 1970Erste gottesdienstliche Nutzung des Gebäudes
- 1972Offizielle Weihe durch Weihbischof Augustinus Frotz
- 1974Einbau des vierstimmigen Bronzegeläuts
- 1977Fertigstellung des Pfarrzentrums
- 1981Bau der zweimanualigen Orgel
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