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© Tohma · CC BY-SA 4.0

St. Marien (Köln-Weiden)

St. Marien ist eine katholische Pfarrkirche im Kölner Stadtteil Weiden, 1927 nach Plänen von Alois Böll und Otto Neuhaus erbaut. Der Bau gilt als gut erhaltenes Beispiel des rheinischen Expressionismus der 1920er Jahre und steht seit 1983 unter Denkmalschutz.

St. Marien ist eine katholische Pfarrkirche im Kölner Stadtteil Weiden. Der 1927 errichtete Saalbau verbindet die Tradition schlichter Dorfkirchen mit den Formen des rheinischen Expressionismus und ist im Außenbau nahezu unverändert erhalten.

Auf einen Blick

Typ
Katholische Pfarrkirche
Stadtteil
Köln-Weiden
Baujahr
1927
Architekten
Alois Böll und Otto Neuhaus
Baustil
Rheinischer Expressionismus der 1920er Jahre
Denkmalschutz
seit 9. März 1983 (Denkmalliste Nr. 1336)
Bauform
Freistehender Saalbau mit Dachreiter und Choranbau
Wusstest du?

Die Chorfenster zeigen einen Pelikan, der seine Jungen mit dem eigenen Blut nährt – ein altes Sinnbild für Christus.

Das kannst du hier erleben

  • Die zweigeschossige Portalrahmung mit Madonnenfigur und die originale rote Holztür betrachten
  • Die expressionistischen Fenster von Fritz Schaefler von 1927 entdecken, darunter die Vaterunser-Illustrationen und die Chorfenster mit Pelikan- und Eucharistie-Symbolen
  • Den fünfjochigen Kirchensaal mit Tonnengewölbe und gekragten Wandpfeilern erkunden
  • Die erhaltene sitzende Madonna von Franz Albermann aus dem Jahr 1926 ansehen

Geschichte

Weiden gehörte bis weit ins 20. Jahrhundert zur Bürgermeisterei Lövenich im Landkreis Köln, und auch die Katholiken des Ortes waren zunächst der dortigen Kirchengemeinde zugeordnet. 1903 gründeten sie einen eigenen Kirchbauverein. Wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage entstand der Bau des Büros Böll und Neuhaus eher als Notkirche; ab dem 2. Oktober 1927 fanden hier Gottesdienste statt. Von 1930 bis 1963 war St. Marien Rektoratspfarre, ehe sie auch rechtlich zur Pfarrgemeinde erhoben wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 1947 Schäden repariert, und im Nachgang zum Zweiten Vatikanischen Konzil folgte eine umfassende Sanierung. Am 9. März 1983 kam die Kirche unter der Nummer 1336 in die Denkmalliste der Stadt Köln.

© Tohma · CC BY-SA 4.0

Architektur

Der kleine, ursprünglich freistehende Saalbau steht mit seiner Eingangsseite in einer Flucht mit den benachbarten Wohnhäusern und trägt einen kleinen, aber markanten Dachreiter. Über Vorhalle und Saal erstreckt sich ein einfaches Walmdach. Auffälligstes Element neben dem Dachreiter ist die zweigeschossige Portalrahmung: Sie überragt leicht die Traufe, ist im Obergeschoss mit horizontalen Ziegelstreifen versehen und zeigt in der Mitte eine Madonnenfigur in dreieckiger Rahmung. Links und rechts des Portals sitzen je zwei übereinanderliegende Rundfenster mit kräftiger Backsteineinfassung; die rote Holztür ist im Original erhalten. An der gegenüberliegenden Seite schließt ein schmaler Choranbau mit eigenem, niedrigerem Walmdach an.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Innenraum

Das weiß verputzte Innere ist einem Traditionalismus neobarocker Prägung verpflichtet. Hinter dem niedrigen Eingangsraum unter der Orgelempore öffnet sich der fünfjochige Kirchensaal, den gekragte Wandpfeiler gliedern. Aus dem zentralen Tonnengewölbe führen Stichkappen zu den seitlichen Fenstern. Einige Stufen leiten in den erhöht und zurückliegenden Chor, dessen Öffnung dunkel gerahmt ist und der durch zwei seitliche Rundfenster belichtet wird. An den Wänden vor dem Chor sind noch die Standorte der vorkonziliaren Seitenaltäre erkennbar, wo heute Tabernakel und Marienfigur stehen.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Ausstattung

Bei der Umgestaltung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1966 wurden einzelne Elemente weiterverwendet: Teile des früheren Hochaltars gingen in das Tabernakel ein, und das alte Hochaltarkreuz dient bis heute als Altarkreuz. Es stammt vom Bildhauer Eduard Schmitz aus dem Jahr 1927; der Altartisch selbst schuf Sepp Hürten in der Nachkriegszeit. Aus der Bauzeit erhalten sind auch Osterleuchter, Ewiges Licht sowie die sitzende Madonna von 1926 von Franz Albermann. Sämtliche Fenster gestaltete 1927 der expressionistische Künstler Fritz Schaefler; sie sind zu großen Teilen im Original erhalten, wurden aber teils 1948 mit Kathedralglas erneuert. Die vier Rundfenster der Portalwand zeigen Heiligenporträts, die seitlichen Fenster illustrieren Sätze des Vaterunsers. Die Chorfenster zeigen einen seine Jungen nährenden Pelikan als Christussymbol sowie Kelch, Hostie, Ähren und Trauben als Zeichen der Eucharistie. Vom zweistimmigen Geläut wurde eine Glocke der Gießerei Mabilon von 1927 im Krieg zerstört und 1956 erneuert; die Schlagtöne sind d2–f2.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Galerie

© Chris06 · CC BY-SA 4.0 · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-29

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