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© Chris06 · CC BY-SA 4.0

St. Laurentius (Köln-Lindenthal)

Ein schlichter Ziegelkubus von Emil Steffann in Lindenthal, seit 2019 profaniert und künftig als Universitäts-Hörsaal genutzt. Die 1961/62 erbaute Kirche gilt als bemerkenswerter Beitrag der Kölner Nachkriegsarchitektur.

St. Laurentius in Köln-Lindenthal ist eine ehemalige katholische Pfarrkirche, die zwischen 1961 und 1962 nach Entwürfen des Architekten Emil Steffann entstand. Seit 2019 ist der Bau profaniert – er dient nicht mehr als Gottesdienstort und soll künftig von der Universität zu Köln als Hörsaal genutzt werden.

Auf einen Blick

Architekt
Emil Steffann
Bauzeit
1961–1962, Weihe 1966
Patrozinium
Heiliger Laurentius von Rom
Denkmalschutz
seit 17. April 2001 (Denkmalliste Nr. 8534)
Auszeichnung
einer der ersten Kölner Architekturpreise (1967)
Status
seit 13. November 2019 profaniert
Künftige Nutzung
Hörsaal der Universität zu Köln
Wusstest du?

Die Wände von St. Laurentius bestehen aus Trümmerziegeln – Baumaterial aus den Ruinen des Zweiten Weltkriegs –, und im Zentrum des Atriums fließt ein Brunnen als Symbol der vier Paradiesströme in alle vier Himmelsrichtungen.

Das kannst du hier erleben

  • Die schlichte Kubusarchitektur aus Trümmerziegeln von außen betrachten
  • Das Atrium mit dem Brunnen der vier Paradiesströme entdecken
  • Den Bau als Beispiel preisgekrönter Kölner Nachkriegsmoderne einordnen
  • Die künftige Umnutzung zum Universitäts-Hörsaal verfolgen

Geschichte einer Gemeinde ohne Kirche

Die Gemeinde St. Laurentius bestand bereits seit 1924, doch über Jahrzehnte fehlte ihr ein eigenes Gotteshaus – gefeiert wurde in der Kapelle des Lindenthaler Hildegardis-Krankenhauses. Erst ab 1959 wurde der Neubau mitsamt Pfarrzentrum vorangetrieben. Am 28. Mai 1961 legte man den Grundstein, ab dem 4. November 1962 fanden erste Gottesdienste statt, und am 6. Februar 1966 nahm Weihbischof Augustinus Frotz die feierliche Weihe vor.

Ab 1985 ließ die Nutzung nach. Nach der Fusion mehrerer Lindenthaler Pfarrgemeinden zur neuen Pfarrei St. Stephan stellte man 2014 den Antrag auf Profanierung. Ein letzter Gottesdienst fand am 22. Oktober 2017 statt, ehe Erzbischof Rainer Maria Woelki die Kirche am 13. November 2019 entwidmete.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Ein geschlossener Kubus

Von außen wirkt St. Laurentius wie ein karger Würfel: fast fensterlose Wände aus Trümmerziegeln, ein metallverkleideter Dachabschluss und darunter eine schmale Lichtfuge auf drei Seiten. Nur eine einzelne Glocke verrät, dass es sich um eine Kirche handelt. Ein Atrium mit überdachtem Umgang verbindet den Bau mit den Pfarrgebäuden; im Zentrum liegt ein Brunnen im Boden, dessen Wasser als Sinnbild der vier Paradiesströme in die vier Himmelsrichtungen fließt.

Das Innere ist ein säulenloser Saal mit unverputzten Ziegelwänden, dessen Boden sich zum leicht erhöhten Altar hin senkt. Das diffuse Licht wird von einem kreisrunden 24-flammigen Radleuchter ergänzt, der bewusst mit der kubischen Raumform kontrastiert. Ein winziges Fenster in der Altarwand nimmt das Ewige Licht auf.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Kunst und Ausstattung

Das Portal schuf Theo Heiermann, den großen Radleuchter von 1962 fertigte Karl Otto Lüfkens. Die liturgischen Objekte – Tabernakel, Altartisch, Ambo und Osterleuchter – entwarf Klaus Balke. Deutlich älter sind das Altarkreuz aus dem 15. Jahrhundert und eine schwäbische Madonnenfigur um 1500. Den Grundstein mit der Darstellung des Martyriums des Heiligen Laurentius und den Atriumboden gestaltete der Bildhauer Jochem Pechau. Die Glocke von 1961 stammt von Petit & Gebr. Edelbrock, die einmanualige Orgel mit 15 Registern lieferte Leo Verschueren 1967 aus den Niederlanden.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Galerie

© Chris06 · CC BY-SA 4.0 · Commons
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© GeorgDerReisende@Vicuna · CC BY-SA 4.0 · Commons

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-28

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