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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© Superbass · CC BY-SA 3.0

Sicherheitshafen

Schutzhafen aus der Franzosenzeit nördlich der Kölner Altstadt: 1813 eröffnet, 1895/96 zugeschüttet. Heute liegen dort Ebertplatz und Theodor-Heuss-Ring.

Auslöser für den Hafen war das Eishochwasser vom Februar 1784. Damals erreichte der Rhein in Köln mit 13,84 Metern nach heutigem Pegel seinen höchsten jemals verzeichneten Stand.

Auf einen Blick

Art
ehemaliger Schutzhafen gegen Hochwasser und zur Überwinterung von Rheinschiffen
Weitere Namen
Thürmchenshafen, Franzosenhafen, Napoleonhafen, Port de l’Empereur
Lage
nördlich der Kölner Altstadt bei Rheinkilometer 689,4; heute Neustadt/Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Größe
etwa 500 m lang, im Durchschnitt 50 m breit
Bau
ab Mai 1811, Eröffnung 1813, vollständiger Ausbau 1840
Geplante Kapazität
50 größere und 140 kleinere Schiffe
Ende
1895/96 zugeschüttet
Wusstest du?

Der Kölner Sicherheitshafen wurde als Schutz vor Eishochwasser geplant, das 1784 den höchsten je gemessenen Rheinpegel brachte, war aber erst 1813 nutzbar und wegen geringer Nutzung nur etwa 80 Jahre in Betrieb, bevor er 1895/96 wieder zugeschüttet wurde – heute liegen dort der Ebertplatz und der Theodor-Heuss-Ring.

Vom Hochwasser zum Hafenprojekt

Das Eishochwasser von 1784 zerstörte zahlreiche Gebäude, Hafenanlagen und die gesamte Kölner Schiffsflotte. 65 Menschen starben. Daraufhin forderten Kölner Händler und Schiffer einen geschützten Hafen, erste Pläne entstanden 1786. Umgesetzt wurden sie erst während der französischen Besatzung, angestoßen durch ein Versprechen Napoleons aus dem Jahr 1804. Winter- oder Sicherheitshäfen entstanden unter französischer Herrschaft auch in anderen Städten, etwa in Düsseldorf und Mainz.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Bau unter Napoleon

Nach langen Verhandlungen zwischen Stadt, Handelskammer und französischen Behörden genehmigte Napoleon den Bau am 6. Januar 1811. Die Stadt sollte die 750.000 Franc Baukosten selbst tragen und durfte dafür die Hafenabgabe der Schiffer behalten. Für das Becken wurde der vorhandene Wallgraben vor der Stadtmauer vertieft. Die Grundsteinlegung am 10. November 1812 wurde mit Bankett, Volksfest und Feuerwerk gefeiert. Nach dem Abzug der Franzosen im Januar 1814 kam der weitere Ausbau zunächst zum Stillstand.

© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain

Anlage und Einfahrt

Das tief liegende Becken war von steilen Hängen umgeben, ein Leinpfad und Promenadenwege führten um das Becken herum. Die 8,50 m breite Einfahrt ließ sich mit einem Sperrwerk schließen und wurde von einer Kaponniere geschützt, die später Bastei genannt wurde. Seit 1839 führte die Eisenbahnstrecke von Müngersdorf in die Stadtmitte über eine Klappbrücke an der Einfahrt, die bis 1869 durch eine Drehbrücke ersetzt wurde. Der Name Thürmchenshafen geht auf das nahe Kunibertstürmchen am Rheinufer zurück, das auch Weckschnapp genannt wird.

© CPallaske · CC BY-SA 4.0

Was aus dem Hafen wurde

Bei seiner Eröffnung war der Hafen nur teilweise fertig und bot etwa 70 statt 190 Schiffen Platz. Zudem war das Becken nicht tief genug und versandete schnell. Wegen geringer Nutzung bestand der Hafen nur rund 80 Jahre. Bei der Bebauung der Neustadt Nord wurde das Gelände zu einer Parkanlage umgestaltet, dem „Deutschen Platz“ und dem „Deutschen Ring“. Diese heißen heute Ebertplatz und Theodor-Heuss-Ring.

© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain

Zeitstrahl

  1. 1784
    Verheerendes Eishochwasser; höchster Rheinpegel in Köln am 28. Februar
  2. 1786
    Erste Pläne für einen Schutzhafen
  3. 1804
    Napoleons Versprechen stößt den Hafenbau an
  4. 1811
    Napoleon genehmigt den Bau (6. Januar); Baubeginn im Mai
  5. 1812
    Grundsteinlegung am 10. November
  6. 1813
    Eröffnung des Hafens, im Winter 1813/14 erstmals genutzt
  7. 1840
    Hafen fertig ausgebaut
  8. 1895/96
    Hafen zugeschüttet, Umwandlung in Parkanlage

Galerie

© Autor/-in unbekannt Unknown author · Public domain · Commons
© Johann Heinrich Schönscheidt · Public domain · Commons
© Jean Félix Belu, Chefingenieur des Roerdepartements · Public domain · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-28

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