Sender Köln-Raderthal
Mittelwellensender der WERAG, Vorgängerin des WDR, von 1927 bis 1932. Das denkmalgeschützte Sendehaus in Köln-Raderthal steht bis heute.
Köln musste sich gegen 93 andere Städte durchsetzen, um den Sender zu bekommen. Der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer holte die Anlage in die Stadt.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliger Mittelwellensender, erhalten ist das Sendehaus
- Lage
- Hitzelerstraße am westlichen Ende des Raderthaler Volksparks, Stadtbezirk Rodenkirchen
- Frequenz und Leistung
- „Welle 283“ (1.060 kHz), 4 kW
- Architekt
- Theodor Willkens aus Köln
- Letzter Sendetag
- 14. März 1932
Konrad Adenauer, damals Kölner Oberbürgermeister, holte den Sender unter 94 Bewerberstädten nach Köln – die beiden 80 m hohen Sendemasten bestanden aus besonders präpariertem Kiefernholz.
Warum Köln einen eigenen Sender brauchte
Während der alliierten Besetzung von Rheinland und Ruhrgebiet war der Bau deutschsprachiger Sender dort untersagt. Erst nach dem Abzug der britischen Truppen aus dem Kölner Raum im Januar 1926 konnte das Rheinland eigene Sender erhalten. Die Westdeutsche Funkstunde AG zog zum 1. Januar 1927 von Münster nach Köln und firmierte fortan als WERAG. Ihr neuer Sender in Langenberg war allerdings zu schwach, um auch Köln abzudecken.
Sendehaus und Holzmasten
Im Mai 1927 begann der Bau eines einstöckigen Sendehauses mit großer Maschinenhalle, flankiert von zwei Beamtenwohnungen. Die Berliner Firma Hein, Lehmann und Co. stellte in der Nähe zwei 80 m hohe Masten aus speziell behandeltem Kiefernholz auf, 140 m voneinander entfernt. Zwischen ihren Spitzen hing eine mehrdrähtige T-Antenne von 6 m Breite und 40 m Länge. Auf eine gelungene Probesendung am 1. September folgte am 15. Dezember 1927 der offizielle Start.
Das Ende des Sendebetriebs
Als die Leistung in Langenberg auf 60 kW anwuchs, erreichte dieser Sender auch Köln, und die Raderthaler Anlage wurde entbehrlich. Ab Juli 1932 wurden Technik und Masten demontiert. Überholt und verbessert, nahm die Anlage später beim Sender Hannover-Hainholz auf anderer Wellenlänge und mit höherer Leistung erneut den Betrieb auf.
Das Sendehaus nach 1932
Anders als die Technik blieb das Gebäude samt Wohnungen an seinem Platz. Um 1950 wurde es beschlagnahmt, in die neu gebaute Siedlung Volkspark für Angehörige der Britischen Rheinarmee einbezogen und für Veranstaltungen genutzt. Danach nutzte es die Stadt Köln, zuletzt als Behelfsunterkunft. Seit 1997 steht das Haus unter Denkmalschutz, wie bereits vorher die Siedlung Volkspark. Seit 2018 ist es unbewohnt und sanierungsbedürftig; im Dezember 2018 präsentierte der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz es als „Denkmal des Monats“.
Pläne für ein Radiomuseum
Im Netzwerk „Radiomuseum ins Funkhaus“ engagieren sich der Förderverein RadioMuseum Köln, die Anwohnerinitiative „Englische Siedlung“ und Personen des öffentlichen Lebens dafür, dass das RadioMuseum Köln in das einstige Funkhaus zieht. Architekturstudierende der TH Köln entwickelten dafür unter Leitung von Prof. Norbert Schöndeling und Prof. Eva-Maria Pape Konzepte, die als Buch und online erschienen. Im September 2020 beantragten die FDP-Ratsfraktion und die Freien Wähler Köln, einer noch zu gründenden Trägerkörperschaft das Haus 25 Jahre lang unentgeltlich zu überlassen, mit drei Jahren Vorrang vor privaten Investoren. Der nach der Kommunalwahl 2020 neu gebildete Rat gab den Antrag an den Kulturausschuss weiter, der ihn im April 2021 mehrheitlich ablehnte.
Zeitstrahl
- 1926Abzug der britischen Besatzer aus dem Raum Köln (Januar)
- 1927Baubeginn von Sendehaus und Masten in Raderthal (Mai)
- 1927Offizielle Inbetriebnahme auf Welle 283 mit 4 kW (15. Dezember)
- 1932Sendebetrieb eingestellt (14. März)
- 1932Abbau der Sendeanlage, Weiterverwendung in Hannover-Hainholz (ab Juli)
- um 1950Sendehaus requiriert und in die Siedlung Volkspark einbezogen
- 1997Sendehaus unter Denkmalschutz gestellt
- 2018Sendehaus steht leer; im Dezember „Denkmal des Monats“
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