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Schönrath

Denkmalgeschützter Gutshof in Köln-Höhenhaus, jahrhundertelang Besitz der Zisterzienserabtei Altenberg und später Ausgangspunkt der Rheinischen Kaltblutzucht.

Über Jahrhunderte bewirtschafteten wechselnde Pächter den Hof, während die jeweiligen Eigentümer andernorts residierten.

Auf einen Blick

Art
Gutshof, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Lage
Am Flachsrosterweg 33, rechtsrheinisches Köln
Stadtteil
Höhenhaus (Stadtbezirk Mülheim)
Größe (um 1803)
773 Morgen – größter der zur Abtei Altenberg gehörenden Höfe
Besonderheit
Ausgangspunkt der Schönrath-Neurather Kaltblutzucht
Wusstest du?

Der Gutshof geht der Überlieferung nach auf einen Ritter namens Sigwin zurück, der seinen Sitz Schoenroide im 14. Jahrhundert zur Sühne einer Blutschuld der Zisterzienserabtei Altenberg schenkte.

Lage und Umgebung

Ursprünglich lag Schönrath frei, etwa mittig zwischen dem Prämonstratenserkloster in Dünnwald, dem Schloss in Stammheim und Mülheim am Rhein. Heute umschließen ihn die A 3 im Westen, die Bahnstrecke Gruiten–Köln-Deutz im Osten und der Dünnwalder Kommunalweg im Norden.

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Vom Klosterhof zum Adelsbesitz

Einer mündlichen Überlieferung zufolge soll ein Ritter namens Sigwin im 14. Jahrhundert seinen Rittersitz Schoenroide zur Sühne einer Blutschuld verschenkt haben. Nach Mosler und Huck stand der Hof jedoch bereits 1210 im Eigentum der Zisterzienserabtei Altenberg und blieb dies bis zu deren Aufhebung 1803. Mit 773 Morgen war er zu diesem Zeitpunkt der größte der zur Abtei gehörenden Höfe, was auf den Zukauf benachbarter Flächen in Buchheim, Mülheim, Espen und möglicherweise Merheim zurückgeht. Zunächst lebten dort Laienbrüder, ab dem 15. Jahrhundert wurde er an Halfen (Pächter) vergeben. Während der Französischen Revolution boten die Gebäude Ordensleuten aus dem Linksrheinischen vorübergehend Zuflucht. Letzter Pächter vor der Säkularisation war Heinrich Rolshoven, dem sein Sohn Johann folgte. Johann Rolshoven heiratete 1815 Anna Sibilla Düppes aus Gut Iddelsfeld und zog später auf das von ihm errichtete, gegenüberliegende Gut Neufeld in Holweide; danach übernahm die Familie Becker. 1827 wechselte der Besitz an die auf Schloss Stammheim ansässigen Freiherrn und späteren Grafen Fürstenberg zu Stammheim, die den Hof weiterhin durch Pächter verwalten ließen.

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Verwaltungsgeschichte

Bei der Klosteraufhebung 1803 gehörte Schönrath zum bergischen Amt Porz. Unter der französisch geprägten Verwaltung kam er zur Mairie Merheim im Arrondissement Mülheim am Rhein, ab 1815 als Teil der Bürgermeisterei Merheim zum Kreis Mülheim am Rhein. Erst mit der Eingemeindung dieser Bürgermeisterei nach Köln am 1. April 1914 wurde der Hof kölnisch. Zuvor zählte er zur Katastergemeinde Dünnwald – weshalb er in Kataster und Grundbuch bis heute unter der Gemarkung Dünnwald geführt wird, obwohl er seit 1934 zum Stadtteil Höhenhaus gehört.

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Teilung und der Hof Neurath

Unter den Fürstenberg wurde die Hofgemeinschaft geteilt und ein eigenständiger Hof namens Neurath errichtet, etwa am heutigen Neurather Weg 18 in Köln-Mülheim; er ist inzwischen abgerissen. Schon vor der Säkularisation deuten einzelne Karten auf eine Zweigliederung hin: Die Karte Johann Heinrich Schliepers von 1772 zeigt im Bereich des Hofes zwei getrennte Gebäudesignaturen, ebenso eine topographische Karte um 1800. Die Karten von Wiebeking (1789/92) und Wiebeking-Bechstatt (1799) sind hier dagegen unvollständig oder abweichend beschriftet und nennen nur „Schündenb.“, das mit dem benachbarten Rotter Hof in Verbindung gebracht wird. Teils wird der Befund als Hinweis gedeutet, dass Schönrath aus einem Haupthof und einem Nebengehöft bestanden haben könnte.

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Pferdezucht

Ab 1856 verwaltete Heinrich Johann Litz zunächst Neurath und ab 1860 zusätzlich Schönrath. Als erster in der Region wandte er Liebigs „Lehre von der Düngung des Bodens“ an, gestützt auf die von ihm betriebene Latrinenreinigung in der Stadt Mülheim. Auf Basis des Belgischen Kaltblutpferds züchtete er kräftige Arbeitspferde. Sein Sohn Ludwig Nikolaus Litz führte dies fort und verhalf dem Rheinischen Kaltblutpferd zu Ansehen; die Schönrath-Neurather Zucht wurde die bedeutendste.

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Zeitstrahl

  1. 1210
    Schönrath im Eigentum der Zisterzienserabtei Altenberg
  2. 14. Jahrhundert
    Ritter Sigwin schenkt der Überlieferung nach seinen Rittersitz Schoenroide der Abtei
  3. 1416
    Pilgryms van Schoenroide bestätigt als Geschworener einen Zehntverkauf
  4. 1772
    Karte von Schlieper zeigt zwei getrennte Gebäude am „Schonrahter Hoff“
  5. 1803
    Aufhebung der Abtei Altenberg im Rahmen der Säkularisation, Schönrath wird säkularisiert
  6. 1815
    Sohn Johann Rolshoven heiratet Anna Sibilla Düppes
  7. 1827
    Besitzwechsel an die Freiherrn (später Grafen) Fürstenberg zu Stammheim
  8. 1856
    Heinrich Johann Litz übernimmt Verwaltung des Hofguts Neurath

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-08

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