Klosterhof (Köln-Dünnwald)
Der Klosterhof in Köln-Dünnwald ist der erhaltene, denkmalgeschützte Wirtschaftshof des ehemaligen Dünnwalder Klosters; sein Ostflügel dient heute als Wohn- und Bürohaus.
Am Rand von Köln-Dünnwald erinnert der Klosterhof an die einst wohlhabende Klosteranlage, aus der er hervorging. Der erhaltene Wirtschaftshof – als „Gut Klosterhof" bekannt – steht seit 1985 unter Denkmalschutz und wird heute wieder bewohnt und beruflich genutzt.
Auf einen Blick
- Lage
- Köln-Dünnwald, am Rand der ehemaligen Klosteranlage nahe Klosterweiher und Mutzbach
- Ursprung
- Wirtschafts- und Gutshof des ab 1142 prämonstratensischen Dünnwalder Klosters
- Denkmalschutz
- seit dem 24. Juli 1985 unter Nr. 3066 in der Kölner Denkmalliste (Stadtteil Dünnwald)
- Erhaltener Bau
- der Ostflügel, heute als Wohn- und Bürohaus genutzt
- 19. Jahrhundert
- ab 1856 landwirtschaftliches „Gut Klosterhof" der Familie von Diergardt
- Heutige Nutzung
- seit 1996 Gewerbehof
- Abgrenzung
- eigenständiges Baudenkmal, getrennt von der benachbarten Klosterkirche St. Nikolaus
Geschichte
Der Klosterhof gehörte zum Dünnwalder Kloster, das in den Jahren 1117/1118 (nach anderen Angaben 1121) auf eine Stiftung des Kölner Bürgers Heidenreich zurückgeht. Weltlicher Vogt Adolf II. von Berg und der Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg statteten die junge Gemeinschaft mit umfangreichen Gütern und Privilegien aus. Ab 1142 war das Kloster prämonstratensisch geprägt und dem Kloster Steinfeld in der Eifel unterstellt; es gilt als erstes Prämonstratenserinnenkloster am Niederrhein.
Als Wirtschaftshof war der Klosterhof Teil eines beachtlichen Besitzes: Im 15. Jahrhundert verfügte das Kloster über mehr als 4.000 Morgen Acker, Wiesen und Wälder sowie zahlreiche Höfe und Weingüter in der weiteren Region – von Rheindorf und Schlebusch bis nach Bonn und Remagen. Damit zählte Dünnwald zu den vermögenderen Klöstern im Kölner Umland.
Die Anlage blieb von Kriegen nicht verschont: 1635 plünderten schwedische Truppen den Klosterhof, im Spanischen Erbfolgekrieg wurden Teile der Gebäude 1702 zerstört. 1643 gelangte das Kloster an Mönche aus Steinfeld, die es in ein Chorherrenstift umwandelten und mit dem Kölner Collegium Norbertinum verbanden. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurde das Kloster 1803 aufgelöst und säkularisiert; die Gebäude gingen an das Kölner Bankhaus Schaaffhausen, das Inventar wurde versteigert.
Vom Gutshof zum Gewerbehof
1856 erwarb der Textilfabrikant Freiherr Friedrich von Diergardt den Klosterhof und führte ihn als landwirtschaftliches „Gut Klosterhof". In Kellerei und Priorat entstanden zeitweise – wie im nahen Kloster Altenberg – eine chemische Fabrik und später eine Tuchfabrik. 1996 folgte die Umnutzung zu einem Gewerbehof. Der bis heute erhaltene Ostflügel dient inzwischen als Wohn- und Bürohaus und hält so einen sichtbaren Rest der alten Klosterwirtschaft lebendig.
Sagen und Erzählungen
Um das Dünnwalder Kloster ranken sich zahlreiche Sagen. Direkt neben der Anlage liegt der alte Klosterweiher, der einst die Nonnen mit Fischen versorgte und vom nahen Mutzbach gespeist wird. Eine Stelle im Weiher, der sogenannte „deepe Pötz", galt der Überlieferung nach als besonders gefürchtet.
Denkmalschutz
Das Gut Klosterhof wurde am 24. Juli 1985 unter der Nummer 3066 in die Liste der Baudenkmäler des Kölner Stadtteils Dünnwald eingetragen und ist damit als eigenständiges Kulturdenkmal geschützt.
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-23)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-23)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-23, rev 252847055)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-23
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