Jüdischer Friedhof (Deckstein)
Nur orthodoxen Juden vorbehalten: Bis 1945 wurden hier Strenggläubige aus Köln sowie aus rheinischen und westfälischen Gemeinden bestattet.
Wie alle jüdischen Friedhöfe in Köln gehört diese Anlage der Synagogen-Gemeinde Köln, die sie auch verwaltet. Als historisches Kulturgut steht sie unter Denkmalschutz.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Jüdischer Friedhof, für weitere Bestattungen geschlossen
- Lage
- Decksteiner Viertel, Kölner Stadtteil Lindenthal
- Angelegt
- 1910
- Größe
- heute noch etwa 2.700 m²
- Gräber
- rund 300, mit 298 Grabsteinen aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts
- Zugang
- nur über einen Privatweg von der Decksteiner Straße, öffentlich nicht zugänglich
- Nachbarschaft
- im Osten der ehemalige kommunale Decksteiner Friedhof, heute als Park genutzt
Auf dem Friedhof haben Betsaal und Leichenraum getrennte Dächer, damit auch die gesetzestreuen Kohanim, die nicht mit Toten in Berührung kommen dürfen, dem Trauergottesdienst beiwohnen konnten.
Ein Friedhof für Strenggläubige
Erworben und angelegt wurde das Areal von der Austrittsgemeinde Adass Jeschurun. Ihre Forderung nach einer abgegrenzten Parzelle für ihre Mitglieder auf dem jüdischen Friedhof in Deutz war abgelehnt worden. Die Gestaltung folgt den Vorstellungen dieser Gemeinde: Die Gräber haben keinen Schmuck, die Grabstelen sind einfach gehalten. Meist tragen sie nur hebräische Schriftzeichen.
Rücksicht auf die Kohanim
Kohanim, also Angehörige der Priesterlinie, dürfen nach dem Religionsgesetz nicht mit Toten in Berührung kommen. Damit auch gesetzestreue Kohanim am Trauergottesdienst teilnehmen konnten, hatten Betsaal und Leichenraum getrennte Dächer.
Geschichte
1927 und 1933 wurde der Friedhof geschändet. Die verdächtigten NSDAP-Mitglieder wurden dafür nicht zur Rechenschaft gezogen. 1936 nahm der Friedhof sterbliche Überreste vom aufgelösten Judenbüchel auf. Nach dem Krieg wurden aus der angekauften, noch nicht belegten Fläche zwei Grundstücke (Decksteiner Str. 45 und 47) zur Bebauung entnommen.
Das Grab von Therese Wallach
1986 wurde auf dem Friedhof das Grab von Therese Wallach (1895–1942) entdeckt. Sie leitete das Abraham-Frank-Haus, ein jüdisches Waisenhaus. Im folgenden Jahr stifteten ehemalige Zöglinge ihr zu Ehren einen Grabstein. Zusätzlich erinnert ein Stolperstein in Köln-Braunsfeld an sie.
Zeitstrahl
- 1910Areal von Adass Jeschurun erworben, Friedhof angelegt
- 1927Friedhof geschändet
- 1933Erneute Schändung des Friedhofs
- 1936Übernahme sterblicher Überreste vom aufgelösten Judenbüchel
- 1945Belegung des Friedhofs bis zu diesem Jahr
- 1986Grab von Therese Wallach auf dem Friedhof gefunden
- 1987Grabstein für Therese Wallach von ehemaligen Zöglingen gestiftet
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-21
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.





