Römerturm
Der besterhaltene Turm der römischen Stadtmauer Kölns, um 50 n. Chr. errichtet und an seiner Feldseite mit einem kunstvollen Mosaik aus Natursteinen verziert.
Mitten in der Kölner Altstadt-Nord steht der Römerturm, ein römischer Wachturm der antiken Stadtbefestigung. Er gilt als der besterhaltene Teil der einst fast vier Kilometer langen römischen Stadtmauer.
Auf einen Blick
- Adresse
- Zeughausstraße 13, Kölner Innenstadt
- Durchmesser
- rund 9,20 Meter
- Besonderheit
- ornamentales Natursteinmosaik an der Feldseite
- Denkmalschutz
- seit 1980
- Lage
- ca. 200 m vom U-Bahnhof Appellhofplatz, ca. 500 m vom Dom
Geschichte
Kurz nach der Erhebung Kölns zur römischen Kolonie Colonia Claudia Ara Agrippinensium begannen die Römer mit dem Bau einer neuen Stadtmauer, die 19 Türme und neun Tore erhielt. Der Römerturm ist der Nordwestturm dieser Anlage und wurde um 50 n. Chr. errichtet. Die Verzierungen im oberen Bereich stammen wohl erst aus dem 3. Jahrhundert.
Ab 1304 entstand in Höhe des Turms das Klarissenkloster Sankt Clara, gegründet durch Gräfin Richardis von Jülich. Die Klosterbewohnerinnen nutzten den Turm als Latrine, seither trug er den Namen „Clarenturm". Zwischen 1246 und 1805 gehörte er den Kölner Domherren, ab 1806 ging er in wechselnden Privatbesitz über und hieß wieder Römerturm.
Erhalt und Umbauten
1833 wurde der Turm mit einem nicht den historischen Gegebenheiten entsprechenden Aufbau versehen, gut erkennbar auf einem Aquarell von Georg Osterwald aus dem Jahr 1836. 1873 kaufte die Stadt Köln den Turm für 19.000 Taler, um Privatisierung und drohenden Abriss zu verhindern, und ließ ihn restaurieren. Bei der Errichtung eines angebauten neugotischen Gebäudes 1898/1899 (Architekt Carl Moritz, Sitz der Dombauverwaltung von 1904 bis 1948) wurde die oberste Zone mit den sichtbaren Zinnen ergänzt. Heute steht der seit 1980 denkmalgeschützte Turm wieder in Privatbesitz.
Architektur
Auffällig ist die reiche ornamentale Ausschmückung aus verschiedenen Gesteinen: weißer Kalkstein, roter Sandstein, grauer Trachyt und dunkle Grauwacke. Die mosaikartige Verblendung unterscheidet sich im unteren und oberen Turmteil; die obere Zone entstand offenbar erst nach einer Zerstörung. Als Eckturm ist die nach außen gerichtete Wand mit 2,5 Metern deutlich dicker als der zur Stadt hin gerichtete Teil mit 1,25 Metern. Abgeschlossen wird der Turm von einer Zinnenkrone.
Sanierung
Anfang 2020 wurde an der Nordseite eine Ausbauchung zwischen Mauerschale und Kernmauerwerk festgestellt und zunächst mit Spannseilen, Netzen und Gewichten gesichert. Zwischen August und November 2022 wurde die statisch kritische Stelle verankert; der Hohlraum war stellenweise bis zu 16 Zentimeter groß. Als Nächstes ist eine Gesamtsanierung geplant.
Wissenswertes
Etwa 100 Meter südlich steht die Ruine des schmucklosen Helenenturms, eines weiteren Turms der römischen Stadtbefestigung. Zu den erhaltenen römischen Türmen der Stadt zählen außerdem der Lysolphturm bei St. Maria ad Ortum sowie das Ubiermonument, der sogenannte „Hafenturm".
Galerie
Karte
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Adresse
Zeughausstraße 13
Köln
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-09)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-09)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-09, rev 266594263)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-09
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