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© Nicola · CC BY-SA 4.0

Gremberger Wäldchen

Stadtwald in Köln-Humboldt, in dem mit einer alten Rotbuche vermutlich der älteste Baum der Stadt steht.

Outdoor

Das Gremberger Wäldchen ist ein städtisches Naherholungsgebiet am Rand des rechtsrheinischen Kölner Ortsteils Gremberg. In seinem Laubwald wächst der wahrscheinlich älteste Baum Kölns.

Auf einen Blick

Art
Städtisches Naherholungsgebiet mit Laubwald
Lage
Stadtteil Humboldt, Stadtbezirk Kalk (rechtsrheinisch)
Größe
rund 72 Hektar (Erwerb 1899)
Besonderheit
Rotbuche aus dem frühen 18. Jahrhundert, wahrscheinlich ältester Baum Kölns
Denkmalschutz
als Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen eingestuft
Spitzname
aktivistisch „Grembi“
Wusstest du?

Im Gremberger Wäldchen stand im Zweiten Weltkrieg ein NS-Krankensammellager für arbeitsunfähige Zwangsarbeiter – bei seiner Räumung im April 1945 wurden Baracken angezündet und es gab rund 30 Tote.

Das kannst du hier erleben

  • Durch den alten Laubwald spazieren
  • Die mächtige Rotbuche – vermutlich Kölns ältesten Baum – bestaunen
  • Den jahrhundertealten Baumbestand entdecken und fotografieren
  • Auf den Waldwegen die Natur am Stadtrand genießen
  • Den Spuren der bewegten Geschichte des Ortes nachgehen

Wald und alter Baumbestand

Der Laubwald erinnert an die ursprüngliche Bewaldung der Niederterrasse der Kölner Bucht, die sich über Gremberg hinaus erstreckte. In ihm steht eine Rotbuche aus dem frühen 18. Jahrhundert, die als wahrscheinlich ältester Baum Kölns gilt.

© Nicola · CC BY-SA 4.0

Vom Klosterbesitz zum Stadtwald

Der Gremberger Hof mit seinen umgebenden Waldflächen gehörte einst zur Abtei Deutz und wurde 1003 urkundlich erwähnt. Wegen der abgeschiedenen Lage blieb das Gelände über Jahrhunderte weitgehend unberührt. Mit der Säkularisation in der Franzosenzeit ging der kirchliche Besitz an den Staat über. 1899 erwarb die Stadt Köln das verwilderte Waldgelände für 400.000 Mark, einschließlich eines Forsthauses und der Wirtschaftsgebäude des Gremberger Hofes.

© Nicola · CC BY-SA 4.0

Erschließung um 1900

Der Wald befand sich zur Jahrhundertwende in ungeordnetem Zustand: dichtes Unterholz aus Linden, Hainbuchen und Eichen, über dem sich alte Eichen und Buchen erhoben. Ab Herbst 1901 erschloss der städtische Obergärtner Hermann Robert Jung das Gelände, ließ den Wald lichten und ein Wegenetz anlegen. 1912 wurden ein Förster eingestellt und das Forsthaus neu gebaut; mit einer Gastwirtschaft darin wurde das Wäldchen zu einem Ausflugsziel. Das Gebäude ist in seiner alten Form erhalten und dient heute als privater Wohnraum.

© Arabsalam · CC BY-SA 4.0

Krankensammellager 1940–1945

Von Anfang der 1940er Jahre bis 1945 betrieb die NS-Organisation „Deutsche Arbeitsfront“ hier ein Krankensammellager, in dem nicht mehr arbeitsfähige Zwangsarbeiter – viele aus Osteuropa – für die Ausweisung in ihre Heimatländer erfasst wurden. Laut Zeitzeugen herrschten schlechte Verhältnisse. Bei der Räumung im April 1945 fielen zahlreiche Schüsse, Baracken wurden in Brand gesetzt; es soll mehrere Verletzte und etwa 30 Tote gegeben haben. Am 11. Juli 2024 wurde das Gelände unter der Nummer 506 in die Denkmalliste der ortsfesten Bodendenkmäler der Stadt Köln eingetragen.

© Nicola · CC BY-SA 4.0

Wandel bis heute

Anfang der 1970er Jahre durchtrennte der Bau des östlichen Autobahnzubringers das Waldstück in seiner Mitte. Als Ausgleich kam das weiter östlich um das Zwischenwerk IX gelegene Waldgebiet am Autobahnkreuz Gremberg hinzu. Eingeengt von Autobahn, deren Zubringer, einer S-Bahntrasse und Straßen ist das Wäldchen heute dauerhaftem Verkehrslärm ausgesetzt und hat seine Funktion als Naherholungsgebiet weitgehend verloren; das frühere Gartencafé stellte den Betrieb schon vor vielen Jahren ein.

© HOWI · CC BY 3.0

Zeitstrahl

  1. 1003
    Gremberger Hof der Abtei Deutz urkundlich erwähnt
  2. 1899
    Stadt Köln kauft 72 ha Waldparzelle für 400.000 Mark
  3. 1901
    Obergärtner Hermann Robert Jung beginnt Erschließung des Waldes
  4. 1912
    Förster angestellt, Forsthaus neu gebaut, Gastwirtschaft eingerichtet
  5. 1916
    Foto belegt Forsthaus als Gartenwirtschaft mit Außenbestuhlung
  6. 1940
    Krankensammellager der Deutschen Arbeitsfront eingerichtet
  7. 1945
    Lager geräumt, Schüsse und Brände, ~30 Tote
  8. 1970
    Autobahnzubringer durchtrennt das Waldstück in seiner Mitte
  9. 11.07.2024
    Lagergelände als Bodendenkmal Nr. 506 eingetragen

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26

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