Gereonsmühle
Erhaltener Teil der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer mit einem einstigen Wehrturm, der im 15. Jahrhundert zur Windmühle umgebaut wurde.
Die Gereonsmühle gehört zu einem 113 Meter langen erhaltenen Stück der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer. Es liegt zwischen Gereonswall und Hansaring, westlich der Eigelsteintorburg.
Auf einen Blick
- Lage
- Zwischen Gereonswall und Hansaring, westlich der Eigelsteintorburg
- Erste Erwähnung
- Gereonsmühlenturm urkundlich seit 1446
- Teil von
- 113 Meter langem Rest der mittelalterlichen Stadtmauer
- Ursprung
- Einer von 52 Türmen der ab 1180 errichteten Stadtbefestigung
- Besonderheit
- Zum Wohnhaus umgebauter Halbturm und eine ehemalige Windmühle
- Heutige Nutzung
- Turm seit den 1950er Jahren durch die KSJ genutzt („KSJ-Tower“)
Geschichte
Der Gereonsmühlenturm ist seit 1446 urkundlich belegt. Er war einer von 52 Türmen, die zusammen mit 36 Toren und Pförtchen – 12 landseitig, 24 rheinseitig – ab 1180 die Stadt umschlossen. Die Namen „Gereons-Mühle“ und „Herrenleichnam-Mühle“ verweisen auf das benachbarte, nicht erhaltene Gereonstor sowie auf das dahinter gelegene Kloster Herrenleichnam.
Im 15. Jahrhundert baute man den östlichen Halbturm zu einer Windmühle um. Neben der Gereonsmühle entstanden auf gleiche Weise noch zwei weitere Mühlentürme: die Kartäusermühle auf der Ulrepforte und die Pantaleonsmühle auf dem Bachtor. 1558 musste der Turm wegen Baufälligkeit saniert werden, eine letzte Instandsetzung erfolgte 1808.
Architektur
Hinter dem Halbturm wurden – in gleicher Bauweise wie an der Ulrepforte – ein Mühlenturm und ein auf Bögen ruhender Mühlengang errichtet. Dieser Mühlengang wird von acht Kreuzgewölben getragen. Die Mauer enthält zwei zur Stadtseite hin offene Halbtürme, die aus statischen Gründen Verstrebungen besaßen oder für verschiedene Zwecke ausgebaut waren. In preußischer Zeit wurde die Mauer stadtseitig angeschüttet und gegen die Wallstraße mit einer etwa 2–3 Meter hohen Futtermauer gestützt.
Besitz und Museen
Weil sie 1838 in Privatbesitz überging – der aus Sürth stammende Andreas Hochkirchen erwarb sie für 1.460 Taler von der Stadt –, blieb die Gereonsmühle vom Abbruch verschont. 1908 kaufte die Stadt die Mühle zurück. Auf einem südlichen Reservegrundstück entstand 1911–1913 die Abteilung für Christliche Kunst der Sammlung Schnütgen, aus der das Museum Schnütgen hervorging; Architekt Franz Brantzky bezog Stadtmauer, Wehrgang und Mühlenturm in den Museumsbau ein. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde der Museumskomplex am Hansaring aufgegeben. An der östlichen Schmalseite blieben Reste erhalten, darunter eine Konsole des Sternengewölbes und ein Teil des Portals, das den Skulpturensaal mit der Stadtmauer verband.
Wissenswertes
Im Frühjahr 1859 wurde in der Nähe ein Jupiteraltar aus scharfkörnigem Sandstein gefunden. Südwestlich der Gereonsmühle steht ein weiteres Stück der alten Stadtmauer, das an der Straße Am Kümpchenshof endet. Dort baute der Architekt Hans Schilling 1954 sein Wohnhaus nahezu vollständig in die Anschüttung an der Futtermauer ein; der Halbturm ist Teil des Wohnraums. Hinter der Mauer liegt auf dem Gelände des früheren Stadtgefängnisses Klingelpütz heute der Klingelpützpark.
Galerie
Karte
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Adresse
Gereonswall 108
50670 Köln
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