Dreikönigenpförtchen
Versteckt zwischen St. Maria im Kapitol und dem Marienplatz liegt das Dreikönigenpförtchen – die einzige erhaltene Pforte der ehemaligen Kölner Klosterimmunitätsbezirke.
Das versteckt gelegene Dreikönigenpförtchen (Kölsch: „Dreikünnijepöötzche") ist die einzige erhaltene Pforte der vielen ehemaligen klösterlichen Immunitätsbezirke Kölns. Es verbindet den Lichhof – den früheren Kirchhof von St. Maria im Kapitol – mit dem Marienplatz.
Auf einen Blick
- Typ
- Gotische Klosterpforte
- Lage
- Zwischen St. Maria im Kapitol (Lichhof) und Marienplatz
- Errichtet
- 1460, an Stelle eines romanischen Vorgängerbaus
- Bauherr
- Ratsherr Johannes Hardenrath
- Schmuck
- Skulpturengruppe „Anbetung der Heiligen Drei Könige" von 1310
- Besonderheit
- Einzig erhaltene Immunitätspforte Kölns
Bedeutung und Name
An den Mauern der Klöster und Stifte endete einst die städtische Gesetzesmacht und Steuerhoheit – dahinter begann der geschützte Immunitätsbezirk. Das kleine Törchen ist nicht zu verwechseln mit der mittelalterlichen Dreikönigenpforte, einem Tordurchgang der rheinseitigen Stadtbefestigung, der 1854 abgerissen wurde.
Seinen Namen verdankt das Pförtchen einer Überlieferung aus dem 19. Jahrhundert: Danach sollen die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach ihrer Ankunft zuerst nach St. Maria im Kapitol gebracht worden sein, der neben dem Dom wichtigsten Kirche Kölns.
Die Heiligen Drei Könige in Köln
Am 23. Juli 1164 brachte Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige als Kriegsbeute aus Italien nach Köln – ein Geschenk Kaiser Friedrichs I. Barbarossa. Bereits am 9. Juni war er von Mailand aus aufgebrochen und musste auf der gefährlichen Reise viel List anwenden, um die kostbare Fracht vor Dieben zu schützen. Vor der Stadt wurde er begeistert empfangen und in einer Prozession hineingeleitet.
Durch die Reliquien wurde Köln zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte nördlich der Alpen. Zu Ehren der Könige nahm man drei Kronen in das Stadtwappen auf. Ob Rainald von Dassel tatsächlich durch das romanische Vorgängertor zog, ist historisch nicht gesichert.
Bau und Geschichte
Die heutige gotische Pforte ließ der Ratsherr Johannes Hardenrath 1460 an der Stelle des romanischen Baus neu errichten. Auf der Seite des Lichhofs sitzt über dem Durchgang eine Skulpturengruppe der Anbetung der Heiligen Drei Könige von 1310. Die Figuren waren einst farbig gefasst, der Nischenhintergrund dunkelblau mit goldenen Sternen dekoriert.
1842 restaurierte Stadtbaumeister Johann-Peter Weyer die Pforte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk zerstört und ab 1946 wieder aufgebaut. Seit 1981 sind die vier Figuren der Anbetungsgruppe durch Kopien ersetzt; die Originale befinden sich im Museum Schnütgen.
Wissenswertes
Auch ein Kölner Karnevalslied hat das Törchen verewigt: „Nor am Dreikünningepöötzge, do weiß die Oma noch Bescheid" (Karl Berbuer, 1953).
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Adresse
Dreikönigenpförtchen
50676 Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-11
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