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© Wolkenkratzer · CC BY-SA 4.0

Auf dem Kölnberg

Hochhauskomplex in Köln-Meschenich: heute sozialer Brennpunkt, Wohnort der Serienfigur Danni Lowinski und Thema mehrerer Dokumentarfilme

„Kölnberg“ ist nur ein umgangssprachlicher Name. Geplant wurde die Anlage einst als „Wohnpark auf dem Kölnberg“.

Auf einen Blick

Art
Hochhauskomplex aus neun Gebäuden
Lage
Meschenich, Stadtbezirk Rodenkirchen, Köln; Bereich An der Fuhr, Am Rondorfer Pfad und Alte Brühler Straße
Bauzeit
1973 erbaut, 1974 fertiggestellt
Höhe
bis zu 26 Etagen
Wohnungen
1318 Einheiten mit 29 bis 120 Quadratmetern
Bewohner
etwa 4100 Menschen aus über 60 Nationen
Wusstest du?

Der Kölnberg war ursprünglich als hochwertiges Immobilienprojekt konzipiert, mit Schwimmbad samt Sauna, Tennisplatz, Parkhaus, Kindergarten und einem eigenen Hausmeister für jedes Haus. Heute gilt er als sozialer Brennpunkt und diente als Wohnort der Serienfigur Danni Lowinski.

Das ursprüngliche Konzept

Der Komplex entstand als hochwertiges Immobilienprojekt nach einem Bauherrenmodell, die Wohnungen waren überwiegend als Kapitalanlage gedacht. Jedes Haus hatte einen eigenen Hausmeister, zwei Aufzüge, Müllschlucker auf allen Etagen sowie Waschmaschinen und Wäschetrockner mit Münzbetrieb. Innerhalb der Anlage gab es ein Schwimmbad mit Saunabereich, einen Tennisplatz, einen kleinen Fußballplatz, einen Kindergarten, ein Parkhaus und eine Tiefgarage. Hinzu kamen Geschäfte und Dienstleister für den täglichen Bedarf: ein Supermarkt, eine Apotheke, eine Bäckerei, eine Wäscherei, ein Blumenladen, ein Kiosk und eine Bankfiliale. Ob diese Einrichtungen heute noch bestehen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Vom Wohnpark zum sozialen Brennpunkt

Nach der Fertigstellung fanden sich nur langsam Mieter. Ein Grund war die Lage: Weil die Infrastruktur im übrigen Meschenich schwach ausgebaut war, galt der Ort als zu weit entfernt vom Kölner Zentrum und von der Nachbarstadt Brühl. Leere Wohnungen gingen daher bald an Mieter mit wenig Geld. Die sozialen Unterschiede und der Zuzug finanzschwacher Migranten führten dazu, dass die ursprünglich angesprochenen Mieter vermehrt auszogen. Hinzu kam teils illegale Untervermietung. Heute gilt der Komplex als sozialer Brennpunkt. Seit 2010 kaufen zwei Großinvestoren die Wohnungen fortlaufend auf.

© zbylon · CC BY-SA 3.0

Der Kölnberg in Zahlen: die Bundestagswahl 2013

Bei der Bundestagswahl 2013 bildete der Komplex einen eigenen Kölner Stimmbezirk (21304, Wahlkreis 94 / Köln II). Laut den Strukturdaten der Stadt Köln lag der Migrantenanteil dort bei 61,8 Prozent und damit höher als in jedem anderen Kölner Stimmbezirk. Wahlberechtigt waren lediglich 1135 Einwohner, also 27,7 Prozent. Von ihnen gaben 309 ihre Stimme ab, Briefwähler nicht mitgezählt. Die Wahlbeteiligung betrug damit nur 27,3 Prozent.

© Laurentia Genske · CC BY-SA 4.0

Kölnberg in Film und Fernsehen

Film- und Fernsehproduktionen drehen regelmäßig am Kölnberg. In der Serie „Danni Lowinski“ ist der Komplex Handlungs- und Wohnort der Hauptfigur. Dieter Bongartz und Wolfram Seeger drehten über die Siedlung die Dokumentarfilme „Die versteckte Stadt“ (1988) und „Von Kopf bis Fuß unter Kontrolle – Kölnberg“ (2000). Für den 2014 abgedrehten Film „Am Kölnberg“ von Robin Humboldt und Laurentia Genske wurden vier Bewohner zwei Jahre lang begleitet.

Zeitstrahl

  1. 1973
    Bau des Hochhauskomplexes „Wohnpark auf dem Kölnberg“ in Meschenich
  2. 1974
    Fertigstellung des Hochhauskomplexes; Vermietung verläuft schleppend
  3. 1988
    Dokumentarfilm „Die versteckte Stadt“ von Bongartz und Seeger erscheint
  4. 2000
    Dokumentarfilm „Von Kopf bis Fuß unter Kontrolle – Kölnberg“ erscheint
  5. 2010
    Zwei Großinvestoren beginnen, Wohnungen kontinuierlich aufzukaufen
  6. 2013
    Bundestagswahl: Komplex bildet eigenen Stimmbezirk 21304, Beteiligung 27,3 %
  7. 2014
    Film „Am Kölnberg“ von Humboldt und Genske wird abgedreht

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-21

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