Stollwerck
Schokolade mit Kölner Wurzeln: 1839 mit Hustenbonbons gestartet, zählte Stollwerck 1893 bereits 15.000 Automaten für den Verkauf von Schokolade.
Ihren Sitz hat die Stollwerck GmbH heute in Norderstedt; die Geschichte des Unternehmens begann jedoch in Köln. Nach Jahren im Besitz der Barry Callebaut AG wurde es im Oktober 2011 an die belgische Unternehmensgruppe Baronie verkauft.
Auf einen Blick
- Art
- deutsches Lebensmittelunternehmen, durch Schokoladenproduktion bekannt geworden
- Gründung
- 1839 in Köln durch Franz Stollwerck
- Rechtsform heute
- GmbH
- Erste Verkaufsautomaten
- 1887
- Ausdehnung bis 1902
- Werke in Europa und Amerika
- Verortung laut OpenStreetMap
- Stadtteil Westhoven, Stadtbezirk Porz
1970 kürte die Wirtschaftszeitschrift Capital die damalige Geschäftsführung von Stollwerck nach rund 7,8 Millionen Mark Verlust zum „Versager des Jahres“ – 1972 übernahm Hans Imhoff das Unternehmen zu einem symbolischen Betrag.
Von Hustenbonbons zur Aktiengesellschaft
Am Anfang stand ein Kölner Werk für Hustenbonbons, das 1841 den Durchbruch schaffte. Ab 1860 kamen Schokolade, Marzipan und Printen hinzu. 1871 entstand die Firma Gebr. Stollwerck, die die industrielle Schokoladenherstellung voranbrachte. Nach dem Tod des Gründers 1876 führten seine fünf Söhne den Betrieb. 1902 wurde er in die Gebr. Stollwerck A. G. umgewandelt, um Kapital für weiteres Wachstum zu gewinnen.
Schokolade aus dem Automaten
Ludwig Stollwerck, der zweitjüngste der Brüder, war technischen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen. Sechs Jahre nach den ersten Geräten verkaufte das Unternehmen Schokolade über 15.000 Automaten. In New York baute die 1894 mit John Volkmann gegründete Firma Volkmann, Stollwerck & Co. eine eigene Automatenfertigung auf. Für die 1896 eröffnete Budapester U-Bahn lieferte die Wiener Tochterfirma Bonbonautomaten und einen Fahrkartenautomaten. Ab 1895 war Stollwerck auch im Kinematographengeschäft tätig.
Krisen und Sanierung
Mit dem Ersten Weltkrieg ab 1914 endete der rasche Aufstieg. 1928 übernahm Stollwerck die Hamburger Fabrik der Kakao Compagnie Theodor Reichhardt und verlagerte sie nach Köln. Weltwirtschaftskrise, die verlustreiche Übernahme des Reichhardt-Konzerns 1930 und Fehlinvestitionen brachten das Unternehmen in finanzielle Schieflage. Die Deutsche Bank sanierte es 1930–1932 unter Georg Solmssen und Karl Kimmich; dabei verloren fast alle Familienmitglieder ihre Rolle in der Firma, die Bankschulden sanken von 5 auf 2,3 Millionen Reichsmark.
Neuausrichtung und Marken
Nach Kriegsschäden, Enteignungen im Ausland, dem Ende der Schokoladenpreisbindung 1964 und Konkurrenz durch Mars und Ferrero verbuchte Stollwerck 1970 rund 7,8 Millionen Mark Verlust. Zeitweise leitete Alfred Herrhausen den Aufsichtsrat. 1972 übernahm Hans Imhoff das Unternehmen für einen symbolischen Betrag. In den folgenden 30 Jahren kamen Marken wie Sprengel, Sarotti und die Chocolaterie Jacques in Eupen hinzu.
Heute
Nach eigener Darstellung führt Stollwerck eigene Marken und entwickelt als Partner Schokoladenprodukte für die Marken anderer Unternehmen. Zum erklärten Auftrag gehört auch, die Zukunft der Lieferkette und der dort tätigen Menschen zu sichern.
Zeitstrahl
- 1839Franz Stollwerck eröffnet in Köln ein Werk zur Hustenbonbon-Produktion
- 1860Produktion um Schokolade, Marzipan und Printen erweitert
- 1871Gründung der Firma Gebr. Stollwerck
- 1887Stollwerck stellt erste Verkaufsautomaten auf
- 1894Gründung von Volkmann, Stollwerck & Co. in den USA
- 1902Umwandlung in die Aktiengesellschaft Gebr. Stollwerck A. G.
- 1972Hans Imhoff übernimmt Stollwerck und richtet es neu aus
- 2011Verkauf von Barry Callebaut an die Unternehmensgruppe Baronie
Galerie
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Quellen & Links
- Offizielle Webseite (abgerufen 2026-11-08)
- Wikidata (abgerufen 2026-11-08)
- Wikipedia (abgerufen 2026-11-08, rev 271627827)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-11-08
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