St. Maximilian Kolbe
Katholische Filialkirche in Köln-Finkenberg mit Betonfeld im Boden, das an den Hungerbunker von Auschwitz erinnert.
Kirche und weitere Gemeinschaftsräume liegen hier unter einem gemeinsamen Baukörper – die Anlage gilt als erstes katholisches Gemeindezentrum dieser Bauart.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Katholische Filialkirche
- Lage
- Köln-Finkenberg, auf dem sogenannten Kirchenhügel
- Erbaut
- 1977 nach Plänen von Hans Schilling
- Geweiht
- 30. September 1978 durch Weihbischof Augustinus Frotz
- Patrozinium
- Maximilian Kolbe (1894–1941), als Märtyrer verehrt
- Besonderheit
- Fliesenboden mit Beton-Einlassung als Erinnerung an Auschwitz
Geschichte
Im Neubaugebiet zwischen Porz-Eil und Gremberghoven, das erst 2007 zum Stadtteil Finkenberg wurde, bestand seit 1971 ein Seelsorgeteam mit Gottesdiensten in einem provisorischen „Kirchenladen“. Die Muttergemeinde St. Michael in Porz-Eil beauftragte 1974 die Architekten Hans Schilling, Heinz Schwarz und Edmund Fuchs mit der Planung. Zur Grundsteinlegung am 8. Mai 1977 überreichte Dombaumeister Arnold Wolff ein Stück des Kölner Doms. Im Februar 1978 wurde die Gemeinde eigenständig. Ab 1991 verfolgte das Erzbistum wegen Priestermangels Pläne, vier Porzer Pfarreien zusammenzuführen; 2001 wurde die Kirche im Zuge der Reorganisation zur Filialkirche.
Lage und Umgebung
Auf dem Kirchenhügel steht sie in enger Nachbarschaft zur evangelischen Hoffnungskirche und zur Kirche einer Freien Christengemeinde. Der Hügel liegt oberhalb einer tiefer verlaufenden Straße; eine Fußgängerbrücke verbindet ihn mit der gegenüberliegenden Wohnbebauung.
Architektur
Der Ziegelbau fasst Kirche und Gemeinschaftsräume in einem Baukörper zusammen. Zur tieferliegenden Straße strecken sich der polygonale Kirchenbau mit asymmetrischem Grundriss und der eingestellte achteckige Turm steil und geschlossen empor, während das Dach zur Hügelkuppe hin auf Geschosshöhe abfällt. Dort liegt der Eingang zurückhaltend in einer Nische zwischen den ein- und zweigeschossigen Bauten. Der Innenraum wird durch schmale Seitenfenster entlang der Dachschräge und ein Streifenfenster im Chor belichtet; die klaren Fenster geben auf der einen Seite den Blick zum Himmel, auf der anderen zu einem Hochhaus frei. Die Holzdecke ist mit einer quer zur Deckensteigung verlaufenden Lattung ausgeführt. Vier Seiten des eingestellten Turms ragen in den Raum und bieten eine Nische für das Tabernakel sowie Zugänge zur Werktagskapelle. Der Altarbereich ist ebenerdig und kann von allen Seiten bestuhlt werden.
Ausstattung
Die Ausstattung ist bewusst schlicht gehalten. Der Altartisch von Egino Weinert (1972/1973) stammt aus dem früheren „Kirchenladen“ und trägt vier Motive aus dem Neuen Testament. Ein Wandbehang in einer Wandnische über dem Altar zeigt den siebten Tag der Schöpfung und wird nur im Sommer gezeigt; nach Entwürfen von Monika Möller und Monika Jilke führten Frauen aus der Gemeinde ihn bis 1987 in zweijähriger Handarbeit in Seidenmalerei aus. Ein quer verlaufender Kreuzweg entlang der Altarwand entstand 1981 durch Dieter Valk und Alfred Kupper. Die Marienkapelle ist seit 1978 mit Fenstern von Käthe Bartels in freier Komposition ausgestattet und enthält eine Kopie der schwarzen Madonna von Tschenstochau. Eine Glocke von 1521 mit dem Schlagton c1, deren Guss Jochim Ingermann zugeschrieben wird oder anonym erfolgte, kam 1982 als Leihgabe der evangelischen Gemeinde in den Turm. Sie stammt aus dem polnischen Wojęcino und wird für katholische wie evangelische Gottesdienste auf dem Kirchenhügel geläutet.
Erinnerung an Maximilian Kolbe
Der Fliesenboden, dessen Entwurf Klaus Balke oder Paul Bahlke zugeschrieben wird, reicht bis in die Gemeinderäume und verbindet Blatt-, Blüten- und geometrische Motive mit Fahrrädern. Unter dem Bild des Kirchenpatrons ist er von einer rechteckigen Beton-Einlassung unterbrochen, die an den Boden des Hungerbunkers im KZ Auschwitz erinnert, wo Kolbe sich für einen Mithäftling aufopferte und ermordet wurde. Darauf liegt ein schwarzes Holzkreuz aus Zduńska Wola, Kolbes Geburtsort, das 1988 als Geschenk ehemaliger KZ-Häftlinge hierher kam.
Galerie
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-30
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