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© Elke Wetzig Elya · CC BY-SA 3.0

St. Fronleichnam (Köln-Porz)

Im Kölner Stadtteil Porz steht mit St. Fronleichnam eine katholische Filialkirche, die der Architekt Gottfried Böhm zwischen 1958 und 1960 als „Zelt Gottes unter den Menschen" gestaltete. Seit 1997 ist das ausdrucksstarke Zeltdach-Bauwerk denkmalgeschützt.

In einer neuen Siedlung auf früherem Porzer Ackerland entstand Ende der 1950er Jahre eine junge Gemeinde, die sich in nur dreizehn Monaten Bauzeit ihre eigene Kirche schuf. Gottfried Böhm übersetzte hier einen Vers aus der Offenbarung des Johannes in Beton, Glas und weiße Rundpfeiler.

Auf einen Blick

Ort
Köln-Porz
Konfession
Katholische Filialkirche (aktiv, besuchbar)
Architekt
Gottfried Böhm
Bauzeit
1958–1960, Einweihung an Pfingsten 1960
Denkmalschutz
seit 22. Dezember 1997 (Denkmalliste Nr. 8224)
Leitidee
„Zelt Gottes unter den Menschen" (Offb 21,3)
Orgel
18 Register, zwei Manuale und Pedal (Oberlinger, 1995)
Wusstest du?

Die historische Glocke von 1457, mit der die Gemeinde ihr Geläut begann, wurde 1966 aus klanglichen Gründen ersetzt – die mittelalterliche Glocke steht heute im Porzer Bezirksrathaus.

Das kannst du hier erleben

  • Die pyramidenförmige Zeltdach-Architektur aus Sichtbeton von innen und außen betrachten
  • Die von Gottfried Böhm entworfenen Fenster entdecken – vom hellen Strukturglas bis zum farbigen Antikglasfenster in der Kapelle
  • Ausstattungsstücke wie die holzgeschnitzte Pietà aus dem 18. Jahrhundert und die Sakramentssäule von Eva Burgeff ansehen
  • Die ausgewölbte Taufkapelle mit der symbolischen Taube des Heiligen Geistes besuchen

Vom Notquartier zur eigenen Kirche

Nachdem Anfang 1958 eine eigene Pfarrei gegründet worden war, feierte die Gemeinde zunächst im Franz-Hitze-Haus und einer nahen Schule Gottesdienst. Schon Ende 1958 fiel der erste Spatenstich; zwischen der Grundsteinlegung im Mai 1959 und der Einweihung an Pfingsten 1960 lagen nur dreizehn Monate. Einen Turm hatte das Erzbistum aus Kostengründen gestrichen – die Gemeinde finanzierte ihn kurzerhand selbst über ein Darlehen. Auch beim Geläut half man sich aus: Die Mutterpfarrei St. Bartholomäus in Urbach schenkte eine nicht mehr benötigte Glocke von 1457.

© Gordito1869 · CC BY 3.0

Ein Bau nach dem Bild des Zeltes

Der Entwurf folgt dem Gedanken, dass Gott nicht im Palast, sondern mitten unter den Menschen in ihren Zelten wohnt. Über dem rechteckigen Grundriss erheben sich dünne weiße Rundpfeiler, ein Gesims verbindet sie auf Traufhöhe und trägt das gefaltete Dach mit seiner großen, pyramidenförmigen Zeltspitze aus Sichtbeton. Im Inneren stecken paarweise gesetzte Säulenstäbe den quadratischen Gemeinderaum ab, während ein Umgang mit kapellenartigen Nischen ihn umzieht. Die Fensterreihen lassen die Außenwand wie eine Zinnenmauer wirken; eine ausgewölbte Glasnische mit Pyramidendach dient als Taufort.

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Kunst und Ausstattung

Von den Fenstern über das Portal bis zur Wetterfahne stammen die Entwürfe von Böhm selbst. Das Glas ist überwiegend sehr hell gehalten, nur in der Kapelle leuchtet ein abstraktes Fenster aus farbigem Antikglas; im Taufbereich erscheint zusätzlich die Taube des Heiligen Geistes. Altar und der von Theo Heiermann entworfene Taufstein bestehen aus Mainsandstein, das Altarkreuz ist ein Geschenk der Familie Böhm. Hinzu kommen ein Osterleuchter, eine holzgeschnitzte Pietà aus dem 18. Jahrhundert und die Sakramentssäule mit Tabernakel von Eva Burgeff (1967).

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Wandel im neuen Jahrtausend

Nach einer Dachsanierung 1973 und einer großen Restaurierung 1984 wurde die Kirche 1997 unter Denkmalschutz gestellt. Mit einer Gemeindezusammenlegung verlor sie um die Jahrtausendwende den Rang der Pfarrkirche und gehört seither als Filialkirche zur Gemeinde St. Maximilian Kolbe, die vier einst selbstständige Pfarreien vereint.

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Galerie

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-28

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