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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© nameless · Public domain

St. Maria Magdalena

Vor 1196 als Kapelle des Stifts St. Severin entstanden, 1805 abgebrochen — Teile des Inventars sind bis heute erhalten.

Die Kirche stand in der südlichen Vorstadt Kölns, eingebettet in ein Umfeld aus Weingärten, Höfen und Amtsgebäuden des Viertels.

Auf einen Blick

Art
Ehemalige katholische Pfarrkirche, ursprünglich Vikariatskapelle des Stifts St. Severin
Baustil
Romanische Saalkirche mit kleinem quadratischem Dachreiter
Maße
Langschiff etwa 11,50 m lang und rund 7 m breit
Ausstattung
Zwei urkundlich genannte Nebenaltäre (Eustachius, Sebastian)
Erhalten
Inventarteile in St. Severin, im Wallraf-Richartz-Museum und in der Universitäts- und Stadtbibliothek

Geschichte

Die durch das Stift St. Severin errichtete Kapelle wurde in Schreinsurkunden gegen Ende des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Eine Urkunde des Stiftes aus dem Jahr 1196 hielt eine Stiftung für eine Memorie sowie die Übernahme der Beleuchtungskosten in den Sonntagnächten fest. Weitere Nennungen als Kapelle folgten 1218 und 1251. In den Jahren 1312 und 1313 deutete sich ihre Rolle als Pfarrkirche an; erwähnt wurde ein fest zugeordneter Plebanus mit eigenem Kirchspiel. Der Bau fiel wahrscheinlich in die Amtszeit des Propstes Konrad von Blankenheim (1165–1196).

© Arnold Mercator · Public domain

Bauwerk

Das Langschiff schloss nach Osten mit einer runden Chornische ab, deren Durchmesser bei ungefähr 4,50 m gelegen haben soll. Das Satteldach trug mittig den Dachreiter. Ein überdachter Gang verband die Kirche mit dem nördlich gelegenen Küsterhaus. In den Schreinsbüchern wurden für 1361 und 1366 zwei Nebenaltäre genannt, geweiht dem heiligen Eustachius und dem heiligen Sebastian.

© nameless · Public domain

Umgebung

Das von einem kleinen Grundstück umschlossene Bauwerk lag, durch die Straße getrennt, gegenüber der Severinskirche. Im Norden grenzte ein Kirchhof an, hinter dem der Walravenhof (Höhe Brunostraße / An St. Magdalenen) lag; die umgebenden Weingärten endeten nach Westen an der Stadtmauer. Vor der Severinstraße standen auf dem Nachbargrundstück in Richtung Severinstorburg das Dinghaus der Schöffen, die alte Schmiede des Viertels (Haus Balchem) und das Zollhaus. Zur Stadt hin, über die Straße An St. Magdalenen hinweg, lag an der Severinstraße der Hof der Mommersloch, dem sich St. Bonifatius anschloss.

© nameless · Public domain

Ende und Nachnutzung

Während der Säkularisation wurde die Kirche 1802 geschlossen und 1805 abgebrochen. Das Gelände von Kirche und Kirchhof ging an St. Severin über. In den Jahren 1834/35 entstand dort ein neues Pfarrhaus mit Wohnungen für den Kaplan und den Küster.

Erhaltenes Inventar

Teile der Ausstattung sind bis heute erhalten. Die Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek erhielt ein Missale des Lazarusaltars, weitere Stücke befinden sich in St. Severin und im Wallraf-Richartz-Museum. Zum Bestand des Museums zählt ein mit zwei Wappen verziertes Kreuzigungsgemälde (Leinwand 1,20 × 1,46 m), datiert auf 1564. In St. Severin befinden sich ein marmorner Memorienaltar von 1614 für den Stifter und Kirchenmeister Jakob Deutzmann und seine Frau Christina; die eingearbeitete Schnitzerei zeigt die Auferweckung des Lazarus, stammt vom Drechsler Johann in der Mühlen und soll auf den hinter der Kirche gelegenen Kirchhof Bezug genommen haben. Hinzu kommen vier Kelche des 18. Jahrhunderts sowie ein Ölbild auf Holz in der Sakristei: Der unbekannte Maler stellte mittig die Kreuzigung Jesu dar und bildete auf den Seitentafeln die Stifterfamilie ab, den Kirchenmeister Johann Odendall und seine Frau Lucia.

Wissenswertes

Beim Stifter des Kreuzigungsgemäldes von 1564 ist die Quelle widersprüchlich: Im Fließtext wird der dargestellte Bannerherr „Laurenz Schwarzburg“ genannt, die zitierte Bildinschrift dagegen gibt ihn als „Gerit Schwartzbitch“ und seine Frau als Anna an. Welche Namensform zutrifft, lässt sich aus der Quelle nicht klären.

Karte

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-30

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