St. Maria Magdalena
Vor 1196 als Kapelle des Stifts St. Severin entstanden, 1805 abgebrochen — Teile des Inventars sind bis heute erhalten.
Die Kirche stand in der südlichen Vorstadt Kölns, eingebettet in ein Umfeld aus Weingärten, Höfen und Amtsgebäuden des Viertels.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemalige katholische Pfarrkirche, ursprünglich Vikariatskapelle des Stifts St. Severin
- Baustil
- Romanische Saalkirche mit kleinem quadratischem Dachreiter
- Maße
- Langschiff etwa 11,50 m lang und rund 7 m breit
- Ausstattung
- Zwei urkundlich genannte Nebenaltäre (Eustachius, Sebastian)
- Erhalten
- Inventarteile in St. Severin, im Wallraf-Richartz-Museum und in der Universitäts- und Stadtbibliothek
Geschichte
Die durch das Stift St. Severin errichtete Kapelle wurde in Schreinsurkunden gegen Ende des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Eine Urkunde des Stiftes aus dem Jahr 1196 hielt eine Stiftung für eine Memorie sowie die Übernahme der Beleuchtungskosten in den Sonntagnächten fest. Weitere Nennungen als Kapelle folgten 1218 und 1251. In den Jahren 1312 und 1313 deutete sich ihre Rolle als Pfarrkirche an; erwähnt wurde ein fest zugeordneter Plebanus mit eigenem Kirchspiel. Der Bau fiel wahrscheinlich in die Amtszeit des Propstes Konrad von Blankenheim (1165–1196).
Bauwerk
Das Langschiff schloss nach Osten mit einer runden Chornische ab, deren Durchmesser bei ungefähr 4,50 m gelegen haben soll. Das Satteldach trug mittig den Dachreiter. Ein überdachter Gang verband die Kirche mit dem nördlich gelegenen Küsterhaus. In den Schreinsbüchern wurden für 1361 und 1366 zwei Nebenaltäre genannt, geweiht dem heiligen Eustachius und dem heiligen Sebastian.
Umgebung
Das von einem kleinen Grundstück umschlossene Bauwerk lag, durch die Straße getrennt, gegenüber der Severinskirche. Im Norden grenzte ein Kirchhof an, hinter dem der Walravenhof (Höhe Brunostraße / An St. Magdalenen) lag; die umgebenden Weingärten endeten nach Westen an der Stadtmauer. Vor der Severinstraße standen auf dem Nachbargrundstück in Richtung Severinstorburg das Dinghaus der Schöffen, die alte Schmiede des Viertels (Haus Balchem) und das Zollhaus. Zur Stadt hin, über die Straße An St. Magdalenen hinweg, lag an der Severinstraße der Hof der Mommersloch, dem sich St. Bonifatius anschloss.
Ende und Nachnutzung
Während der Säkularisation wurde die Kirche 1802 geschlossen und 1805 abgebrochen. Das Gelände von Kirche und Kirchhof ging an St. Severin über. In den Jahren 1834/35 entstand dort ein neues Pfarrhaus mit Wohnungen für den Kaplan und den Küster.
Erhaltenes Inventar
Teile der Ausstattung sind bis heute erhalten. Die Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek erhielt ein Missale des Lazarusaltars, weitere Stücke befinden sich in St. Severin und im Wallraf-Richartz-Museum. Zum Bestand des Museums zählt ein mit zwei Wappen verziertes Kreuzigungsgemälde (Leinwand 1,20 × 1,46 m), datiert auf 1564. In St. Severin befinden sich ein marmorner Memorienaltar von 1614 für den Stifter und Kirchenmeister Jakob Deutzmann und seine Frau Christina; die eingearbeitete Schnitzerei zeigt die Auferweckung des Lazarus, stammt vom Drechsler Johann in der Mühlen und soll auf den hinter der Kirche gelegenen Kirchhof Bezug genommen haben. Hinzu kommen vier Kelche des 18. Jahrhunderts sowie ein Ölbild auf Holz in der Sakristei: Der unbekannte Maler stellte mittig die Kreuzigung Jesu dar und bildete auf den Seitentafeln die Stifterfamilie ab, den Kirchenmeister Johann Odendall und seine Frau Lucia.
Wissenswertes
Beim Stifter des Kreuzigungsgemäldes von 1564 ist die Quelle widersprüchlich: Im Fließtext wird der dargestellte Bannerherr „Laurenz Schwarzburg“ genannt, die zitierte Bildinschrift dagegen gibt ihn als „Gerit Schwartzbitch“ und seine Frau als Anna an. Welche Namensform zutrifft, lässt sich aus der Quelle nicht klären.
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-30
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.





