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© Chris06 · Public domain

St. Maria Magdalena und Lazarus

Frühgotische Kapelle auf dem Melaten-Friedhof, die auf ein mittelalterliches Leprosenhaus zurückgeht und älter ist als der Kölner Dom.

Die Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus steht im südlichen Teil des Melaten-Friedhofs in Köln-Lindenthal, an der Aachener Straße nahe der Straßenbahnhaltestelle „Melaten". Der frühgotische Sakralbau geht auf ein mittelalterliches Heim für Leprakranke zurück, das einst auf dem heutigen Friedhofsgelände lag.

Auf einen Blick

Bautyp
Sakralbau, ehemalige Hospitals- und Friedhofskapelle
Baujahr
Grundstein 1243, geweiht 1245
Stil
Frühgotik
Patrozinium
Maria Magdalena und Lazarus (zuvor Johannes und Lazarus)
Stadtteil
Köln-Lindenthal (Melaten-Friedhof)
Konfession
römisch-katholisch
Eigentümer
Stadt Köln
Wusstest du?

Die Kapelle wurde 1245 geweiht und ist damit einige Jahre älter als der Kölner Dom, mit dessen Bau erst 1248 begonnen wurde.

Das kannst du hier erleben

  • Die vier Glasfenster von Hermann Gottfried im Chor und Altarraum betrachten
  • Die frühgotische Architektur der einst zweischiffigen Kapelle erkunden
  • Bei einem Rundgang über den Melaten-Friedhof die Kapelle besuchen
  • Kulturelle Ausstellungen im vom Verein genutzten Innenraum erleben

Geschichte

Spätestens 1180 bestand auf dem Areal ein Leprosenhaus (campus leprosi) mit mehreren Wohnbauten für Leprakranke. Der Grundstein der Kapelle wurde nach urkundlicher Überlieferung 1243 gelegt; zwei Jahre später weihte der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden den fertigen Bau. Damit ist sie einige Jahre älter als der Kölner Dom, dessen Bau erst 1248 begann. Im 15. Jahrhundert wurde die Kapelle umgebaut. Nach der Schließung des Leprosenhauses 1767 verlor sie für lange Zeit ihre Funktion. Infolge der napoleonischen Gesetzgebung im besetzten Rheinland sollte für Köln ein Friedhof außerhalb der Stadtmauern entstehen; die Wahl fiel auf das Areal Melaten. Die alten Häuser des Leprosenhauses wurden abgerissen, und aus der Leprosenkapelle wurde die Friedhofskapelle. 1919 diente sie kurzzeitig als erste Pfarrkirche für die Neuansiedler in Lindenthal und Braunsfeld, bis wenige Jahre später Christi Auferstehung diese Rolle übernahm.

© Chris06 · Public domain

Architektur und Ausstattung

Ursprünglich besaß die Kapelle zwei Kirchenschiffe: In einem saßen die Kranken, im anderen die Gesunden. Über die Jahre wurden mehrere Fenster zugemauert, sodass heute nur noch zehn verglaste Öffnungen erhalten sind. Die vier bunten Glasfenster im Chor und Altarraum schuf Hermann Gottfried 1975; sie zeigen den heiligen Lazarus, Johannes den Täufer, Maria Magdalena, Sankt Pantaleon und den Erzengel Michael. Auf dem Dach sitzt ein Dachreiter, dessen Glocke aus der Rathauskapelle St. Maria in Jerusalem stammt.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Nutzung heute

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle beschädigt und anschließend wiederaufgebaut; 1952 wurde sie der katholischen Kirche zur Nutzung übergeben, während sie wie der Friedhof im Eigentum der Stadt Köln bleibt. Der 2014 gegründete St. Maria Magdalenen Verein Köln e. V. ist vertraglich mit Stadt und Erzbistum Köln Nutzungsberechtigter und unterstützt die Sanierung sowie den Gebrauch für Gottesdienste, Trauerfeiern und als kulturellen Ausstellungsraum. Im Frühjahr 2019 ließ der Verein den Innenraum renovieren: Die verrußten Wände wurden neu verputzt und gekalkt.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Zeitstrahl

  1. 1180
    Spätestens jetzt besteht auf dem Areal ein Leprosenhaus (campus leprosi).
  2. 1243
    Der Grundstein für die Kapelle wird gelegt.
  3. 1245
    Erzbischof Konrad von Hochstaden weiht die fertige Kapelle.
  4. 1767
    Das Leprosenhaus Melaten wird geschlossen; die Kapelle verliert ihre Funktion.
  5. 1919
    Die Kapelle wird kurzzeitig erste Pfarrkirche für Lindenthal und Braunsfeld.
  6. 1952
    Nach Kriegsschäden und Wiederaufbau wird sie der katholischen Kirche zur Nutzung übergeben.
  7. 1975
    Hermann Gottfried schafft die vier bunten Glasfenster im Chor und Altarraum.
  8. 2014
    Der St. Maria Magdalenen Verein Köln e. V. wird gegründet.
  9. 2019
    Der Verein lässt im Frühjahr den verrußten Innenraum neu verputzen und kalken.

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-26

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