St. Karl Borromäus
Katholische Pfarrkirche in Köln-Sülz von 1930, seit 1983 denkmalgeschützt – die erste Kölner Kirche, die als Teil eines geschlossenen Wohnblocks entstand.
St. Karl Borromäus ist eine katholische Pfarrkirche im Kölner Stadtteil Sülz, die 1930 nach Entwürfen der Architekten Ferdinand Pasmann und Joseph Bonn errichtet wurde. Sie gilt als Beispiel der Kölner Kirchenmoderne zwischen Expressionismus und Neuem Bauen und ist als erste Kirche der Stadt in einen geschlossenen Wohnblock eingebunden.
Auf einen Blick
- Stadtteil
- Sülz, Eckgrundstück an der Zülpicher Straße
- Baujahr und Weihe
- 1930
- Architekten
- Ferdinand Pasmann und Joseph Bonn
- Patrozinium
- Karl Borromäus
- Stil
- zwischen Expressionismus und Neuem Bauen
- Baumaterial
- Backsteinklinker
- Denkmalschutz
- seit 1983 (Denkmalliste Nr. 1307)
- Orgel
- dreimanualige Seifert-Orgel von 1954 mit 37 Registern
Eine der beiden Glocken ist eine gotische Patenglocke von 1521, die ursprünglich aus der Stadtkirche im schlesischen Świerzawa stammt, zu Kriegszwecken abgegeben wurde und den Krieg unbeschadet überstand.
Das kannst du hier erleben
- Die Heiligenfenster von Georg Meistermann aus dem Jahr 1959 betrachten
- Den pfeilerlosen Innenraum mit dunkelblau gefasster Mittelachse erleben
- Die gotische Patenglocke von 1521 und das Geläut entdecken
- Die von Gottfried Böhm gestaltete Altarzone und den Sakramentsaltar ansehen
Geschichte
In den 1920er Jahren wuchs die Bevölkerung von Sülz stark an, sodass die Muttergemeinde St. Nikolaus trotz mehrerer Ausgründungen noch rund 30.000 Mitglieder zählte. Auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube wurde ein Eckgrundstück erworben, auf dem Pasmann und Bonn die Kirche samt umgebender Wohnbebauung planten.
Der erste Spatenstich fiel am 30. März 1930, die Grundsteinlegung folgte am 9. Juni, und bereits am 9. November desselben Jahres weihte Weihbischof Joseph Hammels den Bau. 1950 wurde die Gemeinde zur selbständigen Pfarrei erhoben. Zum Jahreswechsel 2001/2002 schloss sie sich mit der ehemaligen Muttergemeinde zu St. Nikolaus und Karl Borromäus zusammen.
Krieg und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche durch Luftangriffe schwer beschädigt, aber nicht zerstört; besonders Dach und Sakristei litten, und sämtliche Fenster wurden zertrümmert. Die Instandsetzung war 1946 abgeschlossen. 1959 schuf Georg Meistermann 14 neue Fenster, und 1967 gestaltete der Architekt Gottfried Böhm im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils vor allem den Altarbereich neu.
Architektur
Der geradlinige Klinkerbau mit schlichtem Satteldach fügt sich mit Höhe und Fassadenmaterial in die angrenzende Wohnbebauung ein; nur zur Zülpicher Straße öffnen sich Nordseite und Turm zu einem kleinen, leicht erhöhten Vorplatz. Ornamentale Details erinnern an den Expressionismus. Im Inneren erstreckt sich seit der Umgestaltung von 1967 ein hell verputzter, pfeilerloser Einraum von der emporeüberbauten Vorhalle bis zum Chor. Kräftige Betonunterzüge ermöglichen die Stützenlosigkeit und die erhöhte, dunkelblau gefasste Mittelachse; der erhöhte Altarbereich erhält Licht durch hoch liegende Fenster.
Ausstattung
Die Meistermann-Fenster von 1959 zeigen zahlreiche Heilige und wurden von Wilhelm Derix aus Überfang- und Opalglas gefertigt sowie von Meistermann mit Schwarzlot bemalt. Von Meistermann stammt auch das Wandgemälde hinter dem Altar, vor dem ein Gabelkreuz mit Begleitfiguren von Wilhelm Tophinke steht. Ein seitlicher Sakramentsaltar aus weißem Marmor geht auf Gottfried Böhm zurück, die Tabernakeltür auf Klaus Balke. Der 14-teilige Kreuzweg wurde 1948 von Wilhelm Tophinke geschnitzt.
Orgel und Glocken
Die dreimanualige Seifert-Orgel von 1954 besitzt 37 Register und wurde 1990/1991 vollständig überholt; ihre Pfeifen stehen gehäuselos frei im Raum. Das zweistimmige Geläut umfasst eine Glocke der Gießerei Otto von 1924 sowie eine gotische Patenglocke von 1521 mit den Schlagtönen dis′ und fis′.
Wissenswertes
Der Turm diente ursprünglich als Taufkapelle und beherbergt heute eine Werktagskapelle; über seinem Außenportal ist eine Bronzeskulptur von Karl Borromäus angebracht. Pläne, die Kirche in ein Kolumbarium umzuwidmen, wurden verworfen – stattdessen werden die Gemeinderäume im Untergeschoss inzwischen auch weltlich genutzt.
Zeitstrahl
- 1930Bau und Weihe der Kirche durch Weihbischof Joseph Hammels
- 1946Abschluss der Reparaturen nach schweren Kriegsschäden
- 1950Erhebung zur selbständigen Pfarrei
- 1959Georg Meistermann schafft 14 neue Fenster
- 1967Neugestaltung des Innenraums durch Gottfried Böhm
- 1983Aufnahme in die Denkmalliste der Stadt Köln
- 1991Modernisierung mit Orgelüberholung und Anbau einer Werktagskapelle
Galerie
Karte
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Adresse
Zülpicher Str. 275
50937 Köln
Öffnungszeiten
Mo: 17:30–19:00
Di: 09:00–10:00
Mi: 09:00–17:00
Do: 16:00–18:00
Sa: 09:30–15:00
Sa: 16:30–18:00
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-17)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-05)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-05, rev 258640296)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-05
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