St. Hildegard in der Au
Ehemalige katholische Pfarrkirche in Köln-Nippes von 1960/61, seit 2020 profaniert und voraussichtlich zum Abriss bestimmt.
St. Hildegard in der Au ist eine 1960/61 errichtete ehemalige katholische Pfarrkirche im Kölner Stadtteil Nippes; sie wurde am 20. September 2020 außer Dienst gestellt und soll voraussichtlich abgerissen werden. Anstelle des zunehmend baufälligen Baus ist sozialer Wohnungsbau vorgesehen.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Bautyp
- Ehemalige römisch-katholische Pfarrkirche (profaniert)
- Architekt
- Stefan Leuer
- Bauzeit
- 1960/1961, Weihe zum ersten Advent 1961
- Stadtteil
- Köln-Nippes
- Patrozinium
- Heilige Hildegard von Bingen
- Konfession
- Römisch-katholisch
- Status
- Seit 20. September 2020 außer Dienst, Abriss geplant
Nach der Profanierung zogen Orgel und Taufstein als „sichtbares Zeichen ökumenischer Verbundenheit" in die evangelische Stephanuskirche in Köln-Riehl um – die Orgel erklang dort ab dem dritten Advent 2022 wieder.
Das kannst du hier erleben
- Die parabelförmige Architektur und den freistehenden Campanile von außen betrachten
- Die perforierte Fassade mit den 142 kleinen Fenstern fotografieren
- Die Hildegard-Skulptur in der Nische über dem Portal entdecken
- Die Nachkriegs-Sakralarchitektur der 1960er im Kontext von Nippes erkunden
- Orgel und Taufstein in ihrem neuen Zuhause, der Stephanuskirche in Köln-Riehl, besuchen
Geschichte
Die Kirchengemeinde wurde am 4. August 1959 gegründet, verbunden mit den Planungen für einen Neubau. Das Grundstück gehörte zuvor der Muttergemeinde St. Bonifatius in Nippes und trug eine Schrebergartenanlage – daher der Namenszusatz „in der Au". Nach der Baugenehmigung Ende 1959 übernahm die junge Gemeinde im März 1960 selbst die Verantwortung für den Bau. Am 29. Mai 1960 wurde der Grundstein gelegt, am 20. Dezember folgte das Richtfest. Der Ausbau von Kirche, Jugendheim und Kirchturm zog sich durch das Jahr 1961, bis am 3. Dezember 1961 die Einweihung stattfand.
Architektur
Der Bau erhebt sich über einem nahezu quadratischen Grundriss mit zwei parabelförmig abgerundeten Ecken an einer ruhigen Straßenkreuzung. Das quadratische Portal sitzt am Scheitelpunkt einer der Parabeln, ein schlanker Campanile auf kreisrundem Grund steht separat daneben. Das parabelförmige Quadrat kehrt 530-fach in der Kassettendecke wieder. Die Fassade ist mit 142 kleinen quadratischen Fenstern „perforiert", die hinter Altar und Orgelempore mit einem farbigen Fenster beginnen und sich zu den Ecken hin bis zum Boden staffeln. Oberhalb des Eingangs sitzt in einer Nische eine Skulptur der Patronin Hildegard von Bingen. Im Inneren teilt sich der Eingangsbereich unter einer ellipsoid auskragenden Empore in Vorhalle und Taufkapelle; die Bankreihen fächern sich um die erhöhte Altarinsel auf.
Ausstattung
Die Kirche war bewusst sparsam ausgestattet und enthielt keine wertvollen Kunstgegenstände, anfangs auch aus finanziellen Gründen. Der als Reliquie in die Wand eingelassene Grundstein stammt aus dem Kloster der hl. Hildegard in Eibingen bei Rüdesheim. Von Klaus Balke stammen Altartisch, Tabernakel, Altarkreuz und Leuchter (1962) sowie die Kreuzwegstationen (1964); das Tabernakel ist einem jüdischen Toraschrein nachgebildet. Die farbigen Fenster und die gläserne Trennwand schuf Hubert Schaffmeister, die Hildegard-Figur und das Taufbecken Jochem Pechau. 1968 kam eine zweimanualige Späth-Orgel mit 14 Registern hinzu, dazu ein dreistimmiges Geläut von Petit & Gebr. Edelbrock.
Schließung
Das baufällig gewordene Gotteshaus wurde am 20. September 2020 mit einer feierlichen Messe außer Dienst gestellt; an seiner Stelle ist sozialer Wohnungsbau geplant. Taufstein und Orgel gingen als Zeichen ökumenischer Verbundenheit an die evangelische Stephanuskirche in Köln-Riehl, wo die Orgel nach Überarbeitung am dritten Advent 2022 eingeweiht wurde. Zuvor dokumentierte die Kölner Musikergruppe Sono Kollektiv den leeren Kirchenraum in drei Videos mit Livemusik, uraufgeführt bei einer Kunstveranstaltung am 2. April 2022.
Zeitstrahl
- 1959Gründung der Kirchengemeinde St. Hildegard in der Au am 4. August
- 1960Grundsteinlegung am 29. Mai, Richtfest am 20. Dezember
- 1961Einweihung der Kirche am 3. Dezember
- 1968Anschaffung der zweimanualigen Späth-Orgel mit 14 Registern
- 2020Außerdienststellung am 20. September mit feierlicher Messe
- 2022Wiedereinweihung der Orgel in der Stephanuskirche Köln-Riehl am dritten Advent
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-26
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.





