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© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Christi Geburt

Katholische Pfarrkirche von 1969–1971 in Bocklemünd/Mengenich mit ungewöhnlichem Patrozinium der Geburt Christi und kantiger, winkelloser Architektur.

Die katholische Pfarrkirche Christi Geburt steht im Kölner Stadtteil Bocklemünd/Mengenich und entstand 1969 bis 1971 nach Plänen des Architekten Eduard Frieling. Ihr Patrozinium der Geburt Christi gilt für eine katholische Kirche in Deutschland als wohl einmalig.

Auf einen Blick

Konfession
römisch-katholische Pfarrkirche
Stadtteil
Bocklemünd/Mengenich
Architekt
Eduard Frieling (Hamburg)
Bauzeit
1969–1971
Weihe
3. September 1972 durch Joseph Kardinal Höffner
Patrozinium
Geburt Christi (für eine katholische Kirche in Deutschland wohl einmalig)
Grundriss
fünfeckiger Kirchenraum mit dreieckigem Turm
Wusstest du?

Die Widmung an die Geburt Christi gilt für eine katholische Kirche in Deutschland als wohl einmalig.

Das kannst du hier erleben

  • Die winkellose, vielzackige Betonarchitektur und den fünfeckigen Kirchenraum erkunden
  • Die asymmetrischen Bleiglasfenster von Ludwig Schaffrath und die Blautöne der Marienkapelle betrachten
  • Die Marmor-Ausstattung von Sepp Hürten und die Wandmalerei von Hermann Gottfried entdecken
  • Das schwarze Holzkreuz vor der Kirche und den Innenhof mit Pfarrensemble anschauen
  • Die Seifert-Orgel mit ihrem asymmetrischen Eichenprospekt und das vierstimmige Geläut erleben

Geschichte

Seit Mitte der 1960er Jahre wuchs im Westen Kölns die Großsiedlung Bocklemünd/Mengenich für rund 10.000 Menschen heran. Das Erzbistum erwarb dort ein zentrales, mit rund 4000 m² vergleichsweise kleines Grundstück für Kirche und Pfarrzentrum und schrieb 1966 einen Architekturwettbewerb aus, den der Hamburger Architekt Frieling für sich entschied. Nach dem ersten Spatenstich im September 1968 und der Grundsteinlegung am 30. März 1969 entstand zunächst der erste Bauabschnitt mit Kirche, Priesterhaus und Schwesternwohnungen; Richtfest war am 5. September 1969. Ab dem 4. April 1971 fanden Gottesdienste statt, am 3. September 1972 nahm Joseph Kardinal Höffner die Weihe vor. Ein schwarzes Holzkreuz, das seit Baubeginn auf dem Gelände stand, steht bis heute vor der Kirche. 2002 kam ein Vorraum nach Plänen des Kölner Architekten Johannes Schilling hinzu.

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Architektur

Kirche, Pfarrbauten und eine Kindertagesstätte liegen leicht erhöht und gruppieren sich um einen Innenhof, dessen Hauptzugang sich zu einer Fußgängerzone öffnet. Die Kirche bildet mit ihren vielzackigen, gefalteten Flächen ohne rechte Winkel den optischen Mittelpunkt; aus ihnen richtet sich der dreieckige Turm zum Hof hin auf. Gegenüber den benachbarten Wohnhochhäusern bleibt die Anlage in ihren Ausmaßen zurückhaltend. Der Kirchenraum ruht auf einem fünfeckigen Grundriss, an dessen gezackter Spitze der Altar steht; seitlich erweitert eine Kapelle mit darüberliegender Empore den Raum. Der zum Altar leicht abfallende Boden verstärkt die diagonalen Raumlinien, während der um drei Stufen angehobene Altarbereich aus weißem Marmor sich farblich und materiell abhebt. Über der Altarrückwand mit großem Wandgemälde bringt ein schräger Schacht indirektes Licht von oben in den Altarraum.

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Ausstattung

Die asymmetrischen Fensterflächen schuf Ludwig Schaffrath: Die beiden schmalen Seitenfenster sind fast farblos verglast und lassen das meiste Licht ein, während bei Marienkapelle und Südfenster Blautöne überwiegen. Der Bildhauer Sepp Hürten entwarf 1971 Altar, Ambo, Tabernakel und Taufbecken aus weißem Marmor sowie das Ewige Licht, das Altarkreuz und den Altarleuchter. Ein Betonrelief von Klaus-Heinz Monecke bricht eine Wandfläche auf, und von Hermann Gottfried stammen eine freskenartige Wandmalerei mit Motiven aus dem Neuen Testament sowie der Kreuzweg. Hinzu kommen eine spätbarocke Holzmadonna des 18. Jahrhunderts in der Beichtkapelle und eine 1984 ergänzte barockisierende Josefsfigur. Die 1976 von Romanus Seifert & Sohn gebaute Orgel hat zwei Manuale und 21 Register; ihr Eichenprospekt nimmt die asymmetrischen Formen der Architektur auf. Im Turm läutet ein Geläut der Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock, das 1970 mit drei Glocken begann und 1983 um eine vierte, größte ergänzt wurde.

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0

Zeitstrahl

  1. 1968
    Erster Spatenstich im September; ein schwarzes Holzkreuz wird auf der Baustelle aufgestellt.
  2. 1969
    Grundsteinlegung am 30. März, Richtfest des ersten Bauabschnitts am 5. September.
  3. 1971
    Ab dem 4. April erste Gottesdienste in der Kirche.
  4. 1972
    Weihe durch Joseph Kardinal Höffner am 3. September.
  5. 1976
    Einbau der zweimanualigen Orgel mit 21 Registern von Romanus Seifert & Sohn.
  6. 1983
    Ergänzung des Geläuts um eine vierte, größte Glocke.
  7. 2002
    Anbau eines Vorraums nach Plänen von Johannes Schilling.

Galerie

© Elke Wetzig · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-26

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