Kölner Weinkeller
Historischer Fasskeller von 1937 mit vollständig erhaltenen Emailletanks, einer „Schatzkammer“ und einem von Ewald Mataré gestalteten Fass – heute Weinfachmarkt.
Der Einzelhändler Cornelius Stüssgen ließ unter der Zentrale seines Unternehmens ein Gewölbe anlegen, in dem Weine für die firmeneigenen Marken gelagert und abgefüllt wurden. Bis heute ist dort ein Teil der ursprünglichen Einrichtung erhalten.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Historischer Fasskeller, heute Weinfachmarkt der Rewe Group
- Lage
- Stolberger Straße, Köln-Braunsfeld, Stadtbezirk Lindenthal
- Baujahr
- 1937
- Zugang
- 51 Stufen bis in 13 Meter Tiefe
- Maße
- 95 Meter lang, 26 Meter breit
- Bestand
- über 150.000 Flaschen
- Denkmalschutz
- Kulturdenkmal in Nordrhein-Westfalen
Der Kölner Weinkeller liegt 13 Meter tief unter der Stüssgen-Firmenzentrale und wurde 1937 nachträglich in Schachtbauweise unter dem bereits 1928/29 errichteten Gebäude angelegt; dank seiner Bauweise übersteigt die Temperatur selbst in heißen Sommern ohne künstliche Klimatisierung nie 18 Grad.
Geschichte
Stüssgen wollte einen Fasskeller mit gleichbleibenden Temperaturen und eine hochwertige Abfüllanlage, um seine Filialen mit Wein zu beliefern. Dafür wurde die 1928/29 errichtete Zentrale nachträglich unterkellert. Den Umbau übernahm Walter Dißmann, der schon am ursprünglichen Gebäude mitgewirkt hatte. Im Zweiten Weltkrieg diente der Keller Anwohnern aus Braunsfeld auch als Luftschutzbunker. Nach der Übernahme der Kölner Stüssgen-Märkte durch die Rewe Group im Jahr 1984 wurden die Firmenzentrale geschlossen und die Weinabfüllung eingestellt.
Bauweise und Klima
Der Keller entstand in Schachtbauweise als massive Betonkonstruktion. Sie ist mit speziellen Ziegelsteinen ausgemauert und von einem freitragenden Gewölbe überspannt. Diese Konstruktion sorgt für eine zur Weinlagerung passende Luftfeuchtigkeit. Auch in heißen Sommern bleibt die Temperatur bei höchstens 18 Grad, eine künstliche Klimatisierung ist dafür nicht nötig.
Erhaltene Technik
Die alten emaillierten Tanks sind vollständig erhalten, von den großen Holzfässern für die Lagerung noch einige. Außerdem sind Rohrleitungen und elektrische Anlagen aus den Gründungsjahren zu sehen. In den Keller fährt ein Aufzug von 1937, der zu den ältesten noch betriebenen Aufzügen Kölns gehört.
Die Schatzkammer
Am Ende der Ostseite liegt hinter einem alten schmiedeeisernen Tor von August Kotthoff die sogenannte „Schatzkammer“. Dort steht ein Fass, das der Bildhauer Ewald Mataré 1947 im Auftrag zum 50-jährigen Jubiläum der Stüssgen-Märkte gestaltete. Es zeigt Gottvater sowie Adam und Eva zwischen Weinranken und trägt die Inschrift „Gott gab uns den Wein zur Freude“. Schon Stüssgen bewahrte hier besondere Weine auf, und noch heute lagern in diesem Raum Raritäten.
Nutzung heute
Nach einer Renovierung im Jahr 1992 dient der Keller als Fachhandel, vor allem für Weine der höheren Preisgruppe. Die Fläche wird in der Quelle mit über 2500 Quadratmetern angegeben. Der Name des Geschäfts geht auf den Kölner Sprachgebrauch zurück, in dem man vom „Kölner“ oder „Stüssgen-Weinkeller“ sprach. Neben Verkauf und Beratung finden im Gewölbe Events und Fachmessen statt. Die Weinhandlung wurde unter anderem 2011, 2012 und 2025 als „Weinhändler des Jahres“ ausgezeichnet.
Zeitstrahl
- 1928/29Errichtung der Stüssgen-Firmenzentrale in Köln-Braunsfeld
- 1937Bau des Weinkellers durch Cornelius Stüssgen (Architekt: Walter Dißmann)
- 1947Ewald Mataré gestaltet Fass zum 50-jährigen Jubiläum der Stüssgen-Märkte
- 1984Übernahme der Stüssgen-Märkte durch die Rewe Group, Ende der Weinabfüllung
- 1992Renovierung des Kellers
- 2011Auszeichnung „Weinhändler des Jahres“ (Weinwirtschaft)
- 2012Auszeichnung „Weinhändler des Jahres“ (Der Feinschmecker)
- 2025Auszeichnung „Weinhändler des Jahres 2025“ (Meininger Verlag)
Galerie
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-11-08
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt — sowie, wo ein Ort dort geführt wird, auf grundlegende Ortsdaten und Fotos aus Google Maps. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.





