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© Walter Koch , derivative work Lämpel · CC BY-SA 4.0

Justizvollzugsanstalt Köln

Gefängnis in Köln-Ossendorf, dessen 1,3 km lange Mauer es im Wohngebiet kaum als Haftanstalt erkennbar macht.

Im Volksmund heißt die Anstalt bis heute nach dem alten Kölner Gefängnis „Klingelpütz“, dessen Nachfolgerin sie ist.

Auf einen Blick

Art
Justizvollzugsanstalt für erwachsene Männer und Frauen
Lage
Kölner Stadtteil Ossendorf, Stadtbezirk Ehrenfeld
In Betrieb seit
1969
Haftplätze
1171, davon 37 in einer Außenstelle für Frauen im offenen Vollzug
Umfriedung
rund 1,3 km lange Mauer
Gelände
etwa 25 Hektar
Anbindung
Stadtbahn Köln, Haltestelle Rektor-Klein-Straße (Linie 5)
Wusstest du?

In der JVA Köln-Ossendorf saßen mehrere prominente Häftlinge ein, darunter die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof, Kanzleramts-Spion Günter Guillaume und Kindermörder Jürgen Bartsch.

Bauweise und Anlage

Die Anlage gliedert sich in einzelne Hafthäuser. Verwaltungstrakte, Kirche und Bibliothek bilden das Kernstück, von dem aus ein Gangsystem die Gefangenenabteilungen verbindet. Hinzu kommen Freistundenhöfe, Freizeit- und Arbeitsräume sowie ein Werkstattgebäude. Die umgebende Mauer ist nach innen 5 m hoch, nach außen zwischen 3,50 und 4,50 m. Mit einer aufgelockerten Bepflanzung fügt sich das Gelände in das umliegende Wohngebiet ein und ist von außen nicht sofort als Gefängnis zu erkennen.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Geschichte

1959 schrieb das Land Nordrhein-Westfalen einen Wettbewerb für einen Gefängnisneubau in der Rochusstraße aus. Ihn gewannen der Architekt Fritz Jaenecke, der Ingenieur Erich Heyne und der schwedische Architekt Sten Samuelsen. Der Neubau löste das alte Gefängnis am Gereonswall ab; das Gelände war etwa zehnmal so groß wie dessen Standort in der Innenstadt. Der Grundstein wurde 1961 gelegt. Ein allgemeiner Baustopp für öffentliche Bauten zwischen 1960 und 1963 verzögerte die Arbeiten, das Richtfest folgte am 7. Dezember 1966. Im November 1968 trafen die ersten Gefangenen ein, im März 1969 wurden die Frauenhäuser belegt, und im Mai 1969 nahm die Anstalt offiziell den Betrieb auf.

Bekannte Insassen

In Köln-Ossendorf saßen mehrere überregional beachtete Häftlinge ein, darunter der Kanzleramts-Spion Günter Guillaume, der Bankier Iwan David Herstatt, der Kindermörder Jürgen Bartsch, die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof und die NSU-Terroristin Beate Zschäpe. Derzeit sitzt hier Thomas Drach ein, bekannt geworden durch die Reemtsma-Entführung. Das ehemalige Kunstfälscherehepaar Helene und Wolfgang Beltracchi veröffentlichte seinen Briefwechsel aus der 14-monatigen Untersuchungshaft, in dem die Verhältnisse und Missstände in der JVA aus Sicht der Insassen geschildert werden.

Bildung und Ausbildung

Die Anstalt bietet Gefangenen eine Berufsausbildung mit 73 Ausbildungsplätzen, getragen vom Berufsförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Die Ausbildungsgänge tragen durchgehend weibliche Berufsbezeichnungen: ausgebildet wird zur Frisörin und zur Textilreinigerin, dazu kommen modulare Qualifizierungen im Fachbereich Frisörin, als Änderungsschneiderin und Modenäherin sowie in den Bereichen Bürokommunikation und VHS-Grundlehrgang. Seit 1998 führt das Abendgymnasium Köln koedukative Kurse für Schulabschlüsse von der Hauptschule bis zum Fachabitur durch.

Zeitstrahl

  1. 1959
    NRW schreibt Wettbewerb für Gefängnisneubau in Ossendorf aus
  2. 1961
    Grundsteinlegung am 3. November für die neue JVA
  3. 1960–1963
    Allgemeiner Baustopp für öffentliche Bauten
  4. 1966
    Richtfest am 7. Dezember
  5. 1968
    Im November treffen die ersten Gefangenen ein
  6. 1969
    Im März Belegung der Frauenhäuser, im Mai offizielle Inbetriebnahme
  7. 1998
    Abendgymnasium Köln bietet seither koedukative Kurse zu Schulabschlüssen an
  8. 2003
    Vollstreckungsplan NRW regelt Zuständigkeiten (AV vom 16. September)

Karte

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-16

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