Europäischer transsonischer Windkanal
Flugzeugmodelle unter annähernd realen Flugbedingungen testen: Kölner Windkanal mit Messbedingungen von −163 °C bis 40 °C und bis 1,35 Mach.
Der ETW, englisch European Transonic Windtunnel, liegt an der Ernst-Mach-Straße in direkter Nachbarschaft zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Aufgebaut wurde er von Partnern aus Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland.
Auf einen Blick
- Art
- Versuchs- und Simulationsanlage (Windkanal)
- Lage
- Köln-Grengel, Stadtbezirk Porz
- Fertigstellung
- 1992
- Betreibergesellschaft
- European Transonic Windtunnel GmbH
- Messstrecke
- rechteckig, 2,4 m breit und 2 m hoch
- Testbetrieb
- bis zu 3 Testkampagnen pro Tag
Der Europäische transsonische Windkanal in Köln arbeitet mit Temperaturen bis hinunter zu −163 °C und kann so Flugbedingungen mit Reynolds-Zahlen von bis zu 85 Mio. für Halbmodelle nachbilden. Weltweit gibt es laut Quelle nur einen weiteren Windkanal mit vergleichbaren Eigenschaften, die NTF der NASA am Langley Research Center.
Geschichte und Trägerschaft
An Aufbau und Betrieb waren zunächst das französische ONERA, das britische Department of Trade and Industry (DTI), das niederländische NLR und das DLR beteiligt. Frankreich, Großbritannien und Deutschland hielten jeweils 31 Prozent, die Niederlande 7 Prozent. Im Jahr 2012 stieg das ONERA aus dem Verbund aus. Heute gehören dem DLR 45 Prozent der Gesellschaft, BIS und QinetiQ gemeinsam 45 Prozent und dem NLR 10 Prozent.
Was den Windkanal auszeichnet
Druck, Temperatur und Geschwindigkeit werden getrennt geregelt. Dadurch lassen sich Machzahl, Reynoldszahl und Staudruck unabhängig voneinander steuern. So können die Auswirkungen von Kompressibilität, Modellverformung und Skalierung jeweils isoliert betrachtet werden. Nach Angaben des Betreibers beruht dies auf dem kryogenen Konzept eines unter Druck stehenden Windkanals. Vergleichbare Eigenschaften hat nur noch die National Transonic Facility (NTF) der NASA am Langley Research Center in den USA.
Technik und Testbetrieb
Gemessen wird bei Drücken von 1,15 bis 4,5 bar. Für Vollmodelle erreicht der Kanal Reynolds-Zahlen bis 50 Millionen, für Halbmodelle bis 85 Millionen. Die Modelle haben etwa 1,5 m Spannweite, bei Halbmodellen bezieht sich das auf die Halbspannweite. Laut Betreiber lassen sich mit einem modularen Modellwagen-Konzept Testkampagnen parallel vorbereiten und durchführen.
Forschung und Nutzung
Nach Angaben des Betreibers arbeiten Flugzeughersteller aus aller Welt sowie europäische Forschende mit der Anlage. Ein Beispiel ist das Projekt AWATAR, in dem das DLR und Airbus im ETW eine abgestrebte Flügelkonfiguration mit sehr großer Streckung untersuchten. Der Betreiber sieht den ETW als Ergänzung zu den Windkanälen DNW-LLF und ONERA-S1MA und verweist auf die Einstufung als strategischer europäischer Windkanal durch den europäischen Beirat für Luftfahrtforschung ACARE. Zum Schutz der Kundendaten haben laut Betreiber alle Beschäftigten Vertraulichkeitsvereinbarungen unterzeichnet.
Zeitstrahl
- 1992Fertigstellung des Europäischen transsonischen Windkanals in Köln
- 2012Frankreich (ONERA) steigt aus dem Betreiberverbund aus
Karte
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Quellen & Links
- Offizielle Webseite
- Offizielle Webseite (abgerufen 2026-11-06)
- Wikidata (abgerufen 2026-11-06)
- Wikipedia (abgerufen 2026-11-06, rev 271608823)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-11-06
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