Albert-Richter-Velodrom – Radsportzentrum NRW
Dritte Radrennbahn an gleicher Stelle seit 1923: Leistungszentrum für Bahnradsport im Kölner Stadtteil Müngersdorf, benannt nach Albert Richter.
Neben dem Rheinenergiestadion im Sportpark Müngersdorf wird die bislang halboffene Radrennbahn überdacht und zu einer multifunktionalen Sporthalle umgebaut. Damit sollen Training und Wettkämpfe künftig auch im Winter möglich sein.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Multifunktionale Sporthalle mit Radrennbahn, Leistungszentrum für Bahnradsport
- Lage
- Stadtteil Müngersdorf, Stadtbezirk Lindenthal, in Nachbarschaft der Deutschen Sporthochschule
- Status
- Im Bau
- Zuschauerplätze (geplant)
- 4000 bei Radsport, 3000 bei Basketball und Volleyball
- Bruttogrundfläche (geplant)
- 21.690 Quadratmeter
- Dach
- Stahlrohr-Konstruktion, 110 mal 70 Meter
Die Baukosten des Albert-Richter-Velodroms haben sich zwischen Planung und Dezember 2023 fast verdoppelt: von rund 60,4 auf 122,7 Millionen Euro.
Albert Richter und der Name
Der Kölner Radsportler Albert Richter wurde 1940 im Gefängnis von Lörrach mutmaßlich von der Gestapo ermordet. 1932 hatte er in Rom im Stadio Nazionale del PNF die Amateurweltmeisterschaft im Sprint gewonnen. Die dortige Bahn hatte der Münsteraner Architekt Clemens Schürmann für die Bahn-Weltmeisterschaften geplant; drei Jahre später wurde sie im Velodromo Maspes-Vigorelli in Mailand verbaut. Schon die Bahn im Radstadion von 1996 trug auf Betreiben einer Bürgerinitiative Richters Namen. Ab 2021 setzten sich Radsport-Fans und Lokalpolitiker erfolgreich dafür ein, dass auch das neue Velodrom so heißt. Der Platz davor soll nach Ernst Berliner benannt werden, Richters jüdischem Manager.
Vom Radstadion zum Leistungszentrum
Seit 1923 gab es an dieser Stelle Radrennbahnen; das neue Velodrom ist die dritte, Vorgänger ist das Radstadion Köln von 1996. Im Mai 2019 beschloss die Landesregierung Nordrhein-Westfalen, dieses umfassend zu modernisieren und zum Leistungszentrum für Bahnradsport auszubauen. Die Bewerbung beruhte auf Plänen von Ralph Schürmann, ebenfalls Architekt aus Münster. Im Juli 2021 stimmte der Rat der Stadt Köln dem Umbau zu, der als günstiger galt als ein Neubau. Geplant waren damals eine Fertigstellung bis Ende 2024 und Kosten von rund 60 Millionen Euro, die Bund, Land und Stadt zu gleichen Teilen tragen sollten.
Bauablauf
Mitte Juli 2022 begann der Teilabriss; stehen blieben nur die Unterbauten der Tribünen und ein Funktionsgebäude. Im Dezember 2023 entschied der Stadtrat, das Projekt trotz auf 122,7 Millionen Euro gestiegener Baukosten zügig fortzusetzen; zu diesem Zeitpunkt wurde mit einer Fertigstellung 2025 gerechnet. Die Bauarbeiten starteten im Dezember 2024, der Grundstein wurde am 25. Mai 2025 gelegt. Nach erneuten Verzögerungen, begründet mit der Corona-Epidemie und dem Beginn des Ukraine-Krieges, wurde März 2027 genannt, später Juli 2027. Bis dahin trainiert der Leistungsstützpunkt NRW im rund 40 Kilometer entfernten Sportforum Kaarst-Büttgen.
Architektur und Ausstattung
Das Dach wird in zwei Richtungen geneigt, mit Trapezblechen und Dämmung versehen und mit weißer Folie bespannt. Das angegliederte Bestandsgebäude wird erweitert und soll auf vier Etagen Umkleiden, Büros des Radsportverbandes NRW, Zuschauerlogen und ein Hostel aufnehmen. Ein Neubau ergänzt Wellness-, Physio- und Büroräume. Lutz Wingerath, Geschäftsführer der Kölner Sportstätten, sprach von einem „neuem Wahrzeichen“ für Köln.
Künftige Nutzung
Im Innenraum sollen die Basketballer der RheinStars Köln und die Volleyballerinnen von DSHS SnowTrex Köln ihre Wettkämpfe austragen. Beide warten seit Jahren auf eine Halle mit ausreichender Zuschauerkapazität, um künftig erstklassig spielen zu können. Weitere deutsche Leistungsstützpunkte für Bahnradsport befinden sich in Cottbus und Frankfurt (Oder).
Zeitstrahl
- 1923Erste Radrennbahn an der Stelle in Müngersdorf
- 1996Eröffnung des Radstadions Köln; Bahn nach Albert Richter benannt
- Mai 2019Landesregierung NRW beschließt Modernisierung zum Leistungszentrum
- Juli 2021Kölner Stadtrat beschließt den Umbau zum Radsportzentrum NRW
- Juli 2022Beginn des teilweisen Abrisses des alten Stadions
- Dezember 2023Stadtrat setzt Projekt trotz Kostensteigerung auf 122,7 Mio. Euro fort
- Dezember 2024Start der Bauarbeiten
- 25. Mai 2025Grundsteinlegung
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-24
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