Envihab
Humanzentrifuge, simulierte Höhen bis 5500 m und Bettruhestudien: Die DLR-Anlage in Köln untersucht, wie Umweltbedingungen auf den Menschen wirken.
Der Name verbindet das englische „environment“ (Umwelt) mit dem lateinischen „habitat“ (Wohnstätte, Lebensraum). Geschrieben wird er in der Eigenschreibweise „:envihab“.
Auf einen Blick
- Art
- Medizinische Forschungsanlage des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin
- Lage
- Köln, Stadtbezirk Porz, Stadtteil Spich
- Eröffnung
- 2012
- Architektur
- Glass Kramer Löbbert Architekten, Johan Kramer
- Nutzfläche
- rund 3500 m²
- Probanden
- bis zu zwölf, in Einzelzimmern
- Module
- sechs Einheiten (M1 bis M6)
In Envihab wird Schwerelosigkeit teils mit „trockener Wasserimmersion“ simuliert: Probanden liegen auf einem Wasserbecken, sind aber durch eine wasserundurchlässige Plane vom Wasser getrennt – und das über Tage oder sogar Wochen.
Schwerkraft und Höhe
Im Zentrum der Anlage befindet sich eine Humanzentrifuge. Modul 1 bildet die DLR-Kurzarm-Zentrifuge, eine Spezialentwicklung für Versuche mit erhöhter Schwerkraft. Diese dient vor allem als Gegenmaßnahme zu den Gesundheitsrisiken der Schwerelosigkeit. In Sauerstoffreduktionsbereichen und einem Druckbereich lassen sich Höhen bis zu 5500 m simulieren. Im Physiologielabor/Barokomplex (M2) laufen Experimente unter wechselnden atmosphärischen Bedingungen, etwa zu Szenarien aus Luftfahrt, Raumfahrt und Bergsteigen.
Schwerelosigkeit auf der Erde
Im All wird das Herz-Kreislauf-System schwächer, Muskeln und Knochen bauen ab. Dasselbe betrifft ältere, besonders bettlägerige Menschen, aber auch junge Menschen, die sich wenig bewegen. In EnviFit werden solche Veränderungen nachgestellt: durch Bettruhe mit 6 Grad Kopf-Tieflage oder durch trockene Wasserimmersion. Dabei liegen die Probanden auf dem Wasser, sind aber durch eine wasserdichte Plane davon getrennt. Ziel sind vorbeugende Maßnahmen, die Erkrankungen durch Immobilität verringern oder ganz verhindern.
Umgebungen nachstellen
Einzelne Module lassen sich allein oder kombiniert von der Umwelt abschließen. Das betrifft Akustik, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht samt Tagesgang, teils auch Sauerstoffgehalt und Druck. Die Versuchsanlage EnviSim bildet so typische Bedingungen von Umgebungen wie Flugzeugkabine, Raumstation oder Feldlazarett realitätsnah ab. Probanden werden dafür isoliert, immobilisiert und gezielt Stresssituationen ausgesetzt. Sie wohnen in der Wohn- und Simulationsanlage (M3).
Labore
Mit dem PET-MRT (M4) werden körperliche Veränderungen untersucht, die bei Langzeitraumflügen auftreten können. Die Erkenntnisse sind auch auf Belastungen unter ungünstigen Bedingungen auf der Erde übertragbar. Das Psychologielabor (M5) erforscht, wie Isolation und Stress Psyche und Leistungsfähigkeit beeinflussen, und entwickelt Methoden zur Vorbeugung. Das Biologielabor (M6) untersucht die mikrobielle Vielfalt in den bewohnten, geschlossenen Bereichen. Im Laborbereich EnviBio ist mikrobiologische Forschung bis Sicherheitsstufe S2 nach GenTSV und unter Reinraumbedingungen der Klasse 8 möglich. Dort werden zudem Bausteine bioregenerativer Lebenserhaltungssysteme geprüft und biologische Weltraumexperimente vorbereitet.
Aufbau und Besuch
Das Gebäude folgt einem modularen Haus-in-Haus-Prinzip. Ein medizinischer Kernbereich verbindet die Module, sodass alles genutzt werden kann, ohne das Haus zu verlassen. Große Trainings- oder Simulationsgeräte lassen sich einbauen. Der öffentlich zugängliche Bereich EnviMeet informiert über Ziele und Aufbau der Anlage. Er vermittelt zudem einen Eindruck davon, wie hier Wissenschaft praktisch betrieben wird.
Zeitstrahl
- 2012Bau/Eröffnung der Forschungsanlage Envihab in Köln
Galerie
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Quellen & Links
- Offizielle Webseite
- Offizielle Webseite (abgerufen 2026-11-06)
- Wikidata (abgerufen 2026-11-06)
- Wikipedia (abgerufen 2026-11-06, rev 270359317)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-11-06
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