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© Dietmar Rabich · CC BY-SA 4.0

Pegel Köln

Am linken Rheinufer der Kölner Altstadt-Nord misst der Pegel Köln bei Stromkilometer 688 seit Jahrhunderten den Wasserstand des Rheins.

Wer am linken Rheinufer der Altstadt-Nord entlanggeht, kommt am Pegel Köln vorbei – einer Messstation, die bei Stromkilometer 688 den Wasserstand des Rheins erfasst. Betrieben wird sie vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein.

Auf einen Blick

Standort
Linkes Rheinufer, Altstadt-Nord, Stromkilometer 688
Betreiber
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein
Bedeutung
Einer von 22 Pegeln am Rhein; neben Kaub der bedeutendste
Normalpegel
3,48 Meter
Höchststand
13,84 Meter am 27./28. Februar 1784
Rekordtief
69 cm am 23. Oktober 2018
Aktuelles Mittelwasser
2,97 m (Zeitraum 1. November 2011 bis 31. Oktober 2020)
Telefonauskunft
Pegelnummer 19429, für Köln Vorwahl 0221

Das kannst du hier erleben

  • Aktuellen Wasserstand an der Pegeluhr ablesen
  • Das historische Pegelhaus am Rheinufer bestaunen
  • Am linken Rheinufer entlangspazieren
  • Vorbeiziehende Binnenschiffe beobachten
  • Pegelhaus und Rheinpanorama fotografieren

Geschichte

Wasserstandsmessungen mit einem Pegel gab es in Köln mindestens seit etwa 1771 – der Oberbaurat Johann Esaias Silberschlag hielt sie in seinem 1772 erschienenen Buch „Hydrotechnik“ fest. Tägliche Aufzeichnungen des Kölner Pegels sind seit 1782 überliefert. Ein schwerer Eisgang am 27./28. Februar 1784 zerstörte diesen Pegel; ein Ersatz in Form eines Lattenpegels entstand erst 1810 an einer seichten Stelle am Casselberg und nahm am 1. Januar 1813 regelmäßige Beobachtungen auf.

Aus älteren Quellen sind auch mittelalterliche Wasserstände überliefert: Der früheste bekannte Wert stammt vom Magdalenenhochwasser im Juli 1342 mit 11,53 Metern, im Januar/Februar 1374 folgten 13,30 Meter. Bis Dezember 1816 wurde in Köln mit dem kölnischen Fußmaß gemessen; die preußische Maß- und Gewichtsordnung vom 10. Mai 1816 führte ab dem 1. Januar 1817 eine neue Messtechnik ein. Das Pegelhaus an heutiger Stelle erhielt einen Schreibpegel und ging am 25. Juni 1901 in Betrieb. Ein Bombenangriff zerstörte es am 29. Juni 1943; bis zum 1. März 1948 diente ersatzweise der Pegelstand im Rheinauhafen bei Stromkilometer 687,6. Das heutige Pegelhaus nahm am 1. November 1951 den Betrieb auf.

© Elke Wetzig ( elya ) · CC BY-SA 3.0

Funktionsweise

Gemessen wird nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren: Im Pegelhaus liegt ein Schwimmerschacht, der über ein Zulaufrohr mit dem Rhein verbunden ist. Ein Schwimmer im Schacht überträgt den Wasserstand nach oben, wo ihn ein Schwimmerschreibpegel aufzeichnet und per Datenfernübertragung weitergibt. Eine Pegeluhr an der Außenseite zeigt den Wert für Binnenschiffer und Passanten an. Ergänzend misst eine im Pegelschacht installierte Drucksonde denselben Wasserstand redundant.

Die Daten gehen unmittelbar an die zuständigen Behörden und erscheinen etwa online auf PegelOnline oder ELWIS; zusätzlich lassen sie sich telefonisch abfragen. Der Nullpunkt des Pegels wurde mehrfach angepasst: Ab dem 1. November 1979 senkte man ihn um einen Meter auf 34,977 m ü. NN, um bei Niedrigwasser negative Werte zu vermeiden. Am 15. Juni 1982 folgte eine Korrektur auf 35,011 m ü. NHN, seit dem 1. November 2019 liegt er bei 35,038 m ü. NHN.

© Sers, Günter · CC BY-SA 3.0 de

Hochwasser und Niedrigwasser

Der höchste je gemessene Stand wurde am 27./28. Februar 1784 mit 13,84 Metern erreicht – ein Eishochwasser. In jüngerer Zeit stieg der Rhein 1926, 1993 und 1995 jeweils auf 10,63 bis 10,69 Meter. Bei 6,20 Metern wird die Hochwassermarke I erreicht, ab der erste Einschränkungen für die Schifffahrt gelten – flussabwärts höchstens 20 km/h, um Uferschäden durch Wellen zu vermeiden. Bei der Hochwassermarke II von 8,30 Metern wird der Schiffsverkehr ganz eingestellt, ab 9,80 Metern schließt der Rheinufertunnel, und bei 10,70 Metern sieht der städtische Hochwasserplan Katastrophenalarm vor. Dank neuer Schutzmaßnahmen nach den Hochwassern von 1993 und 1995 wird die Altstadt erst bei 11,30 Metern überflutet.

Auch das andere Extrem hat Spuren hinterlassen: Im Oktober 2018 erreichte der Rhein ein Rekordtief und stellte den bisherigen Tiefstwert von 2003 ein; die Binnenschifffahrt war im Sommer 2018 stark beeinträchtigt. Am 18. Oktober 2018 sank der Pegel auf 80 cm, am 23. Oktober auf nur noch 69 cm. Am 20. August 2020 musste ein mit über 100 Menschen besetztes Kreuzfahrtschiff evakuiert werden, nachdem es auf eine Sandbank aufgefahren war und diese nicht mehr aus eigener Kraft verlassen konnte.

© A.Savin · CC BY-SA 3.0

Galerie

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Karte

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Adresse

Rheinufer, Altstadt-Nord
Köln

Öffnungszeiten

So: 00:00–24:00

Kontakt

0221 22126161

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-17

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