Mariensäule Köln
Neugotisches Mariendenkmal von 1858 auf dem Gereonsdriesch in der Altstadt-Nord, das wie „ein Stück vom Dom“ wirkt.
seit 1858
Ein wenig versteckt auf dem Gereonsdriesch, einer kleinen Parkanlage nahe der romanischen Kirche St. Gereon, steht die Kölner Mariensäule – eines der ältesten Mariendenkmäler im Rheinland. Der schlanke neugotische Pfeiler von 1858 trägt an seiner Spitze eine segnende Marienfigur und wirkt fast wie ein herausgelöstes Stück Domarchitektur.
Auf einen Blick
- Art
- Mariensäule / Denkmal der Marienverehrung
- Baustil
- Neugotik
- Material
- Udelfanger Sandstein
- Höhe
- 13,50 m (Marienfigur allein 2,67 m)
- Fertiggestellt
- Mai 1858, Einweihung im September 1858
- Architekt
- Vincenz Statz
- Standort
- Gereonsdriesch, Altstadt-Nord, nahe St. Gereon
- Zugang
- frei zugänglich im öffentlichen Raum
Altersvergleich
Alter im Vergleich mit anderen Orten in Köln.
Entstehungsgeschichte
Den Anstoß gab das 1854 von Papst Pius IX. verkündete Dogma der unbefleckten Empfängnis Marias, das vielerorts eine verstärkte Marienverehrung auslöste. Schon im April 1855 gründete sich in Köln ein Verein, der Maria Immaculata ein Standbild errichten wollte.
Streit um Sinn und Symbol
Unumstritten war das Vorhaben nicht: In Zeitungsaufrufen galt es manchen als „unpraktisch“, und als Alternative wurde sogar der Bau eines Krankenhauses vorgeschlagen. Zugleich plante die preußische Stadtverwaltung ein Reiterdenkmal für König Friedrich Wilhelm III. – so standen sich in Köln ein klassizistisches Herrscherdenkmal und eine gotische Mariensäule gegenüber, weltlicher Schutzherr und religiöse Beschützerin der Stadt.
Ein umkämpfter Standort
Der Wunsch des Vereins, die Säule am Alter Markt gegenüber dem Rathaus aufzustellen, scheiterte am Widerstand der Verwaltung. Stattdessen erhielt sie einen Platz auf dem Mittelstreifen der Gereonstraße vor dem erzbischöflichen Palais. Zur Grundsteinlegung am 2. Juni 1857 kamen 25.000 Menschen. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die Straßenbahn ausgebaut wurde, musste die Säule dem Gleis weichen und zog 1901 an ihren heutigen Ort am Gereonsdriesch – seither weist ihre ursprüngliche Ostseite nach Norden.
Gestaltung im Detail
Über einem polygonalen Grundriss erheben sich drei ineinander übergehende Geschosse. Im unteren öffnet sich ein Tabernakel, flankiert von drei Wappenreliefs – Papst Pius IX., der Stadt Köln und Erzbischof Johannes von Geissel. Darüber sitzen in vier verzierten Nischen Prophetenfiguren, unter ihnen Ezechiel und Jeremias mit Schriftrollen. Über Baldachinen, Fialen und einem Kranz geflügelter Engelsköpfe steht schließlich die Immaculata mit Schlange und Mondsichel zu ihren Füßen, die Hände segnend ausgebreitet, den Kopf von einem metallischen Sternenkranz umgeben. Ein schmiedeeiserner Zaun, in den 1980er Jahren nach altem Vorbild erneuert, umgibt das Denkmal.
Künstler und Finanzierung
Den Gesamtentwurf lieferte Vincenz Statz, einzelne Teile stammen von weiteren Händen: Die Propheten schuf Dombildhauer Peter Fuchs nach Zeichnungen von Eduard Jakob von Steinle, der auch die Marienfigur entwarf – ausgeführt vom Bildhauer Gottfried Renn. Bezahlt wurden die Propheten von Kölner Handwerkern, die Marienfigur von Jungfrauenkongregationen, und das Gitter stiftete die Kölner Schlosserinnung.
Galerie
Karte
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Adresse
Gereonsdriesch
Köln
Öffnungszeiten
So: 00:00–24:00
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-16
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