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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
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Circus Carré Köln

Oscar Carré ließ 1878 nahe dem Neumarkt ein steinernes Zirkusgebäude mit 3000 Plätzen, Manege und Frontalbühne errichten – bis 1886 Spielstätte seines Circus.

Hinter dem Kölner Bau stand ein Familienunternehmen. Wilhelm Carré, der aus einer deutschen Familie von Kunstreitern und Akrobaten kam, gründete den Circus Carré 1854 zusammen mit seiner niederländischen Frau, der Kunstreiterin Cornelia de Gast, die auch als Kätchen de Gast oder Kätchen Carré bekannt war.

Auf einen Blick

Art
ehemaliges festes Zirkusgebäude, nicht mehr vorhanden
Standort
Gertrudenstraße nahe dem Neumarkt, Altstadt-Süd (Stadtbezirk Innenstadt)
Architekt
Heinrich Nagelschmidt
Grundfläche
rund 3200 Quadratmeter
Stallungen
für 90 Pferde
Heute
Gebäudekomplex der Kreissparkasse Köln
Wusstest du?

Der 1878 in der Kölner Gertrudenstraße erbaute Circus Carré bot Platz für 3000 Zuschauer und Stallungen für 90 Pferde – beheizt wurde der Zirkusraum mit einer Warmwasserheizung, deren Leitungen unter den Sitzreihen verliefen und bei Bedarf zusätzlich ans Podium angeschlossen werden konnten.

Von Amsterdam über Wien nach Köln

In den 1860er Jahren erwarb das Ehepaar in Amsterdam ein Grundstück und baute dort ein festes Zirkusgebäude: eine Holzkonstruktion, deren Vorderhaus schon aus Stein bestand. Amsterdam wurde zum Stammsitz, ab 1870 führte der Zirkus das Prädikat „Königlich Niederländischer Zirkus“. Ab 1868 leitete Sohn Oscar Carré, Reitkünstler und Pferdedresseur, die Gesellschaft. Er ließ 1873 an der Wiener Ausstellungsstraße einen Holzbau mit rund 4000 Sitzplätzen errichten, der bis 1884 bestand. In Köln entstand 1878 sein erstes steinernes Zirkusgebäude. Den Amsterdamer Holzbau ersetzte er durch einen Steinbau, den er 1887 eröffnete und der bis heute als Theater Carré besteht.

Manege und Bühne unter einem Dach

Hinter der Manege lag eine Frontalbühne. Mehrere Ränge, 40 Logen mit je vier Plätzen und eine Galerie waren im Halbrund um die Manege angeordnet. Große Kronleuchter erhellten den Saal. Eine Warmwasserheizung verlief unter den Sitzreihen und ließ sich für mehr Wärme zusätzlich an das Podium anschließen. Im Vorderhaus lagen zwei Cafés und zwei Restaurants.

Vermietung für Konzerte und Theater

Der Circus Carré nutzte das Haus für seine Kölner Gastspiele und vermietete es außerdem für Theater, Konzerte, Versammlungen und andere Veranstaltungen. Dafür konnte die Manege überbaut werden und bot dann Raum für weiteres Publikum oder ein Orchester.

Vom Varieté zum Abriss

Warum Oscar Carré Köln verließ und ob oder wann er das Gebäude verkaufte, ist nicht belegt. Im Oktober 1886 eröffnete Richard Schippanowsky das Haus als Reichshallentheater neu; unter wechselnden Direktionen lief es bis 1937/38 als Varieté. Nach einem Umbau durch Ernst Huhn folgte das Apollo-Theater, das auch als Kino diente. Eine Grundriss-Zeichnung des Baus bewahrt das Architekturmuseum der TU Berlin auf. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg beschloss das Trümmeramt der Stadt Anfang der 1950er Jahre den vollständigen Abriss. Die Kreissparkasse Köln besaß damals bereits ein Grundstück in direkter Nachbarschaft; vor Ort erinnert heute nichts mehr an den Bau.

Zirkusorte in Köln

Schon vor dem Bau gastierten Reitkunsttruppen und Zirkusse auf dem Neumarkt, der Circus Carré etwa 1873. Bis heute bespielen Zirkusse wie der Circus Roncalli den Platz. In der benachbarten Wolfsstraße dürfte im Jahrzehnt vor der Eröffnung ein Diorama bestanden haben. Nach 1900 traten größere Zirkusse auch am Aachener Tor bzw. am Aachener Weiher auf, wo 1947 der Williamsbau des Circus Williams entstand; er bestand bis 1956, eine Plakette auf einer Stele erinnert an ihn.

Zeitstrahl

  1. 1854
    Gründung des Circus Carré durch Wilhelm Carré und Cornelia de Gast
  2. 1868
    Sohn Oscar Carré übernimmt die Leitung der Zirkusgesellschaft
  3. 1870
    Zirkus erhält das Prädikat Königlich Niederländischer Zirkus
  4. 1873
    Bau eines eigenen Zirkusgebäudes in Wien an der Ausstellungsstraße
  5. 1878
    Eröffnung des steinernen Circus-Carré-Gebäudes in Köln
  6. 1884
    Wiener Zirkusgebäude besteht bis zu diesem Jahr
  7. 1886
    Neueröffnung als Reichshallentheater unter Richard Schippanowsky
  8. 1887
    Eröffnung des neuen steinernen Amsterdamer Gebäudes (Theater Carré)

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-24

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