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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Kölner Kreuzbrüder (Schildergasse), Köln

Klosterniederlassung des Ordens vom Heiligen Kreuz an der Schildergasse (1309), aus deren Bibliothek 97 Handschriften erhalten sind.

Der Konvent ging aus dem 1298 gegründeten Kloster Steinhaus bei Beyenburg hervor; zwei Brüder von dort prüften auf Geheiß des sechsten Generalpriors Pater Jacobus die Möglichkeit einer Gründung in Köln.

Auf einen Blick

Art
Niederlassung des Ordens vom Heiligen Kreuz (Kreuzherren)
Ordensfamilie
Regularkanoniker – obwohl die Brüder wie ein Bettelorden von Almosen lebten
Lage
Schildergasse, Altstadt-Nord (Stadtbezirk Innenstadt)
Ansiedlung
1309
Frömmigkeit
Betrachtung der Passion Christi
Bibliothek
„Libelli Rhenani“, 97 erhaltene Handschriften
Wusstest du?

Die Kreuzbrüder erwarben 1287 in Köln die Gebeine der heiligen Odilia, wodurch der Orden erstmals in Deutschland bekannt wurde – die Reliquien wurden jedoch bereits 1292 wieder ins Mutterkloster nach Huy überführt.

Anfänge in Köln

Erste Aktivitäten entwickelten die Kreuzbrüder bereits 1287, als der Pariser Bruder Johannes Novelan von Eppa die Gebeine der hl. Odilia von Köln, einer Gefährtin der hl. Ursula, erwarb; dadurch wurde der Orden in Deutschland bekannt. Odilia wurde zur Patronin erhoben, ihre Gebeine gelangten 1292 ins Mutterkloster nach Huy. 1305 erwarben die Brüder ein Haus am Waidmarkt. In Köln teilte sich der Orden in mehrere Zweige, darunter die Heilig-Kreuz-Bruderschaft sowie die Sakraments- und Agnes-Bruderschaft.

© Johann Koelhoff der Jüngere (died 1502) · Public domain

Ansiedlung an der Schildergasse

Erzbischof Heinrich II. von Virneburg gestattete am 21. April 1307 die Ansiedlung, sodass die Stadt Köln sie trotz ihrer ablehnenden Haltung gegenüber steuerbefreiten Klöstern nicht verhindern konnte. Godelindis Hardefust, die Witwe des Patriziers Hilger Hardefust, nahm die beiden Brüder – den Priester Reinhard und den Laienbruder Johann de Brugis – in ihrem Haus an der heutigen Schildergasse 84 auf. Die Übernahme des Anwesens erfolgte am 5. April 1309, die päpstliche Bestätigung durch Clemens V. am 15. Mai 1311. Als Gegenleistung war eine jährliche Rente von 13 Mark an die Witwe zu zahlen, die sich drei Zimmer vorbehielt.

© unknown work, drawn before 1808 · Public domain

Bibliothek und Prioren

Als erstes Oratorium diente die vorhandene St.-Barbara-Kapelle. Zur Vermehrung ihrer Bibliothek übten die Brüder eine ausgedehnte Schreibtätigkeit aus; ein maßgeblicher Bibliothekar der „Libelli Rhenani“ war Conradus de Grunenberg († 1455/1456). Neben den im Kölner Stadtarchiv erhaltenen Handschriften befanden sich bereits 1575 weitere in der Kaiserlichen Bibliothek in Wien. Mit Theodoricus von Hall (1449) und Nicolaus von Harlem (1473) stellte der Kölner Konvent zwei Ordensgeneräle; Johannes von Bongart, ab 1551 Prior, gilt als Verfasser der Klosterjahrbücher.

© Arnold Mercator drawn 1570, died 1587 · Public domain

Ausdehnung des Klosterareals

1358 kam durch die testamentarische Verfügung der Gertrud von Horne ein Nachbaranwesen hinzu; für den Kirchenneubau wurde die Kreuzgasse durchbrochen. Die Barbarakapelle wurde 1390 zu einer Kirche mit Turm und Glocke ausgebaut und 1399 geweiht. 1417 umgab man das Areal mit einer Mauer, sodass zwischen Schildergasse, Kreuzgasse und Streitzeuggasse ein großer Komplex entstand, der 1423 durch ein Geschenk Eduards von Jülich weiteren Zuwachs erhielt. Zwischen 1429 und 1443 schmückte der Goldschmied Peter Ketzgyn das Klosterinnere auf eigene Kosten aus und stiftete zwei Altäre. 1432 kaufte der Konvent einen Hof mit 46 Morgen Land im Ingendorfer Feld; nach der Befreiung vom Kölner Rheinzoll 1480 erwarb er ein Schiff mit Unkelsteinen. 1486 kamen drei Häuser in der Streitzeuggasse hinzu, 1499 wurde ein Klosterflügel vollendet.

Die Familie Rinck

Der Patrizier Hermann Rinck ließ 1513 am südlichen Ende des Kirchenschiffs eine Kapelle errichten. Im selben Jahr erwarb die Goldschmiede- und Kaufmannsfamilie Adolf Rincks vom Kreuzbruder Hermann Kneyart zwei Häuser an der Schildergasse 74–76 und errichtete dort den bürgerlichen Prachtbau „zum goldenen Ring“ mit einer großen gewölbten Halle, den sie zum Stammsitz machte.

Zeitstrahl

  1. 1287
    Erste Kölner Aktivitäten; Erwerb der Gebeine der hl. Odilia
  2. 1305
    Erste Ansiedlung: Erwerb eines Hauses am Waidmarkt
  3. 21. April 1307
    Erzbischof gestattet die Ansiedlung in Köln
  4. 5. April 1309
    Übernahme des Hardefust-Anwesens an der Schildergasse
  5. 15. Mai 1311
    Päpstliche Bestätigung durch Schutzbrief Clemens' V.
  6. 1358
    Erwerb eines Nachbaranwesens für den Kirchenneubau
  7. 1399
    Weihe der zur Kirche ausgebauten Barbarakapelle
  8. 1499
    Vollendung des prachtvollen Klosterflügels

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-09-15

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