Alter Ehrenfelder Friedhof
Denkmalgeschützter Friedhof von 1870, den sich Ehrenfeld erkämpfte, weil Köln seinen Bürgern die Beisetzung auf Melaten verwehrte.
Direkt nördlich von Melaten, an der Weinsbergstraße, liegt ein Friedhof mit eigener Geschichte: Die damals selbstständige Gemeinde Ehrenfeld legte ihn 1870 an, nachdem der Kölner Rat ihren Bürgern eine Bestattung auf dem benachbarten Melaten-Friedhof verweigert hatte. Heute ist die Anlage baulich in Melaten integriert, bleibt aber als eigenständiges Denkmal erkennbar.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Lage
- Weinsbergstraße, unmittelbar nördlich des Friedhofs Melaten
- Angelegt
- 1870 als kommunaler Friedhof der Gemeinde Ehrenfeld
- Einweihung katholischer Teil
- 31. Juli 1870
- Erweiterung
- 1885 nach Westen auf die heutige Größe
- Denkmalschutz
- seit 1. Juli 1980
- Denkmalwerte Grabmale
- 57 (Stand 2010), davon 16 aus dem 19. Jahrhundert
- Bekanntes Grab
- Radweltmeister Albert Richter
- Heute
- verwaltet und integriert vom Melaten-Friedhof
Wie der Friedhof entstand
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Ehrenfelds Verstorbene am Kirchhof St. Mechtern beigesetzt. Das rasche Bevölkerungswachstum machte neue Begräbnisplätze nötig: 1824 entstand ein Friedhof an der Ecke Venloer/Alpener Straße (heute Alpenerplatz), rund drei Jahrzehnte später wichen die Beisetzungen aus Platzmangel nach Bickendorf an die Feltenstraße aus.
1867 bat die Gemeinde Ehrenfeld den Kölner Rat, ihre Toten auf Melaten bestatten zu dürfen. Die Stadt lehnte ab – jede Gemeinde habe für eigene Bestattungsmöglichkeiten zu sorgen. Also plante Ehrenfeld ab 1869 einen eigenen Friedhof, direkt nördlich der Kölner Anlage. Sein rechtwinkliges Wegenetz richtete sich bewusst nicht nach Melaten aus, sondern nach der Ehrenfelder Kirchhofstraße, die ab 1903 Weinsbergstraße hieß.
Zwei Friedhöfe, sichtbar getrennt
Ursprünglich trennte die Widdersdorfer Straße die beiden Anlagen; später wurde sie in Terrassenweg umbenannt und endete an der Mechternstraße. Dass hier zwei unterschiedlich konzipierte Friedhöfe zusammentreffen, lässt sich bis heute ablesen: Eine Mauer und ein spürbarer Höhenunterschied markieren die alte Grenze. Der erste Ehrenfelder Friedhof reichte von der Geisselstraße bis zur Mechternstraße; schon zehn Jahre nach der Einweihung wurde er zu klein und 1885 nach Westen erweitert. Eine geplante neuromanische Trauerhalle wurde nie gebaut. 1895 übernahm die Melaten-Verwaltung Pflege und Gestaltung der Anlage.
Denkmäler und Ausstattung
Mehrere Bauten und Kleindenkmäler stehen unter Schutz. Das schiefergedeckte, eingeschossige Pförtnerhäuschen am Haupteingang entstand 1914 nach Plänen von Hans Verbeek neben dem schmiedeeisernen Tor; der frühere Haupteingang lag weiter südöstlich. Zur ältesten Ausstattung gehört das Hochkreuz von 1868 nach einem Entwurf von Vincenz Statz – eine quadratische Hochstele mit bekrönendem Kreuz und der Inschrift „Selig die Todten – Die im Herrn sterben“, gestiftet von Jacob Wahlen. Bei der Sanierung in den 1990er-Jahren fand sich im Fundament eine mittelalterliche Wappengrabplatte aus dem frühen 15. Jahrhundert, vermutlich aus St. Mechtern und beim Bau des Kreuzes zweitverwendet. Auch die teils noch aus Originalziegeln bestehende Friedhofsmauer ist geschützt.
Grabmale und Erinnerung
Eine denkmalpflegerische Begutachtung wies 2010 insgesamt 57 denkmalwerte Grabmale aus, 16 davon aus dem 19. Jahrhundert. Prägend sind Stelen sowie Kreuze und Kreuzstelen; bis in die 1920er-Jahre wurden serielle galvanoplastische Figuren – Engel und trauernde Frauen – aus der Kunstanstalt in Geislingen an der Steige aufgestellt. Einzelne Grabsteine stammen von namhaften Künstlern wie Antonio Gobbo, Wilhelm Fassbinder, Emil Rudolf Mewes oder Peter Hecker. Hier liegt auch der Kölner Radweltmeister Albert Richter, dessen Elternhaus in der nahen Sömmeringstraße stand und der 1940 mutmaßlich der Gestapo zum Opfer fiel.
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Adresse
Weinsbergstraße
Köln
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-21
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