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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
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St. Maria Ablass

Von der abgerissenen Pfarrkirche St. Maria Ablass blieb nur die Gnadenkapelle — heute russisch-orthodoxe Kirche der Hll. Konstantin und Helena.

Indoor Geheimtipp

Von der mittelalterlichen Kirche St. Maria Ablass in der Kölner Altstadt-Nord blieb nur eine kleine Gnadenkapelle erhalten, die heute der Russisch-Orthodoxen Gemeinde dient.

Auf einen Blick

Art
Erhaltene Gnadenkapelle einer abgerissenen Pfarrkirche
Lage
Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Erste Erwähnung der Kirche
927 als Marienkirche
Kapelle
Anbau von um 1431, erstmals 1528 erwähnt
Bauform
dreijochige, kreuzrippengewölbte Kapelle mit Dachreiter
Heutige Nutzung
Hll.-Konstantin-und-Helena-Kirche der Russisch-Orthodoxen Gemeinde
Schutzstatus
Bau- und Kulturdenkmal in Nordrhein-Westfalen
Wusstest du?

Die heutige Maria-Ablass-Kapelle entstand ursprünglich nur als Wetterschutz für ein Fresko: Um 1431 wurde an der Außenwand der Pfarrkirche ein Anbau errichtet, einzig um das dort befindliche Marienfresko vor Witterungseinflüssen zu schützen – aus diesem schlichten Schutzdach entwickelte sich die noch heute erhaltene Gnadenkapelle.

Versteckt im Zentrum

Die Kapelle steht auf dem kleinen Maria-Ablass-Platz mitten in der Innenstadt. Zwischen Zweckbauten der 1950er Jahre — darunter die IHK Köln und das ehemalige Concordia-Haus — sowie etwas Grün ist sie leicht zu übersehen.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Von der Pfarrkirche zur Kapelle

Die Kirche war eine dreischiffige Basilika mit westlichem Viereckturm in der nördlichen Vorstadt Niederich. 927 schenkte der Kölner Erzbischof Wichfrid die Marienkirche dem 922 gegründeten Damenstift St. Ursula; bis 1804 blieb sie dessen Pfarrkirche. Im Zuge der Säkularisation und der Aufhebung des Stiftes wurde sie 1808 niedergelegt, da sie nicht erneut Pfarrkirche wurde. Im Lauf der Jahrhunderte trug sie wechselnde lateinische Namen, etwa um 1300 „Kirche der hl. Maria zum Ablass“.

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Herkunft des Namens

Der Name geht auf eine Kölner Bischofstradition zurück: Am Palmsonntag zog alljährlich eine Prozession zwischen Domkirche und St. Gereon. Nach der Palmweihe in St. Gereon kehrte sie in die Marienkirche ein, wo vor einem von den Gläubigen verehrten Marienbild eine Predigt gehalten und der mit der Prozession verbundene Ablass verkündet wurde. Anschließend setzte man den Weg zum Hochamt im Dom fort.

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Die Maria-Ablass-Kapelle

Der Anbau an der Nordseite der Pfarrkirche sollte ein an der Außenwand befindliches Marienfresko vor der Witterung schützen; daraus entstand die erhaltene Gnadenkapelle. Nach dem Abriss der Pfarrkirche bildet deren verbliebene Außenwand heute die Südwand. Der schiefergedeckte Bau mit Dachreiter ist dreijochig und kreuzrippengewölbt; Tageslicht fällt durch drei gotische Fenster an der Nordseite. Im 19. Jahrhundert erhielt die Westseite unter dem Kölner Architekten Vincenz Statz eine neugotische Fassade, deren Reste 1945 nach Kriegsende abgerissen wurden. Seither zeigt die schlichte Westfront mittig das erhaltene Renaissanceportal von 1687.

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Gnadenbild und heutige Nutzung

Das mehrfach restaurierte Marienbild wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Kölner Künstlerin Rita Paasche-Hecker überarbeitet. Der Innenraum blieb weitgehend unverändert; nur der Altarstein wurde in seiner Lage verändert und die Ausstattung dem orthodoxen Ritus angepasst.

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Legende des Edlen von Mauenheim

Eine Bildtafel aus dem 18. Jahrhundert zeigt die Gottesmutter mit Kind, umgeben von kleinen Szenen mit erläuternden Angaben. Unter ihnen wird „Bruno, Ritter von Mauenheim“ genannt, der im 13. Jahrhundert als Kreuzfahrer in Gefangenschaft geriet und der Überlieferung nach von der heiligen Maria errettet worden sein soll. Nach seiner Rückkehr betete er am Gnadenbild und brachte seine Fußfessel neben dem Bildnis an.

© Horsch, Willy - HOWI · Public domain

Zeitstrahl

  1. 922
    Gründung des Damenstifts St. Ursula in Köln
  2. 927
    Erste urkundliche Erwähnung: Schenkung der Marienkirche an St. Ursula
  3. 1172
    Erneute Erwähnung als „s. Marie prope virgines"
  4. um 1220
    Name „eclesia beate dei genitricis Mariae" belegt
  5. um 1300
    Umbenennung in „eclesia s. Marie ad indulgentiam"
  6. um 1431
    Anbau der Marienkapelle zum Schutz des Marienfreskos
  7. 1528
    Erste urkundliche Erwähnung der Gnadenkapelle
  8. 1808
    Abbruch der Pfarrkirche infolge der Säkularisation

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27