St. Maria Ablass
Von der abgerissenen Pfarrkirche St. Maria Ablass blieb nur die Gnadenkapelle — heute russisch-orthodoxe Kirche der Hll. Konstantin und Helena.
Von der mittelalterlichen Kirche St. Maria Ablass in der Kölner Altstadt-Nord blieb nur eine kleine Gnadenkapelle erhalten, die heute der Russisch-Orthodoxen Gemeinde dient.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Erhaltene Gnadenkapelle einer abgerissenen Pfarrkirche
- Lage
- Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Erste Erwähnung der Kirche
- 927 als Marienkirche
- Kapelle
- Anbau von um 1431, erstmals 1528 erwähnt
- Bauform
- dreijochige, kreuzrippengewölbte Kapelle mit Dachreiter
- Heutige Nutzung
- Hll.-Konstantin-und-Helena-Kirche der Russisch-Orthodoxen Gemeinde
- Schutzstatus
- Bau- und Kulturdenkmal in Nordrhein-Westfalen
Die heutige Maria-Ablass-Kapelle entstand ursprünglich nur als Wetterschutz für ein Fresko: Um 1431 wurde an der Außenwand der Pfarrkirche ein Anbau errichtet, einzig um das dort befindliche Marienfresko vor Witterungseinflüssen zu schützen – aus diesem schlichten Schutzdach entwickelte sich die noch heute erhaltene Gnadenkapelle.
Versteckt im Zentrum
Die Kapelle steht auf dem kleinen Maria-Ablass-Platz mitten in der Innenstadt. Zwischen Zweckbauten der 1950er Jahre — darunter die IHK Köln und das ehemalige Concordia-Haus — sowie etwas Grün ist sie leicht zu übersehen.
Von der Pfarrkirche zur Kapelle
Die Kirche war eine dreischiffige Basilika mit westlichem Viereckturm in der nördlichen Vorstadt Niederich. 927 schenkte der Kölner Erzbischof Wichfrid die Marienkirche dem 922 gegründeten Damenstift St. Ursula; bis 1804 blieb sie dessen Pfarrkirche. Im Zuge der Säkularisation und der Aufhebung des Stiftes wurde sie 1808 niedergelegt, da sie nicht erneut Pfarrkirche wurde. Im Lauf der Jahrhunderte trug sie wechselnde lateinische Namen, etwa um 1300 „Kirche der hl. Maria zum Ablass“.
Herkunft des Namens
Der Name geht auf eine Kölner Bischofstradition zurück: Am Palmsonntag zog alljährlich eine Prozession zwischen Domkirche und St. Gereon. Nach der Palmweihe in St. Gereon kehrte sie in die Marienkirche ein, wo vor einem von den Gläubigen verehrten Marienbild eine Predigt gehalten und der mit der Prozession verbundene Ablass verkündet wurde. Anschließend setzte man den Weg zum Hochamt im Dom fort.
Die Maria-Ablass-Kapelle
Der Anbau an der Nordseite der Pfarrkirche sollte ein an der Außenwand befindliches Marienfresko vor der Witterung schützen; daraus entstand die erhaltene Gnadenkapelle. Nach dem Abriss der Pfarrkirche bildet deren verbliebene Außenwand heute die Südwand. Der schiefergedeckte Bau mit Dachreiter ist dreijochig und kreuzrippengewölbt; Tageslicht fällt durch drei gotische Fenster an der Nordseite. Im 19. Jahrhundert erhielt die Westseite unter dem Kölner Architekten Vincenz Statz eine neugotische Fassade, deren Reste 1945 nach Kriegsende abgerissen wurden. Seither zeigt die schlichte Westfront mittig das erhaltene Renaissanceportal von 1687.
Gnadenbild und heutige Nutzung
Das mehrfach restaurierte Marienbild wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Kölner Künstlerin Rita Paasche-Hecker überarbeitet. Der Innenraum blieb weitgehend unverändert; nur der Altarstein wurde in seiner Lage verändert und die Ausstattung dem orthodoxen Ritus angepasst.
Legende des Edlen von Mauenheim
Eine Bildtafel aus dem 18. Jahrhundert zeigt die Gottesmutter mit Kind, umgeben von kleinen Szenen mit erläuternden Angaben. Unter ihnen wird „Bruno, Ritter von Mauenheim“ genannt, der im 13. Jahrhundert als Kreuzfahrer in Gefangenschaft geriet und der Überlieferung nach von der heiligen Maria errettet worden sein soll. Nach seiner Rückkehr betete er am Gnadenbild und brachte seine Fußfessel neben dem Bildnis an.
Zeitstrahl
- 922Gründung des Damenstifts St. Ursula in Köln
- 927Erste urkundliche Erwähnung: Schenkung der Marienkirche an St. Ursula
- 1172Erneute Erwähnung als „s. Marie prope virgines"
- um 1220Name „eclesia beate dei genitricis Mariae" belegt
- um 1300Umbenennung in „eclesia s. Marie ad indulgentiam"
- um 1431Anbau der Marienkapelle zum Schutz des Marienfreskos
- 1528Erste urkundliche Erwähnung der Gnadenkapelle
- 1808Abbruch der Pfarrkirche infolge der Säkularisation
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Das könnte dich auch interessieren
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27




