Schiefer Turm von Köln (St. Johann Baptist)
2004 neigte sich ihr 44 m hoher Turm um 77 cm nach Westen — als „Schiefer Turm von Köln" geriet die Kirche in die Schlagzeilen.
St. Johann Baptist ist eine römisch-katholische Kirche an der Severinstraße in der Kölner Altstadt-Süd. Sie wurde 948 erstmals erwähnt und ist seit 1080 als Pfarrkirche bezeugt.
Auf einen Blick
- Art
- Römisch-katholische Kirche im Stil einer Basilika
- Turmhöhe
- 44 Meter
- Bekannt als
- „Schiefer Turm von Köln" (2004)
- Neubau
- 1960–1962 mit Westturm aus Backstein
- Heutige Nutzung
- Jugendpastorales Zentrum CRUX des Erzbistums Köln
- Schutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Benannt nach
- Johannes dem Täufer
Am 29. September 2004 neigte sich der 44 Meter hohe Kirchturm über Nacht um 77 Zentimeter zur Seite – ausgelöst durch den Tunnelbau der Nord-Süd-Stadtbahn in 14 Metern Tiefe –, und wurde anschließend per Hydraulikpressen in kontrollierten 10-Millimeter-Schritten wieder geradegerichtet, wofür die Versicherung der Kölner Verkehrs-Betriebe rund eine Million Euro zahlen musste.
Der Schiefe Turm von Köln
Am 29. September 2004 neigte sich der Kirchturm um 77 Zentimeter in Richtung Westen, nachdem am Vortag in 14 Metern Tiefe unter der Kirche ein Versorgungsschacht für die im Bau befindliche Nord-Süd-Stadtbahn vorgetrieben worden war. Um einen Einsturz zu verhindern, stützte man den Turm von außen mit sechs Stahlprofilen schräg ab und verfüllte die Hohlräume darunter mit Beton. Die aus Sicherheitsgründen gesperrte Severinsbrücke wurde am 4. Oktober 2004 wieder freigegeben. Einem Gutachten zufolge hätte der Turm auch geneigt stehen bleiben können; der Kirchenvorstand entschied sich dennoch für die Wiederaufrichtung. Diese sollte ursprünglich bis zum Weltjugendtag mit Papstbesuch im August 2005 erfolgen, gelang aber erst am 26. Oktober 2005: Die Westseite wurde mit Hydraulikpressen in kontrollierten 10-Millimeter-Schritten um 13,5 Zentimeter angehoben. Die Arbeiten kosteten rund eine Million Euro, die die Versicherung der Kölner Verkehrs-Betriebe trug.
Geschichte und Bau
Die Kirche zählt zu den ältesten Kölns. Bis zur Säkularisation erstreckte sich an ihrer Südseite die Deutschordenskirche St. Katharina von 1219. Zwischen 1943 und 1945 wurde St. Johann Baptist fast vollständig zerstört: Der Turm ging ganz verloren, der Chor bis auf den Sockel. Mittelschiff und ein Teil der Seitenschiffe blieben erhalten. In den Jahren 1960 bis 1962 entstand ein Neubau, der das alte Mittelschiff umfasst und durch einen Westturm aus Backstein ergänzt wurde.
Ausstattung
Zur Ausstattung gehören eine Sitzmadonna aus der Zeit um 1320, ein Reliquienschrein der heiligen Antonina aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, ein messingenes Taufbecken von 1566 und bronzene Adlerpulte (1629/1723). Die ornamentale Farbverglasung schuf Willi Strauß 1963. Von den vier Glocken vor dem Zweiten Weltkrieg blieb nur die große, 1400 von Johannes Duisterwalt gegossene Glocke „Antonina" erhalten, die sich in Privatbesitz befindet. Seit 1962 hängen sechs neue Glocken im Turm, 1958/59 von der Glockengießerei Feldmann & Marschel in Münster gegossen und auf das Geläut von St. Severin abgestimmt.
Heute
Die Kirche gehört der Kirchengemeinde St. Severin und wird vom Förderverein Romanische Kirchen Köln betreut. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wurde sie am 28. Juni 2009 wiedereröffnet; dabei weihte Weihbischof Melzer den neuen Altar. Seither trägt sie den Namen CRUX-Kirche St. Johann Baptist und bildet den Mittelpunkt des jugendpastoralen Zentrums CRUX des Erzbistums Köln. Im Zuge der Umbauten entstand ein abgetrenntes Kirchencafé.
Zeitstrahl
- 948Kirche St. Johann Baptist erstmals urkundlich erwähnt
- 1080Als Pfarrkirche bezeugt
- 1943–1945Kirche fast gänzlich zerstört; Turm und Chor vernichtet
- 1960–1962Neubau mit Westturm aus Backstein im Zuge des Wiederaufbaus
- 29. September 2004Turm neigt sich um 77 cm nach Westen (U-Bahn-Bauarbeiten)
- 4. Oktober 2004Severinsbrücke nach Sicherheitssperrung wieder für Verkehr freigegeben
- 26. Oktober 2005Turm mit Hydraulikpressen um 13,5 cm wieder geradegerichtet
- 28. Juni 2009Wiedereröffnung nach Renovierung als jugendpastorales Zentrum CRUX
Galerie
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Adresse
Severinstraße 182
50678 Köln
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizieller Instagram-Account (@crux_koeln)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 257355973)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27



